Verteidigung

Immer mehr Menschen in NRW haben den kleinen Waffenschein

Wer Reiz- und Schreckschusswaffen bei sich tragen möchte, der braucht den kleinen Waffenschein.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Wer Reiz- und Schreckschusswaffen bei sich tragen möchte, der braucht den kleinen Waffenschein. Foto: Daniel Karmann / dpa

Köln.  Sicherheit oder gefährlicher Trend? Immer mehr Menschen in NRW haben einen kleinen Waffenschein etwa für Schreckschusspistolen oder Pfefferspray.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Zahl der sogenannten kleinen Waffenscheine ist in Nordrhein-Westfalen erneut gestiegen. Im November 2017 zählte das Innenministerium in NRW mehr als 143 000 Genehmigungen zum Tragen von Schreckschusspistolen oder Pfefferspray. Ein Jahr zuvor seien es noch rund 119 000 gewesen, teilte eine Sprecherin des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Der kleine Waffenschein ist für das Tragen von Reiz-, Signal- oder Schreckschusswaffen erforderlich. Für den reinen Erwerb gibt es keine Auflagen.

Zunahme nach der Silvesternacht 2015/2016

Besonders nach den Übergriffen in der Kölner Silversternacht 2015/2016 war die Zahl der Anträge deutlich gestiegen - noch im November 2015 zählte das Nationale Waffenregister gerade mal 70 000 Scheine in NRW. "Dieser Hype ist zwar vorbei", sagt Arnold Plickert, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW. Dennoch verzeichne man weiterhin deutliche Steigerungsraten.

Plickert sieht die steigende Zahl von kleinen Waffenscheinen kritisch. "Das ist eine Scheinsicherheit", sagt der GdP-Landesvorsitzende. "Wir sehen in diesen Waffen eher eine Gefahr als eine Schutzfunktion." Vor allem der Einsatz von Schreckschusspistolen könne eine Situation leicht eskalieren lassen. Besser sei es, Passanten um Hilfe zu bitten oder akustische Signalgeräte mitzunehmen. (dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (27) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik