Borussia Dortmund

BVB hofft gegen Mainz auf eine Trotzreaktion

BVB-Torhüter Roman Bürki. 

BVB-Torhüter Roman Bürki. 

Dortmund.  Nach dem 0:5 in München hat Dortmund gegen Mainz etwas gutzumachen. Die Spieler beteuern: Das Debakel ist verarbeitet. Aber geht das so schnell?

Roman Bürki versteht die Frage nicht. Oder zumindest tut der Torhüter von Borussia Dortmund so, als wisse er nicht, was man von ihm will. „Druck“, fragt er vor dem Bundesligaspiel gegen Mainz 05 am Samstag (18.30 Uhr/Sky). „Wir haben keinen Druck, wir können frei aufspielen. Das muss uns bewusst sein.“

Aber gesagt ist bekanntlich immer leichter als getan, und in dieser Woche kommt diese Diskrepanz besonders groß daher. Denn wer mag wirklich an Leichtigkeit, an befreites Aufspielen glauben, da die Ereignisse vom vergangenen Samstag noch immer nachwirken?

Ein schwer zu verdauendes Spiel

Die hochverdiente 0:5-Klatsche beim FC Bayern München „war schwer zu verdauen“, das räumt auch Trainer Lucien Favre ein, „am Samstag nach dem Spiel und auch am Sonntag im Training. Aber dann kommt der Montag und peu à peu hast du keine Wahl mehr und musst nach vorne schauen.“ Auch Platz zwei wäre für den BVB ein Erfolg

Der 61-Jährige hat auch in dieser Woche betont ruhig gearbeitet, so berichten es seine Spieler. Zunächst wurde das Debakel von München analysiert und aufgearbeitet, am Dienstag und Mittwoch wurde hart trainiert, am Donnerstag etwas ruhiger, am Freitag erfolgte der Feinschliff – und heute soll dann die Wiedergutmachung gelingen: „Das Spiel in München war eine große Enttäuschung“, meint Sportdirektor Michael Zorc. „Wir hoffen am Samstag auf eine Trotzreaktion.“

Aber lässt sich das Negativerlebnis in München wirklich einfach so beiseite schieben? In den Wochen zuvor hatten die Borussen ja stets betont, wie wichtig die späten Siege gegen Wolfsburg und Hertha für das Selbstvertrauen gewesen seien. Und nun soll sich eine deftige Niederlage gar nicht auswirken?

„Du musst nach vorne schauen, das ist fertig, vorbei – auch für die Spieler“, sagt Favre. „Es bringt nichts, darüber zu sprechen.“ Aber so ist das mit Stimmungen und Einstellungen: Sie lassen sich nicht einfach anordnen. In München hatten sich die Verantwortlichen einen mutigen Auftritt gewünscht und das Gegenteil gesehen.

Taktikdebatte um Marco Reus beim BVB

Und sie hatten plötzlich eine Taktikdebatte am Hals, nachdem der als Mittelstürmer aufgebotene Marco Reus sehr deutlich mitteilte, dass er diese Position überhaupt nicht mag. Das hatte der BVB-Kapitän zwar schon einige Male zuvor gesagt, im Erfolg aber verhallen solche Sätze. Nach einem 0:5 aber werden sie herangezogen als Beleg dafür, dass eben doch nicht alles rosarot ist in der BVB-Welt. Auch beim Dauerthema „Verteidigung von Standardsituationen“ verzweifeln Mannschaft und Trainer ja zunehmend aneinander.

Da sollte ein Gegner wie der Tabellenzwölfte Mainz ja gerade recht kommen. Allerdings reisen die Rheinhessen mit exakt gegenteiliger Gefühlslage an, sie haben gerade den SC Freiburg 5:0 besiegt – jene Mannschaft, die am Wochenende zuvor dem FC Bayern ein 1:1 abgetrotzt hatte.

„Wir wollen Meister werden“

Diese Schnellebigkeit des Fußballs ist es, die dem BVB am meisten Mut macht – neben dem einen Zähler, den sie ja nur Rückstand auf den Tabellenführer haben: „Niemand hätte erwartet, dass Freiburg Bayern Punkte abnimmt“, so Bürki. „Das kann wieder passieren.“ Vom großen Ziel lässt er sich nicht abbringen: „Wir wollen Meister werden“, sagt der Schweizer. „Aber wir müssen nicht.“ Der Druck soll nicht zu groß werden.

Andererseits: Wer Meister werden will – der muss gegen Mainz auf jeden Fall gewinnen.

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