Verkehrsrisiko

Wohnwagen überladen? Polizei Mettmann wiegt jetzt nach

Zum Ferienstart sind wieder viele Wohnmobile auf den Straßen unterwegs.

Zum Ferienstart sind wieder viele Wohnmobile auf den Straßen unterwegs.

Foto: Robert Schlesinger / Dpa

Kreis Mettmann.  Immer wieder gibt es Unfälle mit falsch oder zu voll geladenen Wohnwagen. Die Polizeibehörden in NRW werden mit mobilen Waagen ausgestattet.

Vorsichtig fahren die Caravans und Gespanne vor der Wache Ratingen auf die beiden Wiegeplatten. Die neue mobile Waage der Polizei im Kreis Mettmann kontrolliert Gesamtgewicht, Achslasten und auch einzelne Radlasten. Über- oder falschbeladene Fahrzeuge sind gefährlich. „Unfälle deswegen sind gar nicht selten“, mahnt Polizeioberkommissar Michael Gieschen vom Verkehrsdienst der Polizei Mettmann an diesem Freitag (12. Juli 2019) im Gespräch mit der Redaktion.

Gieschen war während seiner Zeit bei der Autopolizei zu einer ganzen Reihe solcher Unfälle ausgerückt. Falsch oder zu stark beladene Campinganhänger waren ins Schaukeln geraten, stellten sich quer und verunfallten. Die Unfälle, an die sich Gieschen erinnert, waren zum Glück ohne Personenschaden, aber der Anhänger war in der Regel komplett hinüber. Mehrere zehntausend Euro Schaden sind da fix beisammen.

Kreis Mettmann liegt günstig

Bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen hat man das auf dem Schirm und verstärkt den Kontrolldruck. Autobahnpolizeien haben schon lange solche mobilen Wiegesysteme, nach und nach werden aber andere Polizeibehörden ausgestattet. Die Polizei in Mettmann hat jetzt die nrw-weit siebzehnte dieser Waagen erhalten. Hinter der Anschaffung steht der Gedanke, die Fahrzeuge möglichst schon vor der Autobahn zu kontrollieren. Gerade der Kreis Mettmann liegt da günstig – inmitten der Großstädte Düsseldorf, Wuppertal, Essen und Leverkusen und mit Anschluss an die Autobahnen A3, A44, A46, A52, A59, A524 und A535.

Wieviel zugeladen werden darf, hängt vom Fahrzeug ab und ist den jeweiligen Papieren zu entnehmen. Wichtig zu wissen: Schon bei fünf Prozent Überschreitung gilt der Wagen als überladen. Das Bußgeld von bis zu 235 Euro kann eine Urlaubskasse schon belasten, der eventuelle Punkt in Flensburg ist nicht schön, auf alle Fälle aber muss umgepackt, gegebenenfalls auch zurückgelassen werden. „Das kann eine Urlaubsreise ganz schön verhageln“, sagt Ulrich Laaser, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei Mettmann.

Gute Ratschläge statt Knöllchen

Beim freiwilligen Wiegen vor der Polizeiwache in Ratingen gibt es ausdrücklich keine Knöllchen – dafür aber Ratschläge (z.B.: achsnah beladen). Auch ein Dekra-Sachverständiger hilft. Insgesamt 29 Fahrzeugführer nutzen an diesem Ferienstart-Freitag das Angebot. Ihrer Urlaubsfahrt steht nichts im Wege.

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