Markus Grimm

Was machen Sie denn immer für Geschichten, Herr Grimm?

Immer mit Augenzwinkern, immer mit Poesie. Markus Grimm.

Foto: Frank Lothar Lange

Immer mit Augenzwinkern, immer mit Poesie. Markus Grimm. Foto: Frank Lothar Lange

Moers.   Markus Grimm liebt Märchen, schreibt Kinderbücher, macht Musik, sein Herz schlägt für die Poesie. Und jetzt auch für uns. Immer dienstags.

Also, der Mann ist Sänger, Songwriter, Musiker, Kinderbuchschreiber, Autor, Moderator und Märchenschreiber. Letzteres liegt in der Familie: die Märchensammel-Brüder Grimm sind seine Vorfahren, Urururonkel oder so etwas. Markus Grimm ist Jahrgang 1979 und wohnt in Moers. Von nun schreibt er Kolumnen. Für uns. Zu lesen immer dienstags.

Hallo Herr Grimm. Sie wollen uns nun also immer dienstags Märchen erzählen.

Märchen, die das Leben schrieb. Und andere Sachen. Ist irgendwie nun auch eine neue Reise für mich, das Kolumnenschreiben. Ich freu’ mich drauf.

Unser neuer Kolumnist: Immer dienstags, auf der Seite „Wir am Niederrhein“

Nun texten Sie ja nicht nur sondern schreiben auch Songs, komponieren, machen Musik.

Ich versuche immer, die Geschichten aus dem Alltag mit Musik zu verbinden – oder umgekehrt. In meinen Liedern erzähle ich ja Geschichten, egal, ob ich gerade an einem Kinderbuch arbeite oder an einer neuen CD.

Was sind das für Geschichten?

Och, ganz unterschiedlich. Oft hat es ganz viel mit eigenen Erlebnissen zu tun, natürlich. Also etwa in dem Stück 21,5 Stunden Freiheit: Da bin ich mit ‘nem Freund unterwegs, Wandern, Tracking Klamotten, Rucksack und wir dachten: Super. Die Welt gehört uns, das ist wahre Freiheit. Doch wir haben nur 21,5 Stunden durchgehalten. Ist immer auch mit einem ironischen Augenzwinkern verbunden, klar.

Wenn man ein Nachfahre von den Brüdern Grimm ist, dann kommt man ums Märchenerzählen nicht rum, oder?

Geschichten erzählen ist ja Märchen erzählen. Vielleicht liegt mir das wirklich im Blut. Es fällt mir leicht und ich mag es total gern. Ich bin seit fünf Jahren ja mit Michael unterwegs, der heißt auch Grimm und wir sind über 30 Ecken miteinander verwandt. Vor fünf Jahren haben wir unsere erste Märchen-CD gemacht, jetzt wird es bald ein neues Lieder-Album. Das ist schon toll für mich: Ich darf wieder die Songtexte dafür schreiben.

Und von nun an Niederrhein-Kolumnen.

Hab’ ich richtig Bock drauf. Ich bin ja am Niederrhein verwurzelt, bin in Moers aufgewachsen und lebe hier.

Und an die Zeiten, als Sie Popstars gewonnen haben...

...denke ich manchmal noch dran. Aber viel mehr bedeutet mir, dass, wenn ich vorgestellt werde, dann da steht: Markus Grimm, Künstler, Autor, Songtexter – und nicht mehr Popstars-Gewinner. Einer der größten Erfolge, sich freigeschwommen zu haben.

Markus Grimm mag es überschaulich, geordnet, kreativ – kurz: Er mag den Niederrhein. Und Moers, natürlich.

Markus Grimm kann sogar Gedichte.

Kann er. Und ein paar davon gibt’s ganz sicher auch hier zu lesen. Ich kann schon ziemlich kreativ sein. Kann aber auch schon mal chaotisch werden mit mir. Ich bin ein absoluter Bauchmensch – was (Erzähl-) Gefühl angeht – und was essen angeht. Also man findet mich im Moerser Stadtbild schon mal gern in Bars und Cafés.

Nicht mal darüber nachgedacht, in die weite Welt hinauszuziehen?

Nein. Nicht wirklich. Ich habe mal als Jugendlicher ‘ne Weile in Wien gelebt. Das war ‘ne extrem wilde Zeit, in der ich aber zu mir selbst gefunden habe. Ich würde mich und auch meine Kreativität in einer Großstadt verlieren. Da ist so eine Weite, die man als Stadtdorfkind nicht gewohnt ist – und die ich auch nicht brauche. Moers und der Niederrhein sind wunderbar und für mich vollkommen in Ordnung. Ich mag es, wenn es ein bisschen geordnet und überschaubar ist. Ich bin auch davon überzeugt, dass Kreativität nicht aus einem großen Chaos entstehen muss, sondern dass Kreativität auch Struktur braucht. In einer Großstadt gibt es viel zu viel Ablenkung.

