Haldern Pop 2018

Donnerwetter gab’s beim Haldern Pop 2018 nur auf der Bühne

Aquilo heizt dem Haldern-Pop-Publikum im Spiegelzelt ordentlich ein.

Foto: Thorsten Lindekamp

Aquilo heizt dem Haldern-Pop-Publikum im Spiegelzelt ordentlich ein. Foto: Thorsten Lindekamp

Haldern.   Zum Start des Haldern Pop hat es ab und zu heftigen Regen gegeben. Das befürchtete Unwetter blieb aus. So konnten die Fans den Auftakt genießen.

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Es blieb alles ruhig. Das ist so ungefähr der unpassendste Satz für ein Musikfestival. Aber er muss ausgesprochen werden. Denn als nach dem beseelten Pianospiel von Chad Lawson die Menschen aus der St. Georgs-Kirche kommen, donnert es so heftig, dass sie unwillkürlich die Köpfe einziehen. Und kurz darauf der ausrückenden Feuerwehr ausweichen müssen.. Die jedoch muss woanders retten, löschen, bergen: Haldern Pop kann trotz Unwetterwarnung und dunklen Wolken weitergehen. Und dankenswerterweise ist es ja stets so unvorhersehbar wie das Wetter.

„Sie hören jetzt die Meditation ,Ich bin’“, lauteten die ersten Töne, mit denen Claus van Bebber gewissermaßen als Alterspräsident und Artist in Residence aus Kalkar das Festival eröffnete und mit fünf Plattenspielern eine rhythmische Textur zwischen Fabrikhalle und Feuerwehreinsatz erzeugte. Ein Mann aus Analogien zeigt den Digitaliern, wo Techno den Klang herholt.

Eine Souldiva bringt die Gluthitze zurück

Richtig heiß wird es gegen 16.30 Uhr im Jugendheim, der Keimzelle jenes Festivals, das einst aus einer Messdienerrunde hervorging: Hannah Williams liest die große Messe des Soul. Mit fünfköpfiger Begleitband und zwei Mitsängerinnen verwandelt sie den abgerockten Saal in eine Soulsauna. Voluminös, mit Herzblut, Satzgesang und Saxofonsolo — sie hätte gewiss auch zu jeder Tages- und Nachtzeit Spiegelzelt oder Hauptbühne gerockt.

Aquilo bringt das Spiegelzelt zum Kochen

Das tun dann wenig später die Jungs der britischen Band Aquilo. Um das Spiegelzelt zum Kochen zu bringen, müssen sie gar nicht viel tun – Sonne und Regen haben das bunt beleuchtete Zelt den Tag über schon ordentlich aufgeheizt. Trotz der Hitze schafft es die Band um Sänger Tom Higham und Ben Fletcher innerhalb weniger Minuten, die Zuhörer zum Tanzen zu kriegen.

Auf der linken Seite tanzen die Paare, weiter rechts feiert ein kleiner Junge auf den Schultern seiner Mutter – auch das ist Haldern Pop. Und immer wieder gelingt es Higham mit seiner eindringliche Stimme, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und für Gänsehaut zu sorgen. Als die Briten nach 45 Minuten von der Bühne gehen, ernten sie viel Applaus.

Aquilo hat gerade das Zelt verlassen, da betritt schon wenige Meter weiter das Zwiegespann von The Inspector Cluzo die Hauptbühne. Die Franzosen machen sofort klar, dass es mit ihnen keinen Schnick-Schnack gibt und rocken in Led-Zeppelin-Manier los. Für das Publikum geht das offensichtlich zu schnell. Also lässt Frontmann Laurent Lacrouts die Menge schnell wissen: „Also, wie ihr so singt, das klingt schon ziemlich Scheiße.“ Und schon legt die Masse los und feuert die Rocker mit lautem Jubel an. Denn so ein Donnerwetter hört man gern.

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