Games-Kritik

Das Leben der anderen

Der Mensch filtert vermeintliche Fakten, die Maschine zieht ihre Schlüsse - mit allen Konsequenzen. "Orwell" ist eines der ungewöhnlichsten Spiele dieser Zeit.

Der Mensch filtert vermeintliche Fakten, die Maschine zieht ihre Schlüsse - mit allen Konsequenzen. "Orwell" ist eines der ungewöhnlichsten Spiele dieser Zeit.

Dieses Spiel ist ein Abbild des modernen Schreckens - und eine Nachhilfestunde im Datenumgang.

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"Alternative Fakten" - Der Neusprech von Trumps Beraterin Kellyanne Conway katapultierte in den USA ein Buch aus dem Jahr 1949 an die Spitze der Amazon-Verkaufscharts: "1984" von George Orwell. Der Brite beschreibt darin einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Privatsphäre von einer Einheitspartei als Verbrechen deklariert wird. Nun kann man dem Hamburger Entwickler Osmotics ein nahezu perfektes Timing attestieren. Sein jüngst veröffentlichter digitaler Politthriller "Orwell" macht PC-Spieler zum "Big Brother"

Im Rahmen des Anti-Terror-Kampfs durchforstet man als Profiler im Auftrag des fiktiven Landes The Nation Mails, Social-Media-Kommentare und Dating-Seiten von Verdächtigen, zapft ihre Telefone an oder versucht mithilfe von Staatstrojanern an sensible Daten zu bekommen. All das führt man - gemäß der eigenen Einschätzung - einer allumfassenden Überwachungsdatenbank zur Auswertung zu, die wiederum die Einsatzkräfte auf den Plan ruft. Das virtuelle Filtern und Bewerten von "Fakten" ist ebenso spannend wie bedrückend, vor allem aber eine elektrisierende Nachhilfestunde im Umgang mit den eigenen Daten. Ein echtes Ausnahmespiel!

Spielname Orwell
Hersteller Osmotic Studios
Vertrieb Osmotic Studios
Genre
Erhältlich ab 27.11.2016
Bewertung Gesamt sehr gut
System PC
Provider teleschau