Freizeit

Von wegen jeck – Tipps für Karnevalsflüchtlinge

Karneval und lustige Verkleidungen machen nicht jeden froh.

Karneval und lustige Verkleidungen machen nicht jeden froh.

Foto: imago stock

An Rhein und Ruhr.   Wintersport im Sauerland, Museumsbesuche, entspannende Saunagänge: Wer Schunkeln und Bützchen nicht mag, sucht in diesen Tagen das Weite.

Brauchtum kann nicht jeder gebrauchen. Die einen finden Karneval toll, anderen ist es an den tollen Tagen in den Innenstädten im Rheinland zu voll - und zu laut. Schunkelei und Bützchen lassen sie Reißaus nehmen – nur wohin? Angebote gibt es in Nordrhein-Westfalen einige; manch’ Freizeitinstitution und manches Feriengebiet wirbt sehr offensiv um Karnevalsflüchtlinge – und das ausdrücklich ohne Obergrenze.

Fest steht: „Daheim verkriechen muss man sich nicht“, sagt Stefan Laps – jedenfalls nicht des Wetters wegen. Experte Laps von „Meteomedia“ sagt voraus, dass das knackig-kalte, aber schöne Winterwetter mit Temperaturen bis höchstens sechs Grad noch bis mindestens Freitag anhält: „Dann ziehen im Rheinland Wolken auf.“ Spaziergänge (gut eingepackt) seien auch danach sicher noch möglich. Was sonst noch geht, einige Beispiele:

Ab in den Schnee

„Diese Woche ist super“, freut sich Susanne Schulten von der Wintersportarena. 65 Skilifte drehten sich gestern in den Höhen des Sauer- und Siegerlandes, 30 bis 50 cm Schnee türmten sich meist auf den Pisten. Etwas Naturschnee ist dabei, nachts laufen die Schneekanonen. „Ab minus fünf Grad können die Schneeerzeuger effizient laufen“, erklärt Schulten. Sie ist überzeugt, dass bis zum Wochenende noch mehr Lifte laufen, möglicherweise auch dort, wo keine Schneekanonen stehen. „Am Wochenende soll es schneien, wir wissen nur noch nicht wie viel“, sagt die Sprecherin. Insgesamt sei die Karnevalszeit ganz wichtig – „unsere zweite Hochsaison“. Ganz praktisch: Karneval fällt dieses Jahr nicht mit den niederländischen Krokusferien zusammen. Es dürfte also nicht so voll werden.

Ab ins Museum

Einige ganze Reihe von Häusern haben während der tollen Tage geöffnet – Schloss Moyland am Niederrhein zum Beispiel ausdrücklich auch am Rosenmontag (11 bis 17 Uhr). Nicht direkt ein Museum aber eine Ausstellung: Die Macher der „Wildnis(t)räume“ im Nationalparkzentrum Eifel in Schleiden haben extra eine Verlosung ausgelobt. Karnevalsflüchtlinge können dort während der tollen Tage eine Rangertour für 20 Personen gewinnen, die Eintrittskarte gilt als Los.

Ab ins Schwimmbad

Viele Bäder und Saunen freuen sich auf Gäste. Die Niederrhein-Therme im Revierpark Mattlerbusch z. B. hat an allen jecken Tagen regulär von 8.30 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Mit Klangschalen- und Cocktailaufgüssen gibt es ein Extra-Saunaprogramm für Karnevalsmuffel und Erholungssuchende.

Ab ins Kloster

Kontemplative Exerzitien, Yoga – das Kontrastprogramm zum Karneval gibt es hinter dicken Klostermauern, z. B. in Vinnenberg im Münsterland oder in Steinfeld in der Eifel. Kapazitäten sind aber sehr begrenzt. Die Kurse sind teilweise schon ausgebucht. Wer sich kurzfristig entscheidet, wird im Internet suchen und telefonieren müssen. Auch die Landvolkshochschule Freckenhorst (ebenfalls im Münsterland) Warendorf bietet ein Tai-Chi-Seminar für Karnevalsflüchtlinge an.

>>> SO LÄUFT DAS MIT DEM SCHULFREI IN NRW

Rosenmontag ist kein gesetzlicher Feiertag, Altweiber schon gar nicht. Aber den Schulen in NRW stehen im laufenden Schuljahr vier bewegliche Ferientage zur Verfügung, die die Schulkonferenz legen kann.

Maßgabe ist, dass einer dieser Tage sich am örtlichen Brauchtum orientiert, so ein Sprecher des Schulministeriums. Im Rheinland ist das in der Regel der Rosenmontag. Mitunter haben Schulen noch den Freitag und den Dienstag jetzt zum beweglichen Ferientag erklärt. Mit dem Wochenende und Rosenmontag sind das dann fünf (!) freie Tage.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben