Biergärten

Sonne, Sommer, Biergärten: Vielfalt ist angesagt

Beliebter Biergarten: Das Elbersgelände mit Feuervogel in Hagen

Foto: Michael KLEINRENSING

Beliebter Biergarten: Das Elbersgelände mit Feuervogel in Hagen

Hagen.   Das schöne Wetter zieht die Menschen ins Freie. Pils, Weizen, Helles oder Craft-Bier - Wissenswertes über den Start in die Saison

„Wissen Sie was: Ich freu’ mich wie Bolle auf dieses Wochenende“, sagt Thomas Hellwig. Den Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in NRW zieht es nach draußen, in einen Biergarten. Sicher ist: Einsam wird er dabei nicht bleiben. Die Leute drängt es ins Freie, gerne auf ein Bier. Eine Übersicht über die Biergärten der Region bietet die App „Biergärtner“ (siehe Textende).

Das Wetter

Es ist das erste sonnige und richtig warme Wochenende in diesem Jahr. 13 Stunden Sonne erwarten die Meteorologen etwa an diesem Samstag in Hagen – mehr geht derzeit nicht. Die Temperaturen – Freitagfrüh noch unter Null – klettern dann an der Volme auf 23 Grad. Selbst im hoch gelegenen Winterberg kratzen sie an der 20-Grad-Marke, im Rheinland könnten sogar 25 Grad erreicht werden – das nennen die Meteorologen einen Sommertag. Der Deutsche Wetterdienst in Essen empfiehlt deshalb den Griff zur Sonnencreme: „Die Sonne steht schon hoch!“

Der Biergarten

Was muss ein Biergarten bieten? Er sollte gemütlich und rustikal sein, findet Albert Siebrichhausen, Biersommelier und Bierverkäufer (Siebrichhausens Weltbiere) aus Schmallenberg. Größere Tische sind ihm wichtig, Bäume als Schattenspender findet der Bierkenner schöner aus Schirme. Und der Boden sollte nicht geteert oder gepflastert sein.

Julia Klose, Biersommelierin in Diensten der Veltins-Brauerei, ist weniger wählerisch, gerade an diesem Wochenende: „Solange das Wetter passt, ist doch jeder Biergarten schön!“, sagt sie. Sonne könne man eben auch am kleinen Tisch mit zwei Stühlen genießen. Die Vielfalt mache die Biergärten in unserer Region doch aus, da gebe es eben den schattigen Biergarten unter Eichen, aber auch die Kneipe mit kleiner Sitzgelegenheit vor der Tür.

Das Bier

„Klassisch ist das Weizenbier“, sagt Siebrichhausen. Er empfiehlt den Wirten aber, „nicht nur die eine Marke zu haben“, auch die Weizenbiere von kleineren Brauereien ins Angebot zu nehmen. Stark im Kommen sei in der Region auch das Helle, mit etwas weniger Alkohol, was es für Frauen interessant mache. Bei noch etwas höheren Temperaturen empfiehlt der Bierexperte Fruchtbiere, ein toller Durstlöscher sei das Gose, ein Sauerbier, das fast in Vergessenheit geraten war. Auch ein Pale Ale eigne sich hervorragend für den Biergarten. Von dunklen Bieren rät Siebrichhausen ab: „Die sind eher etwas für die kalte Jahreszeit.

Vielfalt ist also angesagt, auch wenn Julia Klose sagt: „Das Pils ist immer noch der Sortenliebling der deutschen Biertrinker“, der Taktgeber auf dem Biermarkt. Auch Siebrichhausen weiß, der „traditionelle Pilstrinker wechselt nicht gleich zum Craft-Bier“. Aber: „Die Deutschen trinken weniger Bier, probieren aber mehr aus.“ Deshalb kommen die Spezialitätenbiere auf, weiß Klose. Im Biergarten habe das „Weizenbier Konkurrenz bekommen“, „helle Landbiere haben eine ähnliche Süffigkeit“, nennt die Veltins-Frau einen Grund.

Das Bierglas

Auch wenn das Trinken direkt aus der Flasche durchaus seine Berechtigung habe – Siebrichhausen meint, im Biergarten sollte Bier aus dem Glas getrunken werden. „Für jedes Bier gibt es das Passende“, assistiert Klose. Siebrichhausen empfiehlt für helles Bier feste Gläser, für Fruchtbier, Pale Ale und hochpreisiges Craft-Bier eher schlanke Gläser, auch Weingläser. „Dann trinkt man automatisch langsamer“, sagt der Sommelier. Und könne die Bieraromen so richtig genießen.

Die Gastronomen

„Wer kann, stellt raus“, sagt Dehoga-Mann Hellwig. Außengastronomie sei ein Megatrend. Und vor verschlossenen Türen dürfte an diesem Wochenende niemand stehen. „Die Wirte sind vorbereitet!“

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