Zu Besuch beim Hypotaxeur

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Er ist so etwas wie ein Stiefkind der Sprache und wegen seines komplizierten Charakters – weil man ihn ja auch beim ersten Mal nicht immer versteht – gerade unter Journalisten und Zeitungslesern äußerst unbeliebt und fällt sehr häufig der Schlussredaktion zum Opfer, die ihm immer wieder zuruft, er möge doch nun endlich mal zum Punkt kommen, was er, der Hypotaxeur, aber tunlichst vermeidet und stattdessen wacker weiter fabuliert, auf Großmeister der deutschen Sprache wie Thomas Mann und Heinrich von Kleist verweist, die ihm stets die Ehre erwiesen und es sich nachdrücklich verbeten hätten, dass man hingeht und ihre Sätze zerpflückt, in Einzelteile zerreißt und Stücke daraus fertigt, wo es doch eigentlich gilt, den kühnen Flug des Gedankens bis an das Ende des sprachlich Machbaren und grammatisch Zulässigen zu dehnen, ihn, den Satz, gleichsam abheben zu lassen über den all zu vielen Imperativen des Alltags, um so einmal Atem zu schöpfen und über den Einwurf hinweg zu gehen, dass der Tag bereits gestern gewesen sei, wenn Sie an dieser Stelle endlich ein ausführliches und sachgerechtes Lob der sprachlichen Komplexität vorfinden, das dem Umstande Rechnung zu tragen versucht, dass gestern Tag der Hypotaxe war und Sie nunmehr erlöst sind von der Lektüre mit dem Hinweis, dass es sich um nichts anderes handelt als um den guten deutschen Schachtelsatz.

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