Wunschbaum-Aktion

NRZ-Leser sorgen für strahlende Kinderaugen

Hariz und Valentina haben uns dabei geholfen, die Wunschzettel an unserem Tannenbaum im NRZ-Leserladen in Moers zu befestigen. Auch hier wurden alle Wünsche der Kinder von unseren Lesern erfüllt.

Foto: Arnulf Stoffel

Hariz und Valentina haben uns dabei geholfen, die Wunschzettel an unserem Tannenbaum im NRZ-Leserladen in Moers zu befestigen. Auch hier wurden alle Wünsche der Kinder von unseren Lesern erfüllt. Foto: Arnulf Stoffel

An Rhein und Ruhr.   Ein kleiner Junge hat seinen Vater verloren. NRZ-Leser machen ihm und weiteren Kindern zu Weihnachten mit kleinen Geschenken eine große Freude.

Dennis’ größter Weihnachtswunsch – seinen Vater wieder in die Arme schließen zu können – wird nie mehr in Erfüllung gehen können. Dennoch wird es für den achtjährigen Jungen, der seinen Vater vor zwei Jahren bei einem Autounfall verlor, an diesem Fest zumindest kleine Lichtblicke geben: Dank der NRZ-Wunschbaum-Aktion, dank der Hilfe einer Zeitungsleserin wird Dennis, der seither mit seiner Mutter unter schwierigsten finanziellen Verhältnissen leben muss, etwas Schönes unterm Weihnachtsbaum finden. Was genau, wird nicht verraten – nur so viel: Das Lego-Minecraft-Universum hat’s dem Kleinen angetan...

Immer wieder fördern die NRZ-Weihnachtsaktionen an Rhein und Ruhr ganz besondere Geschichten zutage. Das Schicksal des kleinen Dennis jedenfalls hat in Oberhausen viele Menschen berührt. Das haben die Gespräche gezeigt, die die Redaktion mit Lesern rund um den Wunschbaum führen durften.

Die Bochumerin Sabrina K. zum Beispiel hat die Geschichte, die sie bei ihrem Vater in der Oberhausener NRZ gelesen hatte, nicht losgelassen: „Sie hat mich an eine gute Bekannte erinnert, die vor Jahren auch ihren Mann bei einem Unfall verloren hatte. Bei der Beerdigung hatte sie ihr neun Monate altes Baby auf dem Arm“, erzählt die 36-Jährige, die gerne anonym bleiben möchte.

Kontakt zur Caritas aufgenommen

„Und dabei war unsere Bekannte verhältnismäßig noch besser dran als Dennis’ Familie, denn sie hatte einen guten Beruf und insofern wenigstens keine drückenden finanziellen Sorgen.“ Sabrina K. nahm kurzerhand Kontakt zur Oberhausener Caritas auf, die als Kooperationspartner der Wunschbaum-Aktion dafür sorgt, dass davon auch nur wirklich bedürftige Familien profitieren.

„Ich habe gesagt, dass ich dem Jungen gerne die warme Winterjacke kaufen würde, die er dringend braucht.“ Die dicke Jacke nämlich hätte Dennis’ Mutter viel lieber auf dem Wunschzettel gesehen als ein Lego-Spielzeug, wie die Witwe im NRZ-Gespräch erzählt hatte. Aber einmal im Jahr sollten sich auch Kinder aus benachteiligten Familien mal etwas wünschen dürfen, was einfach nur Spaß macht... Die Jacke bekommt der achtjährige Junge aus Oberhausen jetzt trotzdem: „Die Dame von der Caritas hat mir die Größe verraten und dafür gesorgt, dass der Junge sie schnell bekommt.“

„Man macht gleich mehrere Menschen glücklich“

Die traditionelle Wunschbaum-Aktion der NRZ, an der sich Vater und Geschwister von Sabrina K. schon seit Jahren beteiligen, findet sie toll. „Das ist eine schöne Idee und man macht gleich mehrere Menschen glücklich. Die Eltern freuen sich ja auch, wenn ihr Kind sich freut.“

In eine Situation, in der man von jetzt auf gleich in Finanzschwierigkeiten steckt, wie Dennis’ Mutter durch den frühen Tod des Familienernährers, könne schließlich jeder geraten: „Man kann so schnell durchs Raster fallen. Ich hab das Glück, studiert und eine gute Ausbildung zu haben. Das ist nicht selbstverständlich. Dafür bin ich meinen Eltern dankbar und deshalb glücklicherweise in der Lage, anderen helfen zu können, denen es nicht so gut geht. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man auch auf der anderen Seite stehen könnte.“

200 Wünsche wurden in Wesel erfüllt

In allen Städten, in denen die NRZ erscheint, gab es wieder die Wunschbaum- und Spenden-Aktionen im Advent. Mit Unterstützung unserer Leserinnen und Leser konnten wir vielen Kindern und Jugendlichen eine Freude machen. Hier eine Übersicht der guten Taten:

Wesel: Sorgfältig sind die Geschenke ausgesucht. 200 Wünsche haben in diesem Jahr so schnell Geschenkpaten gefunden, wie nie zuvor. Ein älterer Herr möchte die gewünschte Butterbrotdose kaufen, kann aber mit dem Namen des Kindes nichts anfangen. Junge oder Mädchen? Das ist die Grundlage für die Entscheidung zwischen Dino und Einhorn. Mancher bringt zusätzlich noch gebrauchte Kinderkleidung, eine Frau spendierte einen fast nagelneuen Tornister im Bewusstsein, dass die Sachen dahin gehen, wo sie gebraucht werden.

