Eishockey

Iserlohn Roosters: Aus Frust wird bei Jack Combs Zuversicht

Enttäuschte Gesichter: Blaine Down (vorne) und Jason Jaspers.

Foto: Ralf Rottmann

Enttäuschte Gesichter: Blaine Down (vorne) und Jason Jaspers. Foto: Ralf Rottmann

Iserlohn.   Nur zwei Tore erzielten die Iserlohn Roosters zum DEL-Start. Warum Jack Combs trotzdem zuversichtlich ist und welcher Gegentreffer irregulär war.

Jack Combs lehnte mit dem Rücken an der kalten, grauen Wand im Kabinentrakt der Iserlohn Roosters. Schon nach dem ersten Saisonspiel in der Deutschen Eishockey Liga gegen die Schwenninger Wild Wings blies der Zugang der Sauerländer Trübsal. Weil die Roosters mit 1:2 in der Verlängerung verloren hatten. Aber auch, weil er, der Torschützenkönig der vergangenen DEL-Hauptrunde, einige Großchancen nicht genutzt hatte. Der Verlauf der zweiten Partie des Wochenendes bei den Nürnberg Ice Tigers hellte sich Combs’ Stimmung ebenfalls nicht auf. Wieder verloren die Roosters (1:4), wieder vergab er Chancen.

„Es ist sehr frustrierend, dass wir insgesamt nur zwei Tore geschossen haben“, sagte Combs im Gespräch mit dieser Zeitung. „Alleine ich hätte zwei bis drei Tore erzielen müssen“, übte er Selbstkritik. Denn auch der 29-Jährige kam zur Erkenntnis, dass bei besserer Chancenverwertung deutlich mehr als der eine Punkt am ersten Doppelspieltag der Saison möglich gewesen wäre.

„Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte er, „aber wir haben in beiden Spielen gut gespielt und Chancen kreiert.“ Man müsse geduldig bleiben und im Training weiter hart arbeiten, „dann werden wir sehr bald Spiele gewinnen“. Combs ging sogar so weit zu sagen, „dass wir jedes Wochenende sechs Punkte holen können, wenn wir unsere Torchancen konsequent nutzen und mit klarem Kopf spielen – egal, wie der Gegner heißt“.

Am Freitagabend heißt er auswärts Kölner Haie, am Sonntagabend erneut in fremder Halle Fishtown Pinguins Bremerhaven.

Schwenningens 1:0 irregulär

Ein Treffer gegen die Sauerländer sorgte übrigens in den vergangenen Tagen für erhebliche Diskussionen bei der Deutschen Eishockey Liga. „Am 1. Spieltag der Saison 2017/18 wurde den Schwenninger Wild Wings im Auswärtsspiel gegen die Iserlohn Roosters in der dritten Spielminute ein Tor zuerkannt, das nach Regel 96 keine Gültigkeit hätte erlangen dürfen“, erklärte die DEL schließlich am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Der Hintergrund: Schwenningens Spieler Will Acton hatte den Puck aus kurzer Distanz mit einer Kickbewegung per Schlittschuh in Richtung des Roosters-Tores befördert, wo ihn Goalie Sebastian Dahm selbst über die Linie drückte. „Um für eine neue Spielsituation zu sorgen, hätte Dahm den Puck aber kontrollieren müssen“, erklärte Lars Brüggemann, Leiter Schiedsrichterwesen, auf Nachfrage, „so wusste er ja gar nicht, wo der Puck war.“

Referees entschieden zu schnell

Der Führungstreffer der Wild Wings war irregulär. Warum die Schiedsrichter dies nicht erkannten, obwohl sie den Videobeweis bemühten? „In den ersten beiden Kameraperspektiven war kein Regelverstoß zu erkennen. Erst in der dritten, später eingespielten Hintertorperspektive, war eine deutliche Kickbewegung zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung aber bereits gefallen“, schrieb die DEL. „Wir müssen daraus unsere Schlüsse ziehen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt“, sagte Brüggemann. Gegen die Tatsachenentscheidung der Referees können die Roosters aber nicht mehr vorgehen.

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