Silvesterfeuerwerk

Silvester-Knaller: So kommen die Sterne in die Rakete

Bunte Leucht-Kaskaden ergießen sich bei einem Feuerwerk vom Himmel.  

Foto: Danny Bary

Bunte Leucht-Kaskaden ergießen sich bei einem Feuerwerk vom Himmel.   Foto: Danny Bary

An Rhein und Ruhr.  Bunte Kaskaden regnen zu Silvester vom Himmel. Aber wie kommen die Sterne in die Rakete? Wir haben bei einem Feuerwerksanbieter nachgefragt.

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10, 9, 8, 7, 6 – die letzten Sekunden werden runtergezählt und am Ende des Countdowns wird das neue Jahr mit lauten Böllern und schwirrenden Raketen begrüßt. Bunte Kaskaden ergießen sich vom Himmel, immer neue Blüten und Kreise werden sichtbar. Raketen steigen sekundenschnell in die Dunkelheit hinauf. Beim Verglühen entlassen sie gefühlt Hunderte von goldenen, grünen, violetten Sternen, die auf die Erde hinabregnen.

Ein Besuch beim Feuerwerksanbieter Weco

Ein Silvesterfeuerwerk ist schön anzusehen – ob weit entfernt über der Skyline einer Großstadt oder ganz nah in der Straße oder auf einem Feld. Aber wie kommen die Sterne in die Rakete?

Beliebt sind auch Batterien. Sie liefern in den XXL-Versionen gar 64 Schuss auf einmal – mit Silberschweifeffekt und Knatterkometen, gefolgt von Goldpalmen mit grünen und roten Spitzen. So ein Produkt stammt wie die allermeisten Feuerwerkskörper hierzulande vom Unternehmens Weco.

Seit Jahren ist die in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis beheimatete Firma der führende Feuerwerksanbieter in Deutschland. Discounter und Lebensmittelketten, SB-Läden und Fachhändler verkaufen Raketengebinde, Wunderkerzen und Batterien von Weco. „Wir stellen auch Indoor-Artikel her, also Knallbonbons und Partyartikel“, erzählt Unternehmenssprecher Oliver Gerstmeier. Zudem werden Großveranstaltungen wie „Rhein in Flammen“ und die „Kölner Lichter“ mit Pyrotechnik aus Eitorf ausgestattet.

Wunderkerzen und Feuerräder

Weco wurde als Pyro-Chemie Hermann Weber & Co. 1948 gegründet; zu den ersten Produkten zählten Wunderkerzen und Feuerräder. „Raketen gehörten aber schon damals zu den beliebtesten Silvesterartikeln“, weiß Gerstmeier. Batterien gibt es dagegen erst seit den 1990er-Jahren.

470 Mitarbeiter arbeiten weltweit für Weco, darunter 40 ausgebildete Pyrotechniker. In Deutschland gibt es drei Produktionsstandorte. Firmentöchter sitzen in Frankreich, England, Kroatien, Slowenien und der Schweiz sowie Partnerunternehmen in Österreich und den Niederlanden.

Effektfüllungen in Röhren gepresst

Zu China bestehen enge Handelsbeziehungen. „Dort ist übrigens die Kunst des Feuerwerkens als erstes bekannt geworden“, erklärt Gerstmeier. Grundlage dafür ist das Schwarzpulver, das über Indien, China und Arabien im 13. Jahrhundert seinen Weg nach Europa fand.

Fontänen, Kaskaden, Kreise und Chrysanthemen entstehen durch die verschiedenen Chemikalien, also Salze, Kohle, Metalle, die in einer bestimmten Reihenfolge dem Schwarzpulver mitgegeben werden. Die so genannten Effektfüllungen werden u.a. durch Übereinanderschichtung der Pulver erzielt. Die Mischung wird in Röhren oder Kugeln gepresst. „Drinnen wird quasi in Handarbeit ein Muster reingelegt, damit sich zu bestimmten Zeitpunkten die Effekte entzünden können“, erklärt Gerstmeier. „Bei einem Großfeuerwerk werden dann verschiedene Feuerwerke miteinander kombiniert, damit am Boden und in verschiedenen Höhen die Effekte am besten zur Geltung kommen.“ Kometenaufstiege und Chrysanthemen entfalten sich in 180 Metern, so Gerstmeier.

Die Rakete ist der Klassiker

„Für Familien ist zu Silvester immer noch die Rakete der Klassiker“, betont der Unternehmenssprecher. Verbundartikel, sprich Knallkörper, die über eine Bodenplatte zu einer Batterie verbunden sind, kämen auf der Beliebtheitsskala direkt dahinter. So begrüßen die Menschen das neue Jahr auf ganz vielfältige Weise.

>> Der Feuerwerksverkauf ist gesetzlich geregelt

Jugend- und Partyfeuerwerk (z.B. Wunderkerzen, Knallbonbons, Tischfeuerwerk) kann das ganze Jahr erworben werden. Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk (z.B. Raketen und Batterien) ist gesetzlich geregelt und darf nur an den letzten drei Verkaufstagen eines Kalenderjahres stattfinden.

Für Feuerwerk-Fans bietet Weco an diesen Tagen einen Werksverkauf auf dem Gelände in Eitorf (Bogestraße 54-56) an. Seit 2013 kann Feuerwerk für private Events auch ganzjährig vom Endverbraucher online bezogen werden. Nötig sind eine Ausnahmegenehmigung des Ordnungsamtes und ein Altersnachweis.

Groß- und Bühnenfeuerwerk ist nur versierten Pyrotechnikern vorbehalten. Weitere Infos gibt es auf www.weco-feuerwerk.de

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