Kostümgeschäft

Karneval auf den letzten Drücker - darauf muss man achten

Karnevalskostüm: Make-up im Comicstil zum Nachschminken

Wer für Karneval noch keine Kostümidee hat, kann sich von Make-up-Artistin Nicole Welsing inspirieren lassen. Ein Tutorial zum Nachschminken.

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Essen.  Kurz vor dem Höhepunkt der tollen Tagen, herrscht in Kostümgeschäften Hochbetrieb. Welches Kostüm in diesem Jahr offenbar besonders beliebt ist.

Der Renner in diesem Jahr? Klarissa Skorka, Filialleiterin des Kostümgeschäftes Deiters im Limbecker Platz in Essen, muss nicht lange überlegen. „Ahoi Brause.“ Also als Kostüm, das man sich umhängen kann, damit man aussieht wie eine Tüte des Brausepulvers. „Ausverkauft“, bedauert Skorka. Himbeere, Zitrone, Waldmeister oder Orange. „Alles weg.“ Hot Dog gibt es noch. Auch zum Umhängen. Und „Haus des Geldes“, also rote Overalls, wie sie die Einbrecher in der spanischen TV-Serie tragen, sind ebenfalls noch da. „Auch sehr gefragt“, weiß die Filialleitung.

Flügel und Heiligenscheine werden knapp

In kleinen und großen Gruppen kommen die Kunden in den Laden und wühlen sich durch Ständer und Stangen. „Kurzfristig eingeladen“, sind die einen, „etwas zugenommen in den letzten Monaten“ haben andere oder wollen „nach zehn Jahren endlich mal wieder etwas Neues“. Und nicht wenige sind von dem bevorstehenden Rosenmontag so überrascht worden, wie sonst von Heiligabend. „Irgendwie verdrängt“, sagt Marc (32).

Warum auch immer, jetzt brauchen sie ein Kostüm. In einen Donut oder ein Pizzastück können sie sich hier verwandeln, können aussehen wie aus den 20er-Jahren oder der Wirtschaftswunderzeit. Fred Feuerstein trifft Batman, Harry Potter auf Aladin. Fast alle Klassiker hängen an den langen Stangen im Laden. Pirat oder Astronaut, Tiger oder Bär, Teufel oder Engel – alles ist möglich. Wobei Flügel und Heiligenscheine am Freitagmittag langsam knapp werden. Und große Größen offenbar auch. „Ich finde nur noch M“, klagt Marc.

„Nimm nie eine Maske, durch die du nicht trinken kannst“

Ketten, Ringe, Armreifen – falsche Nasen, dicke Lippen, selbstklebende Bärte und Tattoos – lange Nägel, falsches Haar und bunte Kontaktlinsen. Pailletten, Glitzer und das vor allem bei Gastgebern so beliebte Konfetti. Und Kostüme, Kostüme, Kostüme. Sebastian (20) und seine Freundin Charis (18) kämpfen sich durch das Angebot. „Ohne feste Idee“, sind sie gekommen, „aber wir müssen etwas finden.“ Denn am Sonntag wollen sie feiern in der Wohnung ihrer Eltern, die praktischerweise am Zugweg der Oberhausener Narren liegt. Ehrensache, dass man da verkleidet erscheint. „Die Preise hier sind ganz in Ordnung, die Auswahl ist groß“, sagt Sebastian und ist ganz zuversichtlich: „Irgendetwas werden wir schon finden.“

Aber mit „irgendetwas finden“ ist es ja nicht getan, wie Kai aus Erfahrung weiß. Zumindest nicht beim Straßenkarneval. Draußen kalt, in den Kneipen heiß, „da muss das Kostüm flexibel sein“, sagt der 25-Jährige. Überhaupt hängt der Spaß im Karneval manchmal an Kleinigkeiten, wie Nils (30) seiner Freundin Nina ein paar Gänge weiter erklärt. „Nimm nie eine Maske, durch die du nicht trinken kannst“, mahnt er. „Das ist total nervig.“

Das passende Make-up für die Untoten

Für Joachim und Sabine kein Thema. Sie brauchen keine Masken, sie haben zu Hause auch schon ein Kostüm, was noch fehlt ist Make-up. Nicht zum Verschönern, zum Entstellen. „Für die Wunden“, sagt Joachim. Denn das Ehepaar wird für die tollen Tage zu Untoten. „Wesen zwischen Leben und Tod“, präzisiert der 57-Jährige. „Die haben kein glattes Gesicht.“

Früher Nachmittag ist es geworden und es wird noch voller im Laden. Kaum haben die Angestellten nachgeräumt und geradegerückt, ist schon wieder Unordnung. „Wir kommen kaum nach“, bestätigt eine Verkäuferin. Kai ist mittlerweile fündig geworden und hat sich für einen Arztkittel entschieden. Kann man draußen über der Jacke, an der Theke nur mit einem T-Shirt drunter tragen. Das ist allerdings nach Kais Einschätzung nicht der einzige Vorteil. „Die meisten Frauen“, sagt er und lacht, „vertrauen Männern in weißen Kitteln.“

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