Security

Wie Essener Sicherheitsfirmen ihre Mitarbeiter auswählen

Wer für das Unternehmen Issa Security arbeiten möchte, muss mehrere Überprüfungsprozesse durchlaufen.

Wer für das Unternehmen Issa Security arbeiten möchte, muss mehrere Überprüfungsprozesse durchlaufen.

Foto: Symbolfoto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool

Essen.  Damit Sicherheitskräfte selbst keine Gefahr darstellen: Nach diesen Kriterien wählen zwei Essener Sicherheitsfirmen ihre Mitarbeiter aus.

Sicherheitskräfte sollen für Sicherheit sorgen – in Fußballstadien, aber auch bei anderen Großveranstaltungen. Nur was ist, wenn diese Sicherheitskräfte selbst eine Gefahr darstellen? So wie eben jene zwei Brüder, die als Security in den Stadien der Bundesligisten Werder Bremen und SC Paderborn arbeiteten und nebenbei Kontakt zu gewaltbereiten Islamisten pflegten. Nachdem der WDR den Fall öffentlich gemacht hat, stellt sich nicht nur Fußballfans die Frage, wie Sicherheitsfirmen eigentlich ihre Mitarbeiter auswählen.

Der bundesweit tätige Kötter Services mit Sitz in Essen ist zwar nicht für Stadionsicherheit zuständig, dafür aber vor allem für Unternehmenssicherheit. Wer für das Unternehmen arbeiten möchte, müsse nach eigener Aussage „umfangreiche Auswahl- und Überprüfungsprozesse“ durchlaufen. Dazu gehörten insbesondere „die Vorlage eines einwandfreien polizeilichen Führungszeugnisses sowie die behördliche Überprüfung.“

Sicherheitskräfte müssen sich strengen Kontrollen unterziehen

Mit welchem Aufwand solche Überprüfungen verbunden sind, führt Mohammed Issa genauer aus. Er leitet in Essen eine Security-Firma mit 80 festangestellten Mitarbeitern, von denen nur wenige für die Spiele des Fünftligisten ETB Schwarz Weiß Essen zuständig sind. Der weitaus größere Anteil sorgt für Sicherheit auf Großveranstaltungen, darunter auch viele für die Stadt Essen. Doch egal für welchen Bereich die Mitarbeiter später zuständig sind, zunächst muss sich jeder einer strengen Kontrolle unterziehen.

„Ein Bewerber muss uns ein polizeiliches Führungszeugnis und seine Sachkundeprüfung schicken“, erklärt Issa. Nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch überprüfe jedoch erst das Ordnungsamt, ob der Bewerber einer bestimmten Gruppierung angehört oder in der Vergangenheit andere Straftaten begangen hat. „Das kommt schon mal vor, dass wir dann jemanden nicht einstellen können.“ so Issa. „Aber bisher war es noch nie wegen extremistischer Sachen.“ Die verpflichtende Überprüfung koste ihn zwar jedes Mal 60 bis 70 Euro – „aber ich finde das Vorgehen gut.“

Unternehmen verlassen sich auf das Ordnungsamt

Doch selbst wenn ein Bewerber den Job erhalten habe, komme es vor jeder einzelnen Veranstaltung erneut zu einer Kontrolle. „Zwei bis drei Wochen vor einer Veranstaltung schicken wir immer dem Ordnungsamt die Namen der Mitarbeiter, die dann jeden noch einmal überprüfen.“ Hat jemand in der Zwischenzeit eine Straftat begangen, dürfe er dementsprechend nicht für das Unternehmen arbeiten. „Und zwischendurch fährt das Ordnungsamt noch zu den Veranstaltungen raus, um die Namensliste der Mitarbeiter abzuchecken.“

Nach so gründlichen Kontrollen sucht Issa nicht noch zusätzlich seine Mitarbeiter auf den Sozialen Medien. „Das würde einfach zu viel Zeit kosten“, sagt er selbst. Wenn er allerdings etwas Verdächtiges mitbekomme, würde er das natürlich der Polizei melden. „Aber man verlässt sich schon auf das Ordnungsamt.“

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