Polizei

Kammerjäger verlangt mehr als 500 Euro für nutzlose Arbeit

Zweimal verlangten Kammerjäger aus Essen für mutmaßlich nutzlose Arbeit mehrere hundert Euro von ihren Opfern in Herscheid und Plettenberg.

Zweimal verlangten Kammerjäger aus Essen für mutmaßlich nutzlose Arbeit mehrere hundert Euro von ihren Opfern in Herscheid und Plettenberg.

Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Herscheid/Plettenberg.  Zweimal schlugen Kammerjäger aus Essen am Mittwoch in Herscheid und Plettenberg zu. Mehrere hundert Euro verlangten sie für ihre wertlose Arbeit.

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Betrügerische Mäusejäger aus Essen haben am Mittwoch gleich zweimal zugeschlagen: Die Kammerjäger verlangten von ihren Kunden in Herscheid und in Plettenberg horrende Summen für mutmaßlich wertlose Arbeit – und kamen damit einmal durch.

In beiden Fällen hatten die Opfer keine Ahnung, was eine Schädlingsbekämpfung kosten könnte. Über das Internet stießen sie auf die Kammerjäger aus Essen. Der erste Auftrag führte die Betrüger nach Plettenberg: Dort hatte ein Kunde die Schädlingsbekämpfer wegen eines Mäuseproblems bestellt. Nachdem sie dort eine Flüssigkeit versprüht hatten, stellten sie einen Betrag von mehr als 500 Euro in Rechnung, laut Polizei ungefähr das Dreifache des üblichen Preises. Erst als die Männer weg waren, überkamen den Kunden Zweifel und er erstattete Anzeige.

Wasser in der Sprühflasche

Eine Stunde später ereignete sich in Herscheid ein ähnlicher Vorfall. Statt einer anfangs besprochenen Anfahrtspauschale von 49 Euro sollte der Kunde an der Haustür einen Zettel mit einem deutlich höheren Preis unterschreiben. Auch hier verlangten die Kammerjäger einen Preis jenseits der 500 Euro. Er ließ sich überrumpeln und unterschrieb.

Daraufhin füllten die angeblichen Schädlingsbekämpfer Wasser in eine Sprühflasche und versprühten es in den Kellerecken. In dieser Zeit recherchierte der Kunde, was so ein Einsatz realistisch kosten könnte und fand einen wesentlich geringeren Satz. Damit konfrontierte er die Männer. Erst als der Kunde mit der Polizei drohte, packten sie ihre Sachen und fuhren mit „durchdrehenden Reifen“ davon – ohne Geld zu kassieren.

In beiden Fällen kamen die Männer aus Essen. Auch andere Beschreibungen stimmen überein. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines versuchten und eines vollendeten Betrugs. Sie warnt vor Betrügern bei der Schädlingsbekämpfung und empfiehlt, die Preislage vorher zu klären.

Schwarze Schafe erkennen

Das sind die Tipps der Polizei zur Erkennung „schwarzer Schafe“ unter Handwerker-„Notdiensten“ und Schädlingsbekämpfern:

1. Der Begriff „Schädlingsbekämpfer“ ist nicht geschützt.

2. Vergleichen Sie die Preise.

3. Vereinbaren Sie einen Festpreis.

4. Schildern Sie dem /Handwerker genau, was passiert oder was zu tun ist.

5. Achten Sie auf Zuschläge.

6. Zahlen Sie nur, was Sie vereinbart haben.

7. Lassen Sie sich nicht nötigen.

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