Skeleton

„Jacka“ Lölling kann in Sigulda Geschichte schreiben

Jacqueline Lölling ballt die Faust. Hier freut sie sich über den Weltcup-Sieg in Innsbruck-Igls, in Sigulda ist die Gesamtwertung wichtiger.

Jacqueline Lölling ballt die Faust. Hier freut sie sich über den Weltcup-Sieg in Innsbruck-Igls, in Sigulda ist die Gesamtwertung wichtiger.

Foto: Kerstin Joensson / dpa

Sigulda.  Sie ist eine Frau für Bestmarken und Rekorde. Am Sonntag kann Jacqueline Lölling Skeleton-Geschichte schreiben. Einfach wird das jedoch nicht.

Sie kann Historisches erreichen, wieder einmal. Jacqueline Lölling, Skeletoni der RSG Hochsauerland, steht vor dem dritten Gewinn des Gesamtweltcups. Das ist vor ihr nur einer Frau gelungen: der Britin Alexandra Coomber, aber das ist schon rund 20 Jahre her. Die Matadorin der Neuzeit heißt „Jacka“ und kommt aus Brachbach, vor den Toren des Siegerlands.

Am Sonntag – der Start des ersten Laufs ist um 9 Uhr MEZ – will sie beim letzten Weltcup der Saison den Sack zumachen. In Sigulda genügt ein sechster Platz, dann bleibt die 25-Jährige definitiv im Gelben Trikot. „Ich fahre jetzt seit dem zweiten Weltcup in Gelb und möchte das Leibchen jetzt natürlich nicht mehr abgeben. Das wäre schon extrem ärgerlich, und mein Ziel ist auf jeden Fall, den Gesamtweltcup zu holen“, hält die mit 1472 Punkten Führende des Rankings fest.

53 Punkte Vorsprung vor Hermann

Ärgste Verfolgerin ist mit 53 Zählern Rückstand ausgerechnet eine Teamkollegin: Tina Hermann vom WSV Königssee aus Bayern. Mit 1414 Punkten nur ganz knapp dahinter rangiert die Österreicherin Janine Flock, aber sie rechnen sich nur noch minimale Chancen auf den Gewinn der großen Kristallkugel aus.

Es müsste schon viel passieren, damit es noch schiefgeht – aber auf der Bahn in Lettland kann auch viel passieren. „Wie mir die Bahn in Sigulda liegt, ist schwierig zu sagen. Ich war letztes Jahr das erste Mal dort, da bin ich Fünfte geworden. Es ist in jedem Fall eine sehr anspruchsvolle Bahn, wo der Start nicht das Entscheidendste ist, was schon mal gut ist“, sagt Lölling, die nicht als „Startrakete“ bekannt ist, sondern regelmäßig mit ihrem fahrerischen Können Rückstände aufholt.

Im oberen Teil der 1200 Meter langen Bahn rechnet sie mit „vielen schnellen Wechseln und engen Kurven“. Aber auch der weitere Streckenverlauf hat es in sich. Lölling: „Unten sorgen dann die Kurven für sehr viel Druck, wo die Lenkeinsätze wirklich stark und auf den Punkt kommen müssen. Sonst kann es auch mal nicht so gut ausgehen.“

Der Blick geht schon Richtung WM

Aber Jacka wäre nicht Jacka, wenn die anspruchsvolle Bahn ihre Angriffslust bremsen würde. Denn Lölling hat nicht nur dieses Renn-Wochenende im Blick, sondern auch den absoluten Saison-Höhepunkt: die Heim-WM im sächsischen Altenberg (17. Februar bis 1. März). „Ein gutes Ergebnis im letzten Weltcup und vielleicht der Gewinn des Gesamtweltcups sind auch gut im Hinblick auf die WM, da es mir nochmal einen Schub Selbstvertrauen gibt. Gute Rennen bestärken einen, und da weiß man, dass die Abstimmung und man selber gut drauf ist. Deswegen gebe ich auf jeden Fall alles“, unterstreicht Jacqueline Lölling.

Den nächsten Eintrag in die Geschichtsbücher gäbe es schließlich noch als Zugabe obendrauf.

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