Sturmtief

Wetterdienst warnt weiterhin vor heftigen Sturmböen in NRW

Die Feuerwehr war am Morgen im Dauereinsatz, weil an vielen Stellen Bäume auf die Straßen gestürzt waren.

Foto: Michael Kleinrensing

Die Feuerwehr war am Morgen im Dauereinsatz, weil an vielen Stellen Bäume auf die Straßen gestürzt waren. Foto: Michael Kleinrensing

Essen.   Der Wetterdienst hatte am Morgen Wetterwarnungen für weite Teile des Landes ausgegeben. Bäume blockieren den Verkehr.

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Ein Sturmtief hat am Mittwochmorgen für schwere Behinderungen im Berufsverkehr in NRW gesorgt. Durch umgestürzte Bäume kam es seit dem frühen Morgen auf vielen Straßen zu Staus und Sperrungen. Eine Auswahl:

  • A4, Olpe Richtung Köln: Die Ausfahrt Merheim ist voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt. Dort liegt laut Polizei "der halbe Wald" auf der Straße.
  • A61, Koblenz Richtung Mönchengladbach: Zwischen Dreieck Sinzig und Dreieck Bad Neuenahr ist ein Laster umgekippt.
  • Im Dreieck Bottrop ist die Verbindung zur A31 Richtung Emden gesperrt. Dort droht ein Baum umzustürzen. Bis er gefällt ist, wird der Abschnitt gesperrt bleiben.
  • Im Bereich Westkreuz war zeitweise die Fahrbahn eines Zubringers der A40 überflutet. Diese Gefahrenstelle wurde abgesichert.
  • Ein Baum stürzte auf die Autobahn 59 bei Duisburg in Fahrtrichtung Düsseldorf. Er landete laut Polizei auf dem rechten Standstreifen und ragte gut zwei Meter auf die Fahrspur.

Laut Polizei standen in Essen Straßen unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Bei der Polizei in Aachen gingen nach eigenen Angaben am frühen Morgen innerhalb von etwa einer Stunde über 200 Notrufe ein. Auch in Wesel blockierten umgestürzte Bäume einige Straßen.

Genau wie viele andere Städte im Land, hat auch Duisburg mit dem Unwetter zu kämpfen. Die Polizei vermeldet rund 40 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und Baustellenbeschilderungen. Die Schäden, die verursacht wurden, halten sich aber in Grenzen, sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Der Wochenmarkt in Oberhausen-Sterkrade wurde wegen der aktuellen Wetterlage aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Die Stadt Mülheim ist bei dem Unwetter relativ glimpflich davon gekommen. Nach Angaben eines Feuerwehr-Sprechers hat es weder größere Schäden noch Verletzte gegeben. In zehn Fällen mussten die Einsatzkräfte seit 5 Uhr quer über das Stadtgebiet verteilt wegen umgestürzter Bäume oder abgerissener Äste ausrücken.

Zwischen sechs und neun Uhr am Mittwochmorgen war die Straße zwischen Moers und Rheinberg wegen einer defekten Bahnschranke in Rheinberg-Winterswick komplett gesperrt. Ob die Schranke wegen des Sturms kaputt ging, ist derzeit noch nicht klar. Die Bundespolizei regelt den Verkehr an der mittlerweile wieder geöffneten Bahnschranke, die nun aber nicht mehr schließt.

Die Düsseldorfer Feuerwehr hat zwischen 5.20 Uhr und kurz vor elf Uhr insgesamt 44 Einsätze wegen Sturmschäden beendet, in diesen Minuten (Stand 11.20 Uhr) laufen noch neun. Bei den Einsätzen handelt es sich einerseits um das "Übliche" wie lose Dachziegel, lose Dachrinnen oder beschädigte Kamine, aber es stürzten auch Bäume um, die Autos beschädigten. So geschehen in der Steubenstraße in Reisholz und in der Braunsberger Straße im nahe gelegenen Hassels. Verletzt wurde laut Angaben der Feuerwehr niemand.

Die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) lässt das Tiergehege im Kaisergarten wegen des nächtlichen Sturms heute geschlossen. Die Bevölkerung wird außerdem gebeten, die Wälder im Stadtgebiet in den nächsten sieben Tagen nicht zu betreten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

Sturm zog "rasend schnell" auf

Für weite Teile des Landes hatte der DWD eine Unwetterwarnung herausgegeben. Man sollte Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten, rät der Wetterdienst. Der Wind dürfte laut Hausen Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern erreichen. Der Sturm kündige sich Hausen zufolge nicht lange an. Es gehe "rasend schnell". Auch im Laufe des Vormittags kann es laut Meteorologen noch zu Sturmböen und schweren Gewittern kommen.

Ob für Ihre Stadt eine Warnung vorliegt, sehen Sie hier:

Warnkarte des DWD

Auch auf Bahnstrecken kommt es am Morgen zu Behinderungen. Zwischen Lünen und Lüdinghausen kollidierte eine Regionalbahn mit einem umgestürzten Baum, verletzt wurde niemand. Auch auf anderen Strecken kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Der Stand um 11.23 Uhr:

  • Die Züge der Linie RE 4 fallen zwischen Düsseldorf und Aachen aus.
  • Die Züge der Linie RE 6 fahren in Kürze wieder planmäßig mit allen Halten.
  • Die Züge der Linie RE 9 fallen zwischen Au und Siegburg/Bonn aus.
  • Die Züge der Linie RB 25 fallen zwischen Gummersbach und Lüdenscheid aus.
  • Die Züge der Linie RB 27 fallen zwischen Rhöndorf und Linz(Rhein) aus.
  • Die Strecke der RB 31 zwischen Duisburg Hauptbahnhof und Duisburg-Trompet ist in beide Richtungen gesperrt.
  • Die Züge der Linie RB 43 werden zwischen Dortmund und Herne mit Halt in Castrop-Rauxel umgeleitet
  • Die Züge der Linie RB 51 fallen zwischen Lünen und Lüdinghausen aus. Ein Ersatzverkehr mit 4 Bussen (2 Busse der Firma Vehling und 2 Busse der Firma Reimann-Reisen) ist eingerichtet.
  • Die Züge der Linie RB 52 fallen zwischen Rummenohl und Lüdenscheid aus.
  • Die Züge der Linie S 6 verkehren in Kürze wieder mit allen Halten.
  • Die Züge der Linie S 5/ S 8 werden zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Hagen Hbf über die Fernbahn umgeleitet.
  • Die Züge der Linie S 68 fallen bis auf weiteres aus.
  • Die Züge der Linie S 11 verkehren in Kürze wieder mit allen Halten.
  • Die Züge der Linie S 12, S 13/ S 19 fallen bis auf Weiteres aus.

Sturm entwurzelt zahlreiche Bäume

Ein Sturmtief hat in Hagen zahlreiche Bäume entwurzelt. Hier zerlegt die Freiwillige Feuerwehr Tücking einen Baum auf der Straße "Auf der Halle".
Sturm entwurzelt zahlreiche Bäume

Durch Windböen umgestürzte Bäume sorgen immer wieder für Beeinträchtigungen auf den Schienen. Die Deutsche Bahn beobachtet die Wetterlage genau, wie ein Sprecher sagte. So stünden an mehreren Standorten Reparaturtrupps und -fahrzeuge bereit, um Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen. (red/dpa)

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