Dinslaken: 482 bedürftige Kinder werden Heiligabend in Dinslaken strahlen: So viele Geschenke spendeten die Dinslakener Bürger im Rahmen der städtischen Wunschbaum-Aktion, die die NRZ seit Jahren begleitet. Ein Rekord, wie die Organisatorin der Aktion, Helga Hendricks, sagt – „traurig und schön zugleich.“ Außerdem kamen 12 105 Euro Spenden zusammen – ebenfalls so viel wie noch nie. Von dem Geld kann der Soziale Dienst der Stadt den Kindern bedürftiger Familien Kleinigkeiten ohne bürokratischen Aufwand finanzieren.

In Rekordzeit waren die Wunschzettel vergriffen

Emmerich: Binnen weniger Tage waren alle Wunsch-Karten in Emmerich vergriffen. Und fast noch schneller flatterten diese, beschriftet mit vielen Wünschen von Kindern, deren Eltern es finanziell nicht so dicke haben, wieder zurück in die Redaktion. Dank der Spender, die auf das Emmericher Klartext für Kinder-Konto einzahlen, konnte die Redaktion wieder zahlreiche Geschenke kaufen. Diese bescheren 24 kleinen Emmerichern am 24. Dezember hoffentlich leuchtende Augen.

Duisburg: Die NRZ hat Geld für das spendenfinanzierte Projekt des Kinderschutzbundes „Respekt für Dich und mich“ gesammelt. Das ist ein Programm gegen Gewalt in der Schule. Außerdem wurden Stifte, Blöcke, Federmäppchen und dergleichen für die Schulmaterialkammer von „Immersatt“ gesammelt, einem Verein, der täglich rund 800 Schulkinder mit einem Frühstück versorgt und 80 Kindern am Mittagstisch eine warme Mahlzeit bietet.

Oberhausen: In guter Tradition hatte die Oberhausener Redaktion einen dekorierten Wunschbaum in der Redaktion aufgestellt, an dem 100 Zettel mit Wünschen von Kindern aus finanzschwachen Familien baumelten. Nur zwei Tage später – absolute Rekordzeit – waren alle Zettel vergeben. Die Oberhausener Caritas, der Kooperationspartner der Wunschbaumaktion, hat die Päckchen abgeholt, sodass sie pünktlich in den Familien sind.

Besuch vom Weihnachtsmann in Düsseldorf

Düsseldorf: Die NRZ Düsseldorf hatte zusammen mit dem Rhein Boten die Wunschbaum-Aktion gestartet. 55 Kindern wurden am Dienstagnachmittag bei einer Feier vom Weihnachtsmann die Geschenke überreicht, die die Leser gekauft hatten. Dort wurden Weihnachtslieder gesungen, es gab Getränke und Plätzchen. Organisiert wurde die Feier von der Bürgerhilfe Gerresheim, mit der die NRZ die Wunschbaumaktion seit vielen Jahren gemeinsam durchführt.

Moers: Lego, Eisprinzessinen, Fußbälle und dergleichen mehr sind auch in Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn an Kinder verschenkt worden, für die es nicht selbstverständlich ist, dass unterm Weihnachtsbaum Geschenke liegen. Der Verein „Klartext für Kinder – Aktiv gegen Kinderarmut“ hat die Aktion organisiert. An 13 Standorten in den drei Städten waren die Karten verteilt. Insgesamt konnten 1500 Kinder bedacht werden.

Rheinberg: Gelbe Hände – bei diesem Stichwort machen sich die Leser der NRZ in Rheinberg sofort auf den Weg in die Redaktion. Dort suchen sie sich einen Wunschzettel aus und stehen ein paar Tage später mit einem Geschenk vor der Tür. Über 30 Kinderwünsche haben die Leser erfüllt. Und wie in den Vorjahren musste die Redaktion beim Kinderschutzbund in Sonsbeck einige „Hände“ nachordern. Rechtzeitig in dieser Woche haben alle Geschenke ihre Empfänger erreicht.

Täglich trudelten Geschenke im Leserladen ein

Essen: Hier haben die Spender wieder viele liebevolle Pakete gepackt. Zum mittlerweile elften Mal unterstützt die NRZ die Arbeit der Notaufnahmen des Essener Kinderschutzbundes mit der Spendenaktion. Das „Spatzennest“ gibt all jenen Kindern eine Zuflucht, die daheim missbraucht, misshandelt oder vernachlässigt wurden.

Mülheim: Auch in Mülheim war die Wunschbaumaktion, wie bereits in den Vorjahren, ein Erfolg. Sämtliche Wünsche, die Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien aufgeschrieben hatten, pflückten unsere Leser vom Baum und machen so bedürftigen Menschen eine Freude. Täglich trudelten Geschenke im NRZ-Leserladen ein, manche waren gar so groß, dass Monika Schick-Jöres von der Caritas, an deren „Freude schenken“-Aktion sich die Wunschbaumaktion angliedert, Mühe hatte, sie in ihren Kofferraum zu hieven.

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