Garten-Atelier Peters

Bunt, natürlich: Besuch im Gartenatelier Peters in Goch

Nicole Peters und Waldemar Kowalewski in ihren Garten in Goch-Asperden. 

Nicole Peters und Waldemar Kowalewski in ihren Garten in Goch-Asperden. 

Foto: Ingo Plaschke

Am Niederrhein.  Nicole Peters und Waldemar Kowalewski haben ihr Gartenglück in Goch-Asperden gefunden. dafür wurden 27 Bäume, nicht aber die Wildkirsche.

Also, das Begrüßungskomitee übernimmt eine illustre Beetgemeinschaft aus Wolfsmilch, Roten Spornblumen und Lavendel – sowie Gaura lindheimerii: Prachtkerzen. Durch die Blumen gesagt ist der Garten von Nicole Peters und Waldemar Kowalewski wirklich eine Pracht. Und er darf besucht werden, immer dann, wenn die private Pforte geöffnet ist.

„Wir teilen unser Leidenschaft gerne mit anderen Menschen. Gartenbesucher sind in der Regel sehr angenehme Menschen, mit denen sich inspirierende Gespräche ergeben“, erzählt das Paar.

In Asperden bei Goch, wo die Welt noch überschaubar ist

Hören Sie bitte nicht auf das Navi, wenn es spinnt. „Das Ziel liegt rechts.“ Bloß, da liegt nur ein Acker, in Braun und schmalen Furchen. Aber gut, in Asperden bei Goch ist die Welt noch überschaubar. Das nächste Doppelhaus ist nicht weit – und siehe da: Eine Skulptur aus Beton im linken Vorgartenbeet weist schwungvoll den Weg in den „Hausgarten“ von Frau Peters und Herrn Kowalewski.

Eine charmante Untertreibung, diese Bezeichnung, für ihr 1.200 Quadratmeter großes Grün, das auch Gelb, Rot, Violett oder sonst wie farbig erscheint, je nach Jahreszeit und Launen der Natur.

Die Künstlerin und ein „Playboy“

Der Duft von Rosa Frühlingsgold im Kiesgarten oder der Anblick der Rose „Playboy“ hinter dem Atelier der Bildhauerin und Malerin sorgen für allgemeines Wohlbefinden. Ebenso gelbe Teerosen und rot-pinke Kletterrosen, die sich rund um die schmiedeeiserne Laube ranken, wenn auch nicht namentlich, „beide haben wir aus anderen Gärten mitgebracht“.

Aber Halt, ein paar Schritte zurück, auf den Bürgersteig an der Maasstraße, auf der gerne schneller gefahren wird, als erlaubt. Hier können die Besucher kostenlos parken, aber bitte nicht neben der anderen, rechten Haushälfte, der Boden gehört dem Vermieter der Nachbarn. „Vom Autolärm hören wir hinten bei uns nichts“, merkt Waldemar Kowalewski an, ein Stabsfeldwebel außer Dienst.

27 Bäume wurden gefällt - aber nicht die Wildkirsche

Neben der Hauswand reihen sich allerlei große Gefäße zu einem Topfgarten auf – darin geleiten Hortensien, Rosen und Dhalien den Besucher auf eine Brunnenplastik zu. Ihr Platz in den Gefäßen ist bewusst gewählt, „weil der Boden sandig ist und Hortensien Wasser lieben“, erklärt Nicole Peters. Lange Zeit war die Hydrangea als altmodisch verpönt, heutzutage gehört sie wieder in jeden Sommergarten.

Aber was heißt schon: Sommergarten? Was hier am Ortsrand seit 2009 gebuddelt und gepflanzt wurde, ist schwer begrifflich in einen Topf zu bringen. Von Hause aus standen eine Hainbuche, eine Linde und ein Weißdorn hier – 27 andere Bäume wurden nach dem Kauf und Einzug der neuen Besitzer gefällt. Zum Glück nicht die Wildkirsche, deren Früchte zwar nur Vögel genießen, die aber ein heimlicher wie stiller Hingucker ist.

„Von März bis Oktober leben wir im Garten“

Hinzu kamen Azaleen und Rhododendron, Bux, Nelken und diverse Stauden… kurz: Eine bunte Mischung, die es anfangs für kleines Geld aus Kleinanzeigen gab. „Wenn Leute etwas abgegeben haben oder Gärten aufgelöst wurden, sind wir hingefahren und haben uns die Pflanzen geholt.“

Mit Hilfe von Ralf Dammasch, „unserem Freund mit Fachwissen“, Anregungen aus den Büchern von Beth Chatto und Peter Jahnke, sowie mit eigenwilliger Experimentierfreude fand das Paar sein gärtnerisches Glück. „Von März bis Oktober leben wir im Garten.“

Hier wird kein Gift verspritzt, natürlich!

Er ist Essensplatz und Entspannungsraum – und bietet viele kleine Welten für sich: etwa auf einer Bank zwischen Gewächshaus und Insektenhotel, ganz hinten durch im Kiesgarten, der nicht grau und langweilig, sondern durch Eisenkraut, Gräser und Königskerzen fast schon verwunschen wirkt.

Dahinter steckt unbeschreiblich viel Arbeit, eigentlich täglich – doch als ob das alles noch nicht genug sei, wächst hinter der Hainbuchenhecke allmählich ein selbst angelegter Gemüsegarten heran. Bohnen, Chili, Paprika, Salat, Tomaten und Zucchini, gerne auch Baumspinat, Kürbis und Topinambur. „Mehr als genug. Was für uns zu viel ist, werden wir verschenken.“

Natürlich ist alles natürlich, betonen die beiden, gegen Schädlinge wird kein Gift verspritzt, die Schnecken verspeist der Tigerschnegel, die Läuse die Marienkäferlarve oder die Vögel. Die Empfehlung des Hauses klingt ebenfalls eher homöopathisch: die windgeschützte Ruhe am Esstischchen im Senkgarten.

INFO: Offene Gartenpforte im Atelier Peters

Das „gARTen Atelier Peters“ ist zu den Terminen der Offenen Gartenpforte im Kleverland geöffnet, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Das nächste Mal am Sonntag, 28. Juni. Weitere Besuchszeiten in den Sommerferien: 5. Und 19. Juli sowie 9. August. Eintritt: drei Euro pro Person ab 18 Jahren. Darüber hinaus können Termine für Kleingruppen vereinbart werden. Kontakt zu Nicole Peters und Waldemar Kowalewski unter Ruf: 02823/9 76 03 06. Adresse: Maasstraße 12, 47574 Goch-Asperden. Internet: garten-atelier-peters.de. Bei Interesse führt die Bildhauerin und Malerin auch in durch ihre Galerie und ihr Atelier. Bekannt ist sie für ihre Großskulpturen, die von Kindern bespielt werden können. Ein Beispiel ist Gordo, der Drache neben der Kriemhildmühle am Nordwall in Xanten. Mehr über die künstlerische Arbeit: nicole-peters.de.

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