Landwirtschaft

Warum selbst größere Sauenhalter in NRW schon aufgeben

Die Zahl der Sauenhalter hat sich in NRW binnen acht Jahren nahezu halbiert (-47 Prozent).

Die Zahl der Sauenhalter hat sich in NRW binnen acht Jahren nahezu halbiert (-47 Prozent).

Foto: istock

An Rhein und Ruhr.   Die Zahl der Sauenhalter in NRW hat sich in den letzten acht Jahren beinahe halbiert. Experten befürchten Arbeitsplatzverluste bei Zulieferern.

Seit dem Jahr 2010 haben in Nordrhein-Westfalen 1500 Sauen- und etwa 2900 Milchviehhalter aufgegeben. Das hat eine aktuelle Auswertung der Landwirtschaftskammer ergeben. Die noch übrigen 1870 Ferkelerzeuger hielten laut der Stichprobe vom vergangenen November im Schnitt je 213 Sauen. Die 5630 Milchviehbestände sind auf 73 Kühe je Betrieb gewachsen. Gerade der Niederrhein ist eine ganz wichtige Milchregion.

Die Kammerexperten befürchten, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft künftig noch rascher fortschreitet, also nur noch größere Bauernhöfe überleben und kleine aufgeben. Wobei „klein“ relativ ist: Bei den Sauenhaltern schmeißen längst auch die Inhaber viel größerer Betriebe das Handtuch. Im Mai 2018 hielten ausscheidende Ferkelerzeuger im Schnitt rund 297 Sauen.

Insgesamt hat sich die Zahl der Sauenhalter in NRW binnen acht Jahren nahezu halbiert (-47%), heißt es. Sollte die Entwicklung weiter gehen, befürchten die Experten Arbeitsplatzverluste auch bei Zulieferern und Verarbeitern.

Konkurrenz aus dem Ausland ist stark

Der Ringen um die Kastration von Ferkeln mit Betäubung oder ohne, das Urteil zum Kastenstand (für Sauen), das Kupieren der Ringelschwänze – alles das sorge für große Verunsicherung bei den Bauern, meint Bernhard Rüb. „Jede neue Umwelt- oder Tierschutzauflage bedeutet eine Investion“, sagt der Kammersprecher. Das Geld dafür aber ist knapp.

Die Preise für Ferkel sind schwach. Die Konkurrenz aus dem EU-Ausland, etwa aus Dänemark, ist stark. Abzuwarten bleibe auch, wie sich die Situation beim Tierwohllabel entwickelt, meint Rüb. Mit einem staatlichen und einem bereits vom Handel verabredeten Label sind nach zäher Diskussion und langer Vorbereitung in Deutschland demnächst gleich zwei auf dem Markt.

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