Ungestümes Tier

Greifvogel ist weg: Viersen gibt Casinogarten wieder frei

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Rotschwanzbussarde sind in der hiesigen Falknerei sehr beliebt. Das Archivbild zeigt einen Falkner mit seinem Tier in Gelsenkirchen.

Rotschwanzbussarde sind in der hiesigen Falknerei sehr beliebt. Das Archivbild zeigt einen Falkner mit seinem Tier in Gelsenkirchen.

Foto: Thomas Schmidtke / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Wegen eines aggressiven Greifvogels ist der Casinogarten in Viersen am Wochenende gesperrt gewesen. Der Vogel ist weg - der Park wieder offen.

Der seit Donnerstag wegen eines aggressiven Raubvogels gesperrte Park „Casinogarten“ in der Innenstadt von Viersen darf wieder betreten werden. Der Greifvogel, der Ende vergangener Woche Passanten angeflogen hatte, sei am Wochenende nicht mehr gesehen worden, teilte die Stadt am Montag mit. Ein vom Kreis Viersen beauftragter Falkner, der das Tier anlocken und einfangen sollte, blieb erfolglos. Wann und ob das Tier den Park noch einmal anfliege, sei nicht vorherzusehen. Die Suche wurde abgebrochen.

Mehrere Passanten hatten sich am vergangenen Donnerstag wegen des aggressiven Vogels bei der Stadt gemeldet. Mindestens eine Attacke ist belegt: Der bisher unbekannte Vogel hatte Donnerstag einen Spaziergänger angeflogen, der seinen Hund ausführte. Das Tier verkrallte sich in der Jacke des Mannes, zerfetzte diese. Und als der Hund, ein stattlicher Kangal (Hütehund-Rasse), aufmerksam wurde, suchte der Vogel das Weite. Den Angaben zufolge wurde der Spaziergänger nicht verletzt.

Greifvogel: Stadt Viersen bittet weiterhin um Hinweise

Bei dem Vogel handelte es sich laut Kreisverwaltung wahrscheinlich um einen Rotschwanzbussard aus einer Zucht. Er sei vermutlich auf Menschen zugeflogen, weil er von ihnen Futter erwarte, hatte der Kreis vergangene Woche erklärt. Die Art ist am Niederrhein nicht beheimatet, in der Falknerei aber sehr beliebt. Vermutet wird, dass es sich vielleicht um ein ausgebüxtes Jungtier handelt.

Mit der Sperrung der Grünanlage übers Wochenende ging die Stadt auf Nummer sicher, wie Sprecher Frank Schliffke auf Nachfrage der Redaktion erklärte. Durch den Casino-Garten führen beliebte Abkürzungen zur nahen Fußgängerzone, es gibt einen Spielplatz. Eine Neuauflage der Szenen vom Donnerstag will man nicht riskieren.

Da nicht vorherzusehen ist, wann und ob das Tier den Casinogarten noch einmal anfliegt, bricht der Kreis Viersen vorerst die Suche ab. Wer den Greifvogel – vermutlich ein junger Rotschwanzbussard – sieht, kann dies per E-Mail an artenschutz@kreis-viersen.de melden. (dum/dpa)

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