Standort-Umfrage

IHK will wissen: Wie sehen Unternehmen den Niederrhein?

Der Airport Niederrhein hat auch laut Umfrage eine besondere Rolle für die Standortqualität der Region.

Der Airport Niederrhein hat auch laut Umfrage eine besondere Rolle für die Standortqualität der Region.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Am Niederrhein.  Alle fünf Jahre befragt die Niederrheinische IHK Unternehmen zu den Standorteigenschaften in Städten und Gemeinden. Jetzt ist es wieder so weit.

Etwa alle fünf Jahre führt die Niederrheinische IHK eine groß angelegte Befragung der Unternehmen durch, um positive und negative Standorteigenschaften in Städten und Gemeinden am Niederrhein aufzudecken. Noch bis Ende August können angeschriebene Unternehmen ihre Kommune bewerten, unter anderem in den Bereichen Bürokratie, Infrastruktur, Steuern, Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Fachkräftesituation.

Der Zeitpunkt der Umfrage ist nicht zufällig gewählt: in den kommenden Wochen wählt die Wirtschaft am Niederrhein ihre Vertreter für die IHK-Vollversammlung, dem Parlament der niederrheinischen Wirtschaft.

„Mit der Umfrage können wir die wichtigsten Handlungsfelder für die neue Legislaturperiode noch besser identifizieren“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Bei der letzten Unternehmensumfrage im September/Oktober 2013 kam der Standort Niederrhein im Großen und Ganzen gut weg.

52 Fragen in fünf Themenfeldern hatten die Unternehmer einzuschätzen – 628 Betriebe aus der Stadt Duisburg und den Kreisen Kleve und Wesel machten mit.

Zu hohe Steuern war ein Punkt in der Negativ-Liste

Man darf gespannt sein, wie und/oder ob sich die „Tops und Flops“ der Standortbedingungen verändert haben. Schon in 2013 jedenfalls erkannten man beim Thema Fachkräftemangel „einen erheblichen Handlungsbedarf. Und auch das Sorgenkind „Infrastruktur“ gab es schon. Zwar waren die meisten Unternehmen mit der Anbindungssituation (Straße, Schiene, Wasser, Luft) zufrieden – aber der Zustand wurde nicht bewertet.

„Eine hochwertige Infrastruktur ist grundlegender Standortfaktor für dynamisch wachsende Dienstleistungsbereichen wie zum Beispiel den Tourismus oder die Gesundheitswirtschaft am Niederrhein“, so Prof. Dr. Harald Schoenen (Hochschukle Niederrhein).

Fachkräftemangel wurde schon vor fünf Jahren bemängelt

Der Volkswirtschaftler und Finanzwissenschaftler hatte die Studie/Befragung im Auftrag der IHK durchgeführt. Ohne den Erhalt und Ausbau eine Infrastruktur, die marktliche und auch demografische Entwicklungen antizipiere, also vorausahne, gerate u.a. der regionale Wachstumsmotor ins Stocken. Da denkt man doch gleich an die Staus auf den nun teilzusanierenden Autobahnen und Brückenbauwerken.

Was allen Unternehmen bitter aufstieß waren die hohen Standortkosten – die ja zum wesentlichen Teil von den Kommunen beeinflusst werden können. Hohe und weiter steigenden Steuersätze tragen durchaus dazu bei, Investoren fern zu halten. Weiterer Punkt unter den „Top Flops“: die hohen Energiekosten.

Zu den „Top Ten“ der für gut befundenen Standortfaktoren mit der höchsten Qualität gehörten u.a. der Airport Weeze, die Nähe zu den Niederlanden, das Naherholungs- und Freizeitangebot, die Hochschulen.

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