Sternstunden

Acht Minuten bis zur Sonne

Wenn der Himmel klar ist, kann man ihn entdecken: Oriennebel

Foto: michael kunze

Wenn der Himmel klar ist, kann man ihn entdecken: Oriennebel

Über’m Niederrhein.   ... so lange braucht das Licht bis zur Erde. Michael Kunze erklärt uns wieder den Sternenhimmel. Und er zeigt uns den Nebel des Orion

Mit diesem Beitrag der Sternstunde haben wir eine Sonnenumrundung hinter uns. Wir befinden uns wieder etwa dort auf der Erdbahn, wo ich vor zwölf Monaten die erste Sternstunde hier veröffentlicht habe. In dieser Zeit haben wir etwa 942 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Johannes Kepler hat es auch schon gewusst: Die Erde umkreist die Sonne auf nicht ganz exakt kreisförmigen Bahnen

Seit dem 17. Jahrhundert ist schon durch Johannes Kepler bekannt, dass die Erde und andere Planeten die Sonne nicht auf exakten Kreisbahnen umrunden. Der Abstand ist nicht immer gleich, und die Bahn beschreibt eine Ellipse – ein Oval, und deswegen schwanken die Abstände.

In den Wintermonaten befindet sich die Sonne sogar näher an der Sonne als in den Sommermonaten. Jetzt, zwischen dem 2. Januar 2018 und 4. Januar 2018, trennen uns von der Sonne 147,1 Millionen Kilometer.

Ist ein Himmelskörper in Sonnennähe, dann nennt man in der Astronomie diese Stellung Perigäum. Im Sommer ist die Sonnenentfernung der Erde mit 152,1 Millionen Kilometer zu beziffern. Also fünf Millionen Kilometer weniger als in Sonnennähe.

Dies tritt zwischen dem 3. Juli und 6. Juli 2018 ein. Diese Stellung gilt in der Astronomie als Apogäum. Man spricht auch davon, dass sich die Sonne im Perihel, als im sonnennahesten Punkt und im Aphel, im sonnenfernsten Punkt befindet. Hier ist auch interessant zu erwähnen, dass der mittlere Erdabstand mit 149,6 Millionen Kilometer angegeben werden kann.

Wir sonnen uns in acht Minuten altem Sonnenlicht

Das Licht mit einer Geschwindigkeit von 299.792,458 Kilometer pro Sekunde benötigt somit 499 Sekunden von der Sonne um zur Erde zu gelangen. Das sind 8 Minuten und 19 Sekunden. Wir sonnen uns also in 8 Minuten alten Sonnenlicht bzw. wenn wir die Sonne mit adäquaten Mitteln beobachten, dann ist das was wir sehen bereits vor acht Minuten passiert. Und hier nochmal der Hinweis, die Sonne nur mit guten Filtern beobachten und NIEMALS mit optischen Geräten ohne Filter!

Grund für die Jahreszeiten ist die gekippte Erdachse

Doch warum ist es im Winter kalt, obwohl wir uns näher an der wärmenden Sonne befinden als im Sommer? Die Jahreszeiten haben einen ganz anderen Ursprung als die Sonnennähe bzw. Sonnenferne. Grund für die Jahreszeiten ist die gekippte Erdachse. Die Erdachse ist gegenüber der Erdbahnebene, der Ekliptik um 23°27‘ geneigt.

Durch die Neigung der Erdachse, die fest im Raum steht und nicht mitrotiert, fällt auf einer der Erdhalbkugeln der Erde die Sonnenstrahlung sehr flach auf die Erdoberfläche und muss einen weiten Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Auf der anderen Erdhalbkugel ist die Sonne hoch am Himmel, die Sonnenstrahlung muss nur einen kurzen Weg durch die Atmosphäre zurücklegen.

Somit wird je nach Sonnenhöhe über dem Horizont die Sonnenstrahlung abgeschwächt. Aber auch die Dauer spielt eine Rolle. Im Winter steht die Sonne meist nur tief am Horizont und das nur wenige Stunden. Jeder kennt es, man fährt im Dunkeln zur Arbeit und kommt im Dunkeln zurück. Im Sommer sitzen wir noch spät abends im Garten und genießen laue Sommernächte.

Wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist, hat die Südhalbkugel Winter – und umgekehrt

Somit sollte klar werden, dass es zwei unterschiedliche, gegenversetzte Jahreszeiten auf der Erde existieren. Nord- und Südhalbkugel haben unterschiedliche Jahreszeiten. Hat die Nordhälfte Sommer, so ist etwa in Australien, Neuseeland, Afrika, Thailand Winter.

Alle Jahreszeiten sind genau versetzt. In einigen Teilen der Nord- und Südhalbkugel fällt es nicht so auf, denn in Äquatornähe gibt es kaum die kalten Winter und heißen Sommer. Da muss man schon die geografischen Breiten berücksichtigen. Und so kommt es auch, dass es gute sechs Monate ab dem 66°50‘ Breitengrad Nord und Süd, je nach dem, nicht dunkel, bzw. nicht hell wird. Diese Kreise nennt man exakt auch den Polarkreis der genau bei 66° 33’ 55’ liegt.

Es sind noch die Daten des 21. März, 21. Juni, 23. September und des 21. Dezember interessant. Denn am 21. März und am 23. September ist Tag- und Nachtgleiche. Am 21. Juni gibt es den längsten Tag des Jahres, am 21. Dezember ist es die längste Nacht.

Eigentlich ist das Schwert des Orion kein Stern

Seit dem 21. Dezember werden die Nächte also wieder um einige Minuten pro Tag kürzer. Wenn jetzt endlich der Regen mal aufhört, kann man auch mal wieder in die Sterne schauen.

Wenn der Himmel klar ist, sieht man wunderschön das Sternbild Orion am südöstlichen Horizont.

Und das Schwert des Orion ist eigentlich kein Stern, sondern der Orionnebel mit der Katalognummer nach Charles Messier M 42.

>>> Sternegucker am Niederrhein, Michael Kunze. Foto: Privat Unser Autor Michael Kunze hält auch regelmäßig VorträgeVorträge. Etwa am 6. März in Moers in der Volkshochschule. Thema: „Die helle Nacht – Lichtverschmutzung“. Er wird dann wieder einmal Bilder vom faszinierenden Sternenhimmel zeigen und über „die Bürde, die wir uns mit dem Licht auferlegen“, sprechen.

Am 13. März ist er dann mit einem ganz anderen Thema zu hören und zu sehen: „Naturspektakel trifft auf Naturspektakel. Buckelwale beim Schnorcheln und ein tiefdunkler Sternenhimmel in der Südsee.“

Weitere Infos im Netz unter www.michaelkunze.de www.michaelkunze.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik