MSV Duisburg

Die Situation für den MSV Duisburg verschärft sich

Auch wenn sich Dustin Bomheuer (links) und Ahmet Engin hier aufregen: Am Schiedsrichter lag es am Samstag nicht, dass der MSV gegen Sandhausen verlor.

Foto: Fabian Strauch

Auch wenn sich Dustin Bomheuer (links) und Ahmet Engin hier aufregen: Am Schiedsrichter lag es am Samstag nicht, dass der MSV gegen Sandhausen verlor. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Nach dem Sieg des 1. FC Heidenheim über Fortuna Düsseldorf beträgt der Vorsprung des MSV Duisburg auf den Relegationsrang nur noch einen Punkt.

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Als der MSV Duisburg vor einigen Wochen für den Montag zur Mitgliederversammlung einlud, sprach vieles für einen entspannten Abend mit Jubelarien und guter Laune. Daraus wird nun nichts. Im Theater am Marientor – dort, wo einst die Elenden auf der Musicalbühne zu Hause waren – wird die Stimmung ab 19 Uhr gedrückt sein. Nach der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den SV Sandhausen plagen den Verein Abstiegs- und Existenzängste.

Geschäftsführer Peter Mohnhaupt wird den Mitgliedern am Montagabend einen Einblick in den Folterkeller gewähren. Der Mann der Zahlen wird den Jahresabschluss für die Drittliga-Saison 2016/17 vorlegen. Der MSV dürfte einmal mehr einen siebenstelligen Betrag im Aufstiegsjahr verbrannt haben.

Ob der Verein so etwas künftig noch einmal verkraften kann? „Jeder hier weiß, dass wir in der 2. Liga bleiben müssen“, warnt MSV-Präsident Ingo Wald. Ein erneuter Anlauf in Liga 3? „Wir müssten uns finanziell erheblich strecken“, sagt der 60-Jährige dazu.

Der MSV-Boss traut der sportlichen Leitung allerdings zu, die Wende und damit den Klassenerhalt erreichen zu können. Trainer Ilia Gruev steht für ihn nicht zur Diskussion: „Natürlich vertrauen wir ihm.“

Wald erinnert an die vergangene Saison, als der MSV im Aufstiegsrennen vom Kurs abzukommen drohte: „Die sportliche Leitung und die Mannschaft und der Verein haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie mit Krisensituationen umgehen können. In der letzten Saison hatten eine weitaus schwierigere Situation, der Druck war noch größer als jetzt. Das Team kam damals eindrucksvoll zurück. Unsere sportliche Leitung kann auch jetzt mit dem Druck umgehen.“

Der Vorsprung des MSV schmilzt

Kapitän Kevin Wolze sagte am Samstag: „Es ist im Endeffekt nichts passiert. Wir haben weiterhin alles selbst in der Hand.“ Der MSV spielt noch bei Erzgebirge Aue und der SpVgg Greuther Fürth, zudem kommen Jahn Regensburg und der FC St. Pauli noch an die Wedau. Drei dieser Gegner zittern ebenfalls noch um den Klassenerhalt.

Allerdings ist im Endeffekt am Sonntag dann doch noch einiges passiert. Der 1. FC Heidenheim besiegte Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mit 3:1. Damit beträgt der Vorsprung der Zebras auf den Relegationsrang nur noch einen Punkt. Nach dem 2:1-Sieg über Ingolstadt Ende Februar waren es noch zehn Zähler gewesen.

Nach dem Spiel gegen Sandhausen trauerten die Zebras den vergebenen Chancen in der zweiten Halbzeit nach. „Wir hätten das Spiel drehen müssen“, ärgerte sich Christian Gartner, der die bis dahin vakante Position des Spielgestalters – Fabian Schnellhardt konnte seinen eigenen Ansprüchen im ersten Durchgang nicht gerecht