Vier Wände

Wohnen im Rheinland ist wieder teurer geworden

21% der Nebenkosten gehen fürs Heizen drauf. Die Preise für Erdgas und Heizöl waren 2016 kräftig gesunken, sonst wäre Wohnen noch teurer geworden.

21% der Nebenkosten gehen fürs Heizen drauf. Die Preise für Erdgas und Heizöl waren 2016 kräftig gesunken, sonst wäre Wohnen noch teurer geworden.

Foto: dpa

Im Rheinland.   10,56 Euro kostete der Quadratmeter 2016 laut Verband Haus & Grund. Die Nebenkosten sind deutlich stärker gestiegen als die Kaltmiete.

10,56 Euro – so viel gaben Bürger in der Region im Jahr 2016 pro Monat und Quadratmeter fürs Wohnen aus. Laut einem Bericht des Eigentümerverbandes Haus & Grund Rheinland waren das 33 Cent mehr als im Vorjahr, ein Anstieg von 2,2% – und das, obwohl Erdgas und Heizöl deutlich billiger geworden waren. Zum Vergleich: Die Inflationsrate lag bei 0,5%.

Die beiden Rohstoffe werden sonst gern als Kostentreiber ins Feld geführt. Immerhin gehen 21% der Nebenkosten fürs Heizen drauf. Tatsächlich ist Erdgas (-5,7%) wie auch Heizöl (-16,8%) im Jahresverlauf günstiger geworden. Hätte es auch hier einen Anstieg gegeben, wäre das Wohnen noch teurer geworden.

Für den jetzt vorgelegten neuen „Wohnkostenbericht“ hat der Eigentümer seine 102 000 Mitglieder in der Region befragt. Die zentrale Botschaft: Die Nebenkosten (+4,3%) sind einmal mehr deutlich stärker gestiegen als die Netto-Kaltmiete (+1,1% auf jetzt 6,77 Euro/qm). Kostentreiber war hier laut Haus & Grund vielerorts wieder die öffentliche Hand.

Warten auf Grundsteuerbremse

Beispiel: Grundsteuer. Sie ist in 87 von 165 rheinischen Kommunen gestiegen. Mehr als 25 Cent macht ihr Anteil mittlerweile an den durchschnittlichen Wohnkosten aus. „Damit das stetige Wachstum der Nebenkosten aufhört, müssen die Kommunen wieder auf finanziell gesunde Beine gestellt werden“, meint Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. Bei Haus & Grund wartet man sehnsüchtig auf die von der neuen Landesregierung für Januar 2018 angekündigte faktische Grundsteuerbremse.

Der Bericht sagt auch etwas über die Wohnsituation und Modernisierungen: 85,1 qm ist die durchschnittliche Wohnung im Rheinland groß. 50% der Wohnungen erhalten ihr Warmwasser mittels Durchlauferhitzer, was sich dann an den Stromrechnungen bemerkbar macht. 45,3% der Häuser verfügen über einen eigenen Fahrradabstellraum.

Eigentümer investieren

Haus & Grund bezeichnet den Immobilienbestand der privaten Eigentümer als „vergleichsweise alt, aber gepflegt“. Mehr als jedes zweite Wohngebäude stammt aus den Jahren zwischen 1949 und 1977. Gerade in jüngster Zeit werde verstärkt investiert – z. B. in barrierefreien oder altersgerechten Umbau, in neue Heizungen und Fenster, gedämmte Fassen und Dachgeschosse, aber auch in Bäder.. Wenn Energiekosten weiter anziehen, sei es noch ein weiter Weg, bis sich energetische Sanierungen wirklich rechnen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben