Bildung

Der Blick nach vorn: So sieht Schule in 30 Jahren aus

Jörg Siewert

Jörg Siewert

Foto: Jörg Siewert

Siegen.   Jörg Siewert, Erziehungswissenschaftler an der Uni Siegen, wagt einen Blick in die Schule der Zukunft. Einige Schulformen sieht er auf der Kippe.

Und wie sieht es in 30 Jahren aus an den Schulen? Ganz so weit will Jörg Siewert, Erziehungswissenschaftler an der Uni Siegen und Leiter der Arbeitsstelle „Siegener Netzwerk Schulentwicklung“, nicht in die Zukunft schauen. Für die kommenden 15 Jahre aber wagt er eine Prognose. Was gleich bleiben wird: Vier Jahre Grundschule – daran werde sich trotz aller Diskussionen der vergangenen Jahren kaum etwas ändern, so Siewert. Jahrgangsklassen bleiben, Zensuren auch. „Und es wird weiter in Fächern unterrichtet“, sagt Siewert.

Am Gymnasium sei nicht zu rütteln. „Die Gesamtschule ist in Südwestfalen nicht wegzudenken. Aber Haupt- und Realschule oder Sekundarschule? Mittelfristig werde es auf ein zweigliedriges Schulsystem hinauslaufen, so Siewert. Da wird sich also etwas ändern.

Fachliches Lernen allein – das war früher. In Zukunft werde immer stärker auf personale Kompetenzen gesetzt: Schüler sollen ihr eigenes Lernen stärker einordnen und Verantwortung dafür übernehmen. „Ein vermutlicher Schlüssel für den Lernerfolg“, so Siewert.

Bildungsgerechtigkeit – das ist Siewert ein wichtiges Thema. Da müsste sich viel ändern. Deshalb plädiert er dafür, die Schüler nicht nach vier Jahren Grundschulzeit zu sortieren. Das Modell der Primusschule gefällt ihm gut – eine Schule für alle von Klasse 1 bis 10.

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