Prozess

15-Jährige auf Spielplatz sexuell bedrängt: Bewährungsstrafe

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Im Internet hatten der Bottroper und die Essenerin ein Treffen verabredet. Für sexuelle Übergriffe stand der 18-Jährige jetzt vor Gericht.

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Übers Internet hatten sie sich kennengelernt und gleich am selben Tag ein Treffen in Essen vereinbart. Doch die Erwartungen der 15-jährigen Essenerin und des 18 Jahre alten Bottropers klafften weit auseinander. Am Dienstag verurteilte die V. Essener Jugendschutzkammer ihn wegen sexueller Übergriffe zu neun Monaten Jugendstrafe mit Bewährung.

Die Tat liegt längere Zeit zurück. Über Instagram und WhatsApp hatten sie verabredet, sich am 22. September 2018 in einem Park im Essener Stadtteil Kettwig zu treffen. In der Umgebung lebte die 15-Jährige damals im betreuten Wohnen.

Sie wollte nur chillen

Eindeutig hatte sie ihre Wünsche formuliert. Alkohol solle der Ältere besorgen, und dann wolle sie gemeinsam mit ihm ein wenig chillen, rumhängen. Ein wenig naiv fragte sie ihn direkt: "Du willst mich doch nicht vergewaltigen?" Und stellte klar: "Sex gibt es nicht, nur chillen."

Er kam dann aber schnell zur Sache, fasste in ihren BH, massierte ihren Oberschenkel. Sie wehrte ihn jeweils ab. Er machte dann zwar nicht weiter, begann dann aber die nächste sexuell motivierte Handlung. Gewalt setzte er nicht ein.

Abends im Heim der Freundin anvertraut

Irgendwann war sie sein Drängen leid und befriedigte ihn, damit er sie endlich in Ruhe ließ. Abends im Wohnheim vertraute sie sich aber einer Freundin an und am nächsten Tag einer Betreuerin. So kam es zur Anzeige.

Der 18-Jährige hatte die Tat bislang bestritten. Es sei zwar zu einem Treffen im Essener Süden gekommen, dort sei aber sexuell nichts passiert. Erst am Dienstag legte er im Gerichtssaal ein Geständnis ab und ersparte dem Mädchen so die Aussage.

Seine DNA in ihrem BH festgestellt

Sein Verteidiger Rudolf Bockholt dürfte ihm zuvor wohl verdeutlicht haben, dass Leugnen zwecklos sei. Denn in der BH-Innenseite hatten Wissenschaftler die DNA des Angeklagten festgestellt, seine Aussage stimmte also nicht.

Richter Volker Uhlenbrock hatte ihm zuvor auch verdeutlicht, dass ein Geständnis strafmildernd berücksichtigt wird. Der Angeklagte betonte, als er nach Essen gefahren sei, habe der Wunsch nach einer Partnerschaft im Vordergrund gestanden, nicht der nach Sex.

Da wollte das Gericht im Urteil nicht widersprechen. Der Angeklagte habe aber spätestens nach dem Alkoholgenuss auf dem Spielplatz gezeigt, dass er mehr wollte. Das Nein der 15-Jährigen müsse ihm aber schnell klar gewesen sein. Uhlenbrock: "Aber das hat er nicht akzeptiert." Er habe ausgenutzt, dass die Zeugin sehr "schüchtern, ängstlich und verunsichert" gewesen sei.

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