Vorlesewettbewerb

Wer ist wohl der beste Vorleser im Land?

Vier Leseratten aus Goch: Klaas, Maarten, Annkatrin und Sina.

Vier Leseratten aus Goch: Klaas, Maarten, Annkatrin und Sina.

Foto: WAZ FotoPool

Am Niederrhein.   Zum 55.mal sucht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Deutschlands besten Nachwuchs-Vorleser. In Goch gehen nun 14 Mädchen und Jungen (Bereich Kreis Kleve Nord) an den Start. Nur einer kann gewinnen

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Enid Blyton! Ganz klar. Damit hat vor 50 Jahren in vielen Kinderzimmern auf der ganzen Welt das Lesefieber eingesetzt. Anne, Georg (die eigentlich Georgina heißt), Richard, Julius und der Hund Tim. Die etwas älteren Leser unter uns wissen: „Fünf Freunde“. Wahnsinnig spannende Geschichten und Abenteuer in alten Gemäuern, dunklen Höhlen, von in unterirdischen Gängen verborgenen Schätzen und allerlei finsteren Gestalten...

Maarten, Klaas, Sina und Annkatrin zucken die Schultern, was vermutlich so viel bedeuten solll wie: „Macht nix.“ Oder im besseren Fall: „Ist schon okay.“ Die vier jungen Leseratten aus Goch haben da heute natürlich ganz andere Lieblingsbücher — aber eines hat sich gehalten und ist heute noch so wahr wie früher: Abenteuer machen einfach Spaß – und lesen auch!

Finale in Kleve Nord

Das sind schon ‘mal zwei prima Voraussetzungen, um einen nun auch schon über 50 Jahre alten Bestseller in Zeiten von Smartphon und Tablet mit wohlwollendem und vielleicht auch in Anerkennung seines tapferen Durchhaltens mit mehr als nur einem mitleidigen „Ach, das gibt’s immer noch“ zu würdigen: den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels.

Nur wer liest, kann verstehen: Unter diesem Motto treten jedes Jahr rund 600.000 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen beim Vorlesewettbewerb an, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt wird. Natürlich sind auch die niederrheinischen Sechsklässler munter mit dabei. Im Kreis Wesel und im Südkreis Kleve sind die Stadt- und Kreisentscheide so gut wie durch – im Nordkreis Kleve wird es am kommenden Mittwoch ernst: 14 lesebegeisterte Mädchen und Jungen aus Kleve, Emmerich, Goch, Kalkar und Rees haben sich für den Regionalentscheid qualifiziert. Beginn: 15 Uhr im Gocher Gymnasium.

Traditionell wechseln sich die örtlichen Buchhandlungen in der Organisation und Ausführung des Wettbewerbs ab, in diesem Jahr ist die Buchhandlung Völcker-Janßen aus Goch verantwortlich, allen voran Nicola Roth. „Wer gerne liest, kann meistens auch gut vorlesen“, versucht sie denn auch den Kids so ein bisschen etwas vom Lampenfieber zu nehmen.

Wer liest, gewinnt immer

Vorgelesen wird in zwei Runden. Zunächst darf jeder Schulsieger einen selbst gewählten Text vortragen, dann wird den Kandidaten ein unbekannter Text vorgelegt. Und die Jury (drei Lehrer, ein Museumsleiter, eine Journalistin) wacht aufmerksam über jedes Wort.

Wichtig ist, dass die Mädchen und Jungen flüssig vorlesen, nicht nuscheln, sinnvoll betonen und nicht im Affentempo durch den Text jagen oder gar den Text auswendig lernen und mit schauspielerischem Talent zelebrieren...

„Wer liest, gewinnt immer“, sagt Nicola Roth und freut sich, wenn es am Mittwoch endlich losgeht.

Und damit es eine richtig schöne, bunte Veranstaltung wird, dürfen die 14 Kandidaten auch Schlachtenbummler mitbringen, Omas, Opas, Freunde...

Wir haben Klaas, Maarten, Annkatrin und Sina noch gefragt, ob sie denn einen Lese-Tipp für uns hätten. Klar haben sie:

Maarten van Bonn (11 Jahre): Liz Pichon – Ich bin so was von genial (aber keiner merkt’s)

Klaas Hendricks (11 Jahre): die Drei ??? – Bücher, alle

Sina Heisterkamp (11 Jahre): Tosca Menten – Dummie die Mumie

Annkatrin Dormanns (12 Jahre): alle Bücher aus der Reihe „Das Magische Baumhaus“

Und Maarten hat uns dann doch auch noch verraten, warum er eigentlich liest, bzw. was denn das Tollste an einem Buch ist. Der junge Mann hat nicht lange überlegt: „Es gibt nichts Spannenderes, als eine Seite umzuschlagen und nicht zu wissen, wie es weitergeht oder ob es so weitergeht, wie ich hoffe. Das ist so aufregend und spannend, das ist wirklich das Tollste.“

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