Kriminalität

Polizei verzeichnet 2017 weniger Straftaten im Kreis Wesel

Schwere Zeiten für Einbrecher – aufmerksame Nachbarn und bessere Ermittlungsstrukturen erschweren ihnen derzeit im Kreis Wesel das Leben

Schwere Zeiten für Einbrecher – aufmerksame Nachbarn und bessere Ermittlungsstrukturen erschweren ihnen derzeit im Kreis Wesel das Leben

Kreis Wesel.   Der Kreis liegt im Landestrend: Im vergangenen Jahr ist die Zahl aller Straftaten zurückgegangen. Vor allem Wohnungseinbrüche sind rückläufig.

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Zufriedene Gesichter am Dienstag im Kreishaus: Landrat und Polizeispitze präsentierten die Kriminalitätsstatistik 2017 – und die kann sich sehen lassen: Der Kreis Wesel liegt ganz im Landestrend, es haben weniger Menschen gegen das Gesetz verstoßen als im Vorjahr, 28 916 Straftaten wurden 2017 noch gezählt.

Für viele die vielleicht wichtigste Nachricht: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr spürbar zurückgegangen, 904 Fälle zählte die Polizei kreisweit, ein gutes Drittel weniger als 2017. Und: In diesen Zahlen sind auch die gescheiterten Versuche enthalten, rund 40 Prozent der Einbrecher haben es gar nicht bis ins Haus geschafft. Landrat Ansgar Müller führt das auf die erhöhte Aufmerksamkeit von Nachbarn zurück, aber auch darauf, dass die Leute sich mehr für technischen Einbruchsschutz – der sei oft nicht teuer – interessieren. Die Polizei hat sich intensiv auch um Bandenstrukturen gekümmert, behörden- und direktionsübergreifend zusammengearbeitet. Auch die Justiz habe härter durchgegriffen und häufiger Untersuchungshaft angeordnet.

Einbrüche bleiben im Fokus

Trotz des positiven Trends: Die Kreispolizei wird auch weiter einen Blick auf das Thema Wohnungseinbruch werfen, kündigt der Leitende Polizeidirektor Rüdiger Kunst an, der auch das Engagement und die Strategie seiner Polizisten lobt. „Wir versuchen nicht nur schnell vor Ort zu sein, wir sind schnell vor Ort“, sagt er stolz.

Kurze Einsatzzeiten – Polizei ist schnell vor Ort

Im Landesranking der kürzesten Einsatzzeiten NRW stehe die Kreis Weseler Polizei mit im Schnitt 12,59 Minuten auf Platz vier. Eine intelligente Verteilung der Streifenwagen sei ein Grund dafür, dass beim Einsatzstichwort „Täter am Ort“ die Polizei in fünf Minuten da sei – trotz erheblicher Personalengpässe und der mehr als 1000 Quadratkilometer Fläche im Kreis.

Ein Blick auf die Gewaltkriminalität zeigt kreisweit 852 Fälle – 87 weniger als im Vorjahr und im langjährigen Vergleich ein deutlicher Trend nach unten: 2009 beispielsweise wurden 1342 Gewalttaten registriert, der Anteil der Gewalt an der Gesamtkriminalität liegt bei knapp drei Prozent. Vier Morde und vier Totschlagsdelikte erlebte der Kreis im vergangenen Jahr.

Aufklärungsquote liegt bei 50,6 Prozent

Gut die Hälfte aller Taten klärt die Polizei auf, das sei eine gute Quote, sind sich Landrat und Polizeiführung einig. Bei Delikten wie Fahrraddiebstahl, Diebstahl aus Kfz, Graffiti oder ähnlichen sei der Täter schwer habhaft zu werden, erklärt Kriminaldirektor Roland Wolff. Gewalttäter hingegen haben nur geringe Chancen, ungestraft davon zu kommen.

Auffällig in der Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres ist die gestiegene Anzahl der Drogendelikte. Das, so Wolff, liege nicht etwa daran, dass mehr gedealt und konsumiert werde – die Polizei habe einfach genauer hingeschaut und wolle das auch weiter tun.

Und die Täter? Die Zahl der straffälligen Jugendlichen ist rückläufig, 2310 waren es im vergangenen Jahr. Von 10 556 ermittelten Verdächtigen hatte rund ein Viertel keinen deutschen Pass, 588 der 2691 ausländischen Verdächtigen waren Asylbewerber. Von organisierten Banden aus den Maghreb-Staaten sei der Kreis Wesel verschont geblieben, so Landrat Ansgar Müller.

Die Kommunen Wesel, Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck im Überblick

  • 5048 Straftaten wurden 2017 in Wesel registriert (Aufklärungsquote 51,1 Prozent). 158 Gewalttaten gab es, 37 Raubfälle, 37 Sexualdelikte, 2266 Diebstähle, darunter zwölf Pkw und 405 Fahrräder. 114 Einbrüche wurden gemeldet (inklusive Versuche) und 236 Rauschgiftdelikte sowie 491 Betrugsfälle.

  • Hamminkeln zählte 1013 Straftaten (51 Prozent geklärt) – davon 22 Gewaltdelikte, keinen Raub, sieben Sexualdelikte, 421 Diebstähle (vier Autos und 89 Räder), 42 Einbrüche oder Versuche, 80 Rauschgiftdelikte und 106 Betrugsfälle.

  • 703 Straftaten gab es in Hünxe (54,2 Prozent geklärt). 16 Gewalttaten wurden gezählt, kein Raub, sieben Sexualdelikte, 241 Diebstähle (zwei Autos, 20 Räder). 31 Einbrüche oder Versuche, 68 Rauschgiftdelikte und 106 Betrugsfälle.

  • Schermbeck zählte 586 Fälle (Aufklärung 49 Prozent), darunter 21 Gewaltdelikte, fünf Raubfälle, fünf Sexualdelikte, 266 Diebstähle (sieben Autos, 40 Fahrräder). 40 gelungene oder versuchte Einbrüche, 23 Rauschgiftdelikte und 44 Betrugsfälle.

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