Parasiten

Mehr „Super-Zecken“ in NRW: Warum sie so gefährlich sind

Die Hyalomma-Zecke ist normalerweise in wärmeren Gebieten der Erde beheimatet.

Die Hyalomma-Zecke ist normalerweise in wärmeren Gebieten der Erde beheimatet.

Foto: Andrea Schnartendorff

Essen.   Die Hyalomma-Zecke gilt als Überträger tödlicher Krankheiten. Sie taucht bundesweit immer öfter auf - die große Frage ist: Bleibt sie?

Eigentlich ist ihr zu Hause Afrika, Asien und Südeuropa, doch im vergangenen Jahr wurde sie auch in Deutschland öfters entdeckt: die Hyalomma-Zecke. Aufgrund ihrer Größe - sie kann doppelt so groß werden wie die hier lebenden Zecken - sowie ihrer Widerstandsfähigkeit, wird sie auch „Super-Zecke“ genannt.

Zu erkennen an ihren gestreiften Beinen, kann sie für den Menschen gefährlich werden, da sie als Überträger gefährlicher Erkrankungen gilt - allen voran das oft tödlich verlaufende Krim-Kongo-Fieber, bei dem Infizierte häufig an inneren Blutungen sterben.

Per „Luftpost“ nach Deutschland

Hyalomma-Zecken sind sogenannte Jagdzecken. Sie haben Augen, mit denen sie gut sehen, laufen schnell wie Spinnen auf ihre Opfer zu und können sie über eine Distanz von 100 Metern verfolgen - im Gegensatz zu heimischen Zeckenarten, die zum Teil wochenlang auf vorbeikommende Wirtstiere warten. Bevorzugtes Ziel der Hyalomma sind große Säugetiere, hierzu zählt eben auch der Mensch. In Deutschland wurden Hyalomma-Zecken häufig bei Pferden entdeckt, ein Mensch wurde noch nicht gestochen.

„Eine reale Gefahr besteht darin, dass die Zecken über Zugvögel nach Zentraleuropa gelangen können“, sagt Prof. Ute Mackenstedt vom Institut für Zoologie der Universität Hohenheim. „Es gibt jedoch keinen Grund zur Panik, versichert sie. Im letzten Jahr wurden zwar 19 Exemplare in acht unterschiedlichen Bundesländern - auch in Nordrhein-Westfalen - gemeldet. Zwar trug keine dieser Zecken Infektionserreger in sich. Es waren jedoch deutlich mehr Funde als in den Vorjahren.

Superzecke bereits in Deutschland etabliert?

„Eine Frage, die wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten können ist, ob die Hyalomma-Zecke im Stande ist, sich in Deutschland zu halten“, sagt Mackenstedt, die gemeinsam mit ihren Kollegen die Entwicklung der Zecke in Deutschland genaustens verfolgt.

„Im vergangenen Jahr hatten wir in Deutschland einen sehr langen, heißen und trockenen Sommer - optimale Bedingungen für die Hyalomma-Zecke“, sagt Mackenstedt. Die Parasitologin geht davon aus, dass man hierzulande mit immer mehr tropischen Zeckenarten rechnen muss, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können.

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