Freizeit

Von Westerstede über Singapur zum Festival nach Duisburg

   

   

Foto: Heiko Buschmann

Paul und Sophie fuhren mit ihrem Landrover fast einmal um die Welt. Jetzt haben sie jede Menge Spaß im Duisburger Landschaftspark Nord.

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Last exit: Singapur! Nach gut 35.000 Kilometern sind sie da. Neun Monate sind Paul und Sophie unterwegs, von Westerstede bei Oldenburg nach Südostasien. „Eine unglaubliches Erlebnis“, strahlt Paul. Er und seine Freundin sehen wirklich nicht wie Freaks oder Hippies aus, die dem spießigen Deutschland den Rücken zu kehren, um an einem womöglich netteren Ort der Welt das neue Glück zu finden. Nein, die beiden wirken eher ganz normal, dann studieren sie auch noch so ein komisches Fach: Techno-Mathematik.

Jetzt sind sie erst mal in Duisburg, zum ersten Mal bei der Traumzeit und im Landschaftspark Nord. „Sehr coole Location“, findet Paul. Das ist noch am Nachmittag, auf dem Camping-Gelände unweit des Hochofens. Wenn da abends die Lichter angehen, sieht der rostige Stahl ganz anders aus, aber das wissen die Nordlichter bisher nur von Fotos von der Festival-Website. „Der erste Eindruck ist sehr nett, vor allem ist es ruhiger als bei anderen Festivals“, bemerkt Sophie.

Geld zusammen geschmissen

Ja, laut grölende Horden junger Leute, randvoll mit Alkohol und frei von allen Benimmzwängen, laufen hier üblicherweise nicht herum. Alles geht gut gesittet ab, etliche Familien haben ihre kleinen Kinder mitgebracht (siehe Story unten!) und sind froh, dass sie nicht bei Rock am Ring oder in Wacken sind. Dabei könnten Paul und Sophie mit ihrem Gefährt, mit dem sie den Landschaftspark Nord am Freitagnachmittag geentert haben, auch gut auf größeren Veranstaltungen auf dicke Hose machen. Es ist nämlich ein Landrover Defender, Baujahr 1996, schön in Orange. „Für die Reise nach Singapur haben wir unser Geld zusammen geschmissen und den Bus gekauft“, berichtet Sophie.

Kulturschock erlitten

Vor gut einem Jahr war das, als die Welttour startete. Über Osteuropa, die Türkei, Georgien, Armenien und den Iran ging es nach Zentralasien, dann weiter am Himalaya entlang nach China und schließlich über Malaysia nach Singapur. Warum gerade dahin? Singapur ist das von Deutschland weitestmöglich entfernte Ziel, das man auf dem Landweg erreichen kann“, verrät Paul. Und wo war es am schönsten? „Schwer zu sagen, alle Gegenden hatten ihren besonderen Reiz“, überlegt er, ehe Sophie zugibt: „Tadschikistan hat mich am meisten beeindruckt. Diese weite Landschaft, nur Berge und sehr wenige Menschen.“ Als sie im März in die Heimat zurückkommen, könnte der Kulturschock nicht größer sein. „Wir hatten ja vorher so viel Zeit und waren unheimlich entschleunigt. Wenn du dann wieder in Deutschland bist und überall diese Hektik erlebst, ist das am Anfang schon sehr befremdlich“, betont Paul. Der Alltag hat sie längst wieder, doch die nächste große Reise mit ihrem perfekten Langstrecken-Fahrzeug kommt bestimmt. „Wenn wir wieder Geld haben, wollen wir nach Afrika oder die Ostsee umrunden“, kündigt Paul an.

Sie kennen den Park noch nicht

Vorher aber machen sie sich ein schönes Wochenende im Ruhrpott. Beim Traumzeit-Festival sind sie besonders auf Kettcar und Frank Turner gespannt. Gerade fährt der Rest der Familie vor, Geschwister und Eltern sind gerade angekommen. Auch sie kennen den Landschaftspark mit seiner spektakulären Beleuchtung noch nicht. Eine Reise nach Singapur ist toll, nach Duisburg aber auch...

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