Einzelhandel

Barfuß laufen? Was Shoppingmalls bei Besuchern noch dulden

Das Centro in Oberhausen. Shopping-Malls regeln in der Hausordnung, wie sich Kunden verhalten sollen.

Das Centro in Oberhausen. Shopping-Malls regeln in der Hausordnung, wie sich Kunden verhalten sollen.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Essen.  Nicht betteln, niemanden belästigen: In Shopping-Malls regelt die Hausordnung, was unerwünscht ist. Mitunter erregt auch Bekleidung Anstoß.

Als jüngst im Centro in Oberhausen ein Barfuß laufender Besucher des Hauses verwiesen wurde, entschuldigte sich das Centermanagement am Tag darauf dafür. Auch barfuß dürfe das Centro selbstverständlich besucht werden, teilte man dem Mann aus Dinslaken mit. „Bei uns sind alle Besucher willkommen“, versichern Betreiber von Shopping-Malls in der Region. Doch es gibt Grenzen, was sie bei Besuchern tolerieren.

Shopping-Center sind öffentlich zugänglich, aber rechtlich Privatgelände. Der Betreiber hat das „Hausrecht“ und kann Regeln aufstellen. Beim „Palais Vest“ in Recklinghausen zum Beispiel regelt die Hausordnung unter anderem: Rauchen ist im Haus verboten, Betteln untersagt, Hunde müssen an die Leine und Sitzen ist nur auf „den dafür bereitgestellten Bänken“ gestattet.

Das Centro ist kein Hallenbad

Und wie sieht es mit Kleidervorschriften aus? Die sind „Auslegungssache“, sagen Shoppingmall-Betreiber.

Kunden in Badehose oder Bikini könnten in mehreren Centern in NRW jedenfalls Kontakt mit dem Sicherheitspersonal bekommen, heißt es beim Unternehmen Unibail-Rodamco-Westfield, das bundesweit 25 Shopping-Malls betreibt, darunter das Centro in Oberhausen, den Ruhrpark in Bochum und die „Düsseldorf Arcaden“: „In puncto Bikini oder Badehosen würde es in unseren Centern eine freundliche Informierung durch die Haussicherheit geben“, sagt ein Sprecher.

Andere sagen, sie seien da lockerer: „Wir machen unseren Besuchern keine Bekleidungsvorschriften“, erklärt Heike Marzen vom Rhein-Ruhr-Zentrum (RRZ) in Mülheim. Besucher in Badehose oder Bikini würde man vermutlich tolerieren, meint sie. Ob Besucher im RRZ aber tatsächlich schon mal wegen zu leichter Bekleidung Anstoß erregt hätten, daran könne sie sich nicht erinnern. Vielleicht sei der Altersdurchschnitt ein Grund dafür, meint sie: „Unsere Besucher sind durchschnittlich 45 Jahre alt.“

„Lautstarkes Auftreten unterbinden wir“

„Eine konkrete Bekleidung gibt unsere Hausordnung nicht vor“, sagt Alexandra Wagner, Center-Managerin vom Einkaufscenter Limbecker Platz in Essen. Mitarbeiter müssten „im Einzelfall entscheiden“. Barfuß laufende Besucher würden vermutlich angesprochen, um sie vor Verletzungsgefahr zu warnen, etwa auf Rolltreppen, sagt Wagner: „Für diese Hinweise sehen wir uns dann sicherlich zuständig und in der Pflicht.“ Auf Äußerlichkeiten mag man in Essen ansonsten nicht achten: „Jeder darf sich bei uns kleiden, wie er möchte - solange man sich an die guten Sitten hält“, erklärt Wagner.

Dass sich Besucher und Mitarbeiter im Hause wohlfühlen wollen, liegt auch dem Betreiber der „Thier-Galerie“ in Dortmund am Herzen: „Lautstarkes Auftreten“ etwa, das andere störe, „unterbinden wir selbstverständlich“, sagt Center-Manager Markus Haas. Eine Kleiderordnung gebe es in der Dortmunder Shopping-Mall keine: „Solange man überhaupt Kleidung trägt und nicht sittenwidrig gekleidet ist, ist bei uns jeder Besucher herzlich willkommen.“ (dae)

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