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Mit dem Duisburger Oberbürgermeister durch Rheinhausen

Im Dialog: Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) im Kreis der Spaziergänger im Businesspark im linksrheinischen Asterlagen.

Foto: Tanja Pickartz

Im Dialog: Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) im Kreis der Spaziergänger im Businesspark im linksrheinischen Asterlagen. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   In Duisburg spaziert Oberbürgermeister Sören Link durch die Stadtbezirke.Klingt nett, kann mitunter aber kritisch werden – wie in Asterlagen.

Bequeme Laufschuhe, sportliche Kleidung. Bestens gerüstet warteten etwa 60 Teilnehmer auf Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD), der schnellen Schrittes herbei eilte – und jeden einzelnen Bürger persönlich begrüßte.

Sie hatten bereits ihre Namensschilder an ihre Jacken geklebt. Schnell deckt sich der eine oder andere noch mit einer kleinen Wasserflasche ein – und dann geht es auch schon los auf einen Spaziergang, der letztlich drei Stunden dauern soll.

Die Stadt Duisburg war zum vierten Mal mit ihren Bürgern „On Tour – an Rhein und Ruhr“ unterwegs. Unter dem Thema Wirtschaft erkundeten Jüngere und Ältere samt dem kleinen Hund Cuky in Rheinhausen das Gewerbegebiet Asterlagen und Logport.

Mit dabei Bezirksbürgermeister Winfried Boeckhorst (CDU) und der Walsumer Bezirksbürgermeister Georg Salomon (SPD), der zum ersten Mal in dem linksrheinischen Bezirk weilte. Und gerade Bürger aus allen Stadtteilen sollen sich zu den jeweiligen Spaziergängen eingeladen fühlen.

Entstanden ist das Angebot durch den Bürgerdialog im Leitbildprozess „Ihre Ideen, unsere Stadt“. 1200 Ideen und Meinungen brachten die Duisburger ein. Zentraler Wunsch, der im vergangenen Jahr in allen Ideenwerkstätten zum Ausdruck kam, war die Stärkung des „Wir-Gefühls“.

Birgit Nellen, Leiterin der bei der Stadtverwaltung Duisburg im Februar 2016 eingerichteten Stabsstelle strategisches Marketing, erklärt ihre Hauptaufgabe: „Wir sollen zur Imageverbesserung Duisburgs beitragen und zunächst die Bürgerschaft einbeziehen. Wir wollen wissen, wie sie ihre Stadt erleben.“ Deshalb gebe es die Ideenwerkstätten in allen sieben Stadtbezirken und eine achte an der Uni.

Rund 100 Besucher kommen in die Ideenwerkstätten, die zunächst ein Leitbild für Duisburg erstellten, das aufzeigt, wie die Menschen ihre Stadt sehen und gerade diese sollten sie sich erst einmal anschauen. „Die Stadt hat positive Facetten, die mal gezeigt werden sollen“, sagt Birgit Nellen.

Ein Selbstbewusstsein wie in Köln

Deshalb spazierten die Bürger in Walsum durch die Rheinauen und staunten über die Natur, in Ruhrort stand das Kreativquartier im Mittelpunkt und in Huckingen wurde hochwertiges Wohnen und Leben gezeigt. Gebag-Chef Bernd Wortmeyer stellte gar die Pläne von Angerbogen II vor.

„Ich wünsche mir, dass die Duisburger das Selbstbewusstsein wie die Kölner haben“, erhofft sich Birgit Nellen für die Zukunft, damit sich die Duisburger auch als Botschafter ihrer Stadt fühlen, wenn sie auf Reisen gehen. Dass Duisburg mittlerweile als Drehscheibe der Wirtschaft geschätzt wird und sich als europäische Logistikmetropole etabliert, war für die Bürger während des Spaziergangs zunächst durch das Gewerbegebiet Asterlagen deutlich zu sehen.

Heike Maas vom Dezernat Oberbürgermeister stellte die verschiedenen ansässigen Firmen vor, auch die Sportklinik, wo zum Beispiel MSV-Spieler und Spielerinnen behandelt werden.

An seine Studentenzeit fühlte sich Oberbürgermeister Sören Link erinnert, als die Gruppe den Blick auf das DHL-Briefzentrum richtete. Hier habe er als Student in den Semesterferien gearbeitet, eine Zeit, als die Post der erste Betrieb in dem Gewerbegebiet war. „Besonders lecker waren damals die Thunfisch-Brötchen“, schmunzelte Link und verrät, dass er stets einen Ferienjob hatte, sogar mal Zeitungen ausgetragen habe.

Der erste Teil des Spazierganges führte auch an dem knapp 60 000 Quadratmeter großen Gelände vorbei, wo ein chinesisches Handelszentrum mit einer Nutzfläche von 120 000 Quadratmetern geplant ist. Erste Pläne stellten vom Projektentwickler StarHai aus Duisburg der Vertriebs- und Marketingleiter Rolf Sasse und Gesellschafter Gang Li vor. Noch nicht sicher ist, ob dort auch ein 16-stöckiges Hochhaus gebaut werden kann, da das momentan für das Gelände geltende Baurecht nur fünf Stockwerke erlaubt. Rolf Sasse warb allerdings für das gesamte Projekt mit den Worten: „Duisburg wird einmal die Chinastadt in Deutschland sein.“

Kritische Töne hörte Oberbürgermeister Sören Link zum befürchteten stärkeren Verkehrsaufkommen, da in dem Handelszentrum zwischen 1000 und 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, das verursache schon per se mehr Verkehr und auch mehr Staus.

Kultur im Lehrerhaus Friemersheim

Mit einem Busshuttle ging es schließlich zum Logport-Gelände, das DIT-Geschäftsführer Bernd Putens vorstellte. Hier starten und beenden die Züge ihre Fahrt auf der neuen Seidenstraße nach beziehungsweise aus China. Zum Zeitpunkt des Spaziergangs waren auf dem Gelände 5500 Container gestapelt.

Gemütlich führte Revierförster Axel Freude die Gruppe zu Fuß über den Rheindeich nach Friemersheim mit wundervollen Aussichten auf Tiger and Turtle (eine einer Achterbahn nachempfundene Landmarke in Duisburg-Angerhausen, längst bundesweit bekannt), auf HKM und auf den städtischen Bauernhof Werthschenhof.

Und zum Abschluss gab es noch ein bisschen Kultur. Bei einer Erfrischung vor dem Lehrerhaus Friemersheim informierte Günter Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender vom Freundeskreis Lebendige Grafschaft, über das Gebäude.

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