Prozess

24-Jähriger soll Frau im Uni-Viertel sexuell bedrängt haben

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Sie saß mit einem Freund auf einer Bank, da soll der ihr unbekannte Angeklagte sie sexuell bedrängt haben. Jetzt steht er in Essen vor Gericht.

Vergewaltigung und Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft dem 24-Jährigen aus Bergeborbeck vor. Er soll in der Nacht zum 31. März im Essener Uni-Viertel eine ihm unbekannte Frau, die mit einem Freund auf einer Parkbank saß, sexuell bedrängt und geschlagen haben. Vor der VII. Strafkammer des Landgerichtes Essen weist er am Donnerstag die Vorwürfe zurück.

Er sei tatsächlich dort spazieren gewesen. Die Frau sei aufgestanden und auf ihn zugekommen. Da habe er sie geküsst. "Das war wohl falsch", sagt der Angeklagte. Fest steht, dass er nachts um drei Uhr rund zwei Promille Alkohol im Blut hatte, vielleicht auch illegale Drogen.

Nachts an einem Teich in der Grünen Mitte

Die Anklage beruht auf den Angaben der Frau und ihres Freundes. Beide wurden am Donnerstag noch nicht gehört. Danach saßen die beiden nachts an einem der Teiche im Grüne Mitte genannten Uni-Viertel mit seiner teuren Bebauung.

Der Angeklagte sei auf sie zugegangen, die Frau aufgestanden. "Hi, wie geht's?", soll der 24-Jährige gesagt und unvermittelt ihre Brüste geknetet haben. Schnell griff er laut Anklage auch unter ihren Rock und zwischen die Beine, was juristisch eine Vergewaltigung ist. Obwohl mittlerweile der Mann von der Bank aufgesprungen war und ihn vertreiben wollte, so heißt es weiter, soll er die sich wehrende Frau noch geküsst haben.

Den Angeklagten auf Wunsch der Polizei verfolgt

Gemeinsam hätten sie ihn dann vertrieben. Sie rief die Polizei an. Auf deren Wunsch verfolgten sie ihn und informierten die Beamten über seinen Standort. Aber er flüchtete nicht, sondern blieb an einer Laterne stehen.

Empört sprach die Frau ihn an, erhob dabei die Hand. So etwas könne er doch nicht machen, soll sie gesagt haben. Und: Dafür habe er eigentlich eine Ohrfeige verdient. Er soll nur gelächelt und ihr unvermittelt mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. Dann kam die Polizei.

Gericht lässt ihn in Untersuchungshaft

Mittlerweile sitzt er in U-Haft. Dass er nicht weggelaufen sei, sieht er als Beweis für seine Unschuld. Die Justiz hat das bislang nicht beeindruckt.

Zwei Vorstrafen hat er, Geldstrafen. Gewalttaten sind es, aber keine Sexualdelikte. Allerdings gab es Anfang des Jahres ein Ermittlungsverfahren, weil er der sexuellen Belästigung verdächtig war. Er soll in der Nähe des Uni-Viertels am Rheinischen Platz fremde Frauen angesprochen haben, ob sie mit ihm "f..." wollten. Wegen des neuen Verfahrens führte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aber nicht fort. Im aktuellen Fall ist ein weiterer Tag geplant.

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