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Warnstreik: Diese Rechte und Pflichten haben Betroffene

Der Streik im Öffentlichen Dienst zwingt Pendler und Eltern dazu, Alternativen zu finden.

Foto: Uwe Möller Funke Foto Services

Der Streik im Öffentlichen Dienst zwingt Pendler und Eltern dazu, Alternativen zu finden. Foto: Uwe Möller Funke Foto Services

Essen.  Der Streik im Öffentlichen Dienst betrifft Menschen in der gesamten Region. Was ist zu tun, wenn Kitas geschlossen sind und Busse nicht fahren?

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Gilt der Streik als Entschuldigung, wenn ich zu spät oder gar nicht zur Arbeit komme?

Der Weg zur Arbeit liegt grundsätzlich in der eigenen Verantwortung. Wenn die Bahn nicht fährt, stellt das Arbeitnehmer vor Probleme. Einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gibt es in solchen Ausnahmesituationen nicht, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Arbeitnehmer tragen das Wegerisiko: Sie sind also dafür verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu kommen. Einfach viel zu spät oder gar nicht zur Arbeit zu kommen, ist dagegen keine gute Idee: Denn dafür drohen Sanktionen bis hin zur Abmahnung und - im Wiederholungsfall - Kündigung. "Dabei spielt es aber schon eine Rolle, ob das Problem vorher abzusehen war", sagt Oberthür.

Kann ich mir Kosten für eine Taxifahrt und Bahntickets erstatten lassen?

Die Mobilitätsgarantie der Nahverkehrsbetriebe gilt im Streikfall nicht. Streiks gelten so wie Unwetter als höhere Gewalt. Taxikosten oder Bahntickets werden nicht erstattet.

Was kann ich tun, wenn die Kita meines Kindes aufgrund des Streiks geschlossen ist?

"Der Arbeitnehmer muss sich dann irgendwie organisieren", sagt Nathalie Oberthür. Wie genau, ist dann vom Job und vom Einzelfall abhängig: So kann er zum Beispiel Urlaub nehmen, um das Kind zu betreuen, er kann Stunden von einem Arbeitszeitkonto investieren, ausnahmsweise im Homeoffice arbeiten oder gemeinsam mit dem Chef eine andere Lösung finden.

Was passiert, wenn ich einen Flug gebucht habe?

An den Flughäfen in Köln, Frankfurt, München und Bremen streiken Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste und Feuerwehren. Betroffenen Passagieren steht aber keine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zu. Ein Streik des Bodenpersonals am Flughafen ist laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein Fall von höherer Gewalt. Das gilt aber nur unter der Bedingung, dass die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

Außerdem muss sie eine alternative Beförderung ermöglichen, zum Beispiel durch die Umbuchung auf einen anderen Flug. Fällt ein Flug definitiv aus oder ergibt sich eine Verspätung von mehr als fünf Stunden, kann der Kunde auch sein Ticket zurückgeben und bekommt sein Geld zurück. Welche Flüge betroffen sind, können Fluggäste auf der extra eingerichteten Internetseite der Lufthansa nachschauen. Flüge könne in diesem Fall kostenlos umgebucht werden. Dabei gelten diese Konditionen:

  • Umbuchung innerhalb des Originaltarifs
  • Das Ticket muss vor/am 9. April 2018 ausgestellt worden sein
  • Das neue Reisedatum muss im Zeitraum 9. April 2018 bis 17. April 2018 liegen
  • Abflugs- /Ankunftsort sowie Serviceklasse müssen beibehalten werden
  • Alle weiteren Ticketkonditionen müssen beibehalten werden (dpa/mein)
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