Der Niederrhein als Hort der Kreativität?

Ja, irgendwie schon. Man kann auch hier so viel aufsaugen, beobachten, wahr-nehmen. Wenn man mit offenen Augen durch den Tag rennt, gibt es jede Menge zu entdecken.

Nun sind Sie ja auch viel in den sozialen Medien unterwegs.

Klar. Das hebt viele Ideen und Konzepte auf eine neue Ebene. Wenn man social media im vernünftigen Spiegel betrachtet, können sie die Welten bereichern.

Sie haben in den letzten fünf Minuten mindestens fünf Mal aufs Handydisplay geguckt.

(grinst) Und Ihres Klingelt gerade.

Stimmt. Muss ich sogar ebkes ran...

Jaja. Ich ordere noch einen Kaffee... auch?

Hänsel und Gretel würden sich heute im Wald nicht mehr verlaufen - die hätten GPS dabei

Also, wenn Hänsel und Gretel heute unterwegs wären, hätten die GPS dabei. Und würden sich nicht mehr verlaufen.

Stimmt. Aber gefangen würden sie dennoch.

Warum?

Weil die auch Yelp auf Ihrem Smartphone hätten. Und die App preist das Hexenhaus als super Fastfood Location an.

In diesem Sinne, auf eine märchenhafte Zeit miteinander.

Werden wir bestimmt haben.

>>>

Markus Grimms Buch „Märchen, die das Leben schrieb“ entsteht gerade und wird im Smart & Nett Verlag erscheinen. Ein interaktives Buch inkl. CD mit Geschichten und Songs über Leben, Musik und Märchen. Mit seinem Gitarristen Felix steht er gerade von morgens bis abends im Studio. Und weil der Mann ja fleißig ist, wird in diesem Jahr auch noch ein Liederalbum zu „Grimm trifft Grimm“ erscheinen – bei universal music.

Viel unterwegs ist Markus Grimm in den sozialen Medien: www.markusgrimm.com
und, das versteht sich von selbst:
fb.com/markusgrimm

>>Grimms Kolumne

Die Erste!

M

„Mahlzeit, da sind wir jetzt also. Ganz unter uns. Nur Du und ich, lieber Leser. Also dann, nimm Dir ‘nen Keks, setz Dich hin und stoß mit mir eine Runde an. Falls wir uns gerade morgens lesen, gern mit Kaffee, sonst nehme ich ‘nen Prosecco.

Nur keinen Hugo bitte, der Hype ist durch. Wow, eine eigene Kolumne. Wer hätte das gedacht. Ich nicht! Als ich damals im Kinderzimmer mit meinen Benjamin Blümchen Hörspielen saß und mir dachte: „Diese Karla Kolumna ist aber eine coole Socke. So will ich auch mal werden!“

Karla Kolumna? Nö, Markus Grimm!

Nein, Spaß beiseite, Karla Kolumna war immer irgendwie nervig und drüber, aber sie war auf zack und hatte immer ‘was zu erzählen. Puh, eine wöchentliche Kolumne, da muss ich dann wohl auch die Karla geben, um immer wieder was zu erzählen zu haben.

Aber hier am Niederrhein passiert ja genug und neben Geschichten aus unserem Alltag möchte ich mich an „Märchen, die das Leben schrieb“ heranwagen, ab und an zu meinen Wurzeln zurückkehren und Gedichte schreiben und gelegentlich auch online mit Dir in den Dialog treten. Schreiben war schon immer mein Zuhause, mein Ventil und ist heute die Grundlage für alle Projekte, die ich ins Leben heben darf.

Alles beginnt mit einem leeren Blatt Papier und einem Bleistift, darauf darf ich ganze Welten erschaffen. Jetzt eben auch hier mit einer Kolumne. Beginnen und enden wir also mit einer kleinen Bestandsaufnahme:

„Am Niederrhein, so sagt man sich,
da findest und verlierst Du Dich,
kannst über weite Auen waten,
versteckt sein unter Nebelschwaden
und manchmal, mit ein wenig Glück,
da gönnt er Dir ein kleines Stück,
von seiner Ruhe und dem Lärm.
Ach Niederrhein, ich hab dich gern.“
(Markus Grimm)


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