Reise

Warum die Reisepreise im Internet so stark schwanken

Die Preise für die Fahrt in den Urlaub schwanken.

Die Preise für die Fahrt in den Urlaub schwanken.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Essen.   Wer seine Reise im Internet bucht, wird mit starken Preisschwankungen konfrontiert. Der Grund: Fluggesellschaften und Hoteliers bieten den Reiseveranstaltern zum Teil mehrmals täglich Rabatte an, um ihre Auslatung zu verbessern. Steigt die Nachfrage, ziehen auch die Preise wieder an.

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Fünf Millionen Bundesbürger buchen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa regelmäßig ihre Reisen im Internet. Tendenz steigend. Beim Vergleich der Online-Angebote stellen Verbraucher starke Preisschwankungen fest. Wir erklären, wie es dazu kommt.

Wie setzen Veranstalter Preise für Pauschalreisen fest?

Zu Beginn einer Saison handeln Konzerne wie Alltours, Tui oder Rewe Kontingente für Flüge, Hotels und Transferdienstleistungen aus. Danach kalkulieren sie ihre Tarife, die sie im Preisteil des Reisekatalogs veröffentlichen. Darin sind auch Abschläge, Zuschläge, Rabatte und Reisezeiten-Kategorien geregelt. „Diese Preise dürfen tagesaktuell nicht überschritten werden“, sagt Alltours-Sprecher Stefan Suska.

Wie kommt es zu den Preisschwankungen?

„Es gibt ein gigantisches Überangebot von Flügen“, so Suska. Sind Flugzeuge absehbar nicht ausgelastet, reagieren die Airlines mit PR-Aktionen und Sonderangeboten. Ähnlich reagieren auch Hoteliers. „Diese Preissenkungen geben wir als Veranstalter an den Kunden in Form von Schnäppchen-Angeboten weiter. Steigt die Nachfrage wieder an, werden die Preise wieder nach oben angepasst“, sagt Stefan Baumert von der Tui. Hinzu kommen Marketing-Aktionen, um bestimmte Länder oder Hotels bekannter zu machen.

In welchem Rhythmus werden die Preise geändert?

„Fluglinien und Hoteliers stellen ihre Angebote bis zu zweimal täglich in unser System“, erklärt Alltours-Sprecher Suska. Die Daten-Übermittlung erfolge in der Regel nachts. Das habe zur Folge, dass abends andere Preise gelten als am nächsten Morgen. Tui arbeitet zudem im Kurzfristgeschäft mit sogenannten „Preisklassen“. Das heißt: Wenn die Flugauslastung bestimmte Schwellenwerte über- oder unterschreitet, ändert sich der Preis. Tui-Experte Baumert: „Das kann auch innerhalb weniger Minuten passieren.“ Nicht nur im Netz, sondern auch in Reisebüros.

Gibt es Unterschiede bei der Buchung im Netz und im Reisebüro?

Laut Baumert verfügen die Tui-Reisebüros über ein Buchungssystem, das freie Kapazitäten und aktuelle Preise anzeigt. Die Homepage indes arbeite mit Zwischenspeichern, um die großen Datenmengen zu verarbeiten. „Daher kann es sein, dass ein in der Angebotsliste angezeigter Preis nicht mehr aktuell ist und sich ändert, wenn auf der Website eine konkrete Buchungsanfrage gestartet wird.“

Welche Erklärung gibt es dafür, dass eine bestimmte Flugverbindung schon ein halbes Jahr im voraus ausgebucht ist?

Die Fluglinien arbeiten mit „lernenden Systemen“. Das heißt: Wenn es in kurzer Zeit mehrere Anfragen für einen bestimmten Flug gibt, schaltet das System automatisch ab und meldet „ausgebucht“. Im Hintergrund läuft währenddessen eine neue Berechnung und wirft später einen neuen – höheren – Preis aus.

Woran können Kunden festmachen, ob eine Reise im Vergleich zu anderen wirklich günstig ist?

Das lässt sich nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW in der Regel nur mit einigem Rechercheaufwand herausfinden. Oft sei der Preis nur deshalb niedriger, weil bestimmte Extras oder Leistungen aus dem Angebot herausgenommen wurden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, vor der Buchung alle im Pauschalpreis der verschiedenen Anbieter enthaltenen Leistungen miteinander zu vergleichen. Bei Last-Minute-Angeboten sei das oft aber nur sehr schwer möglich.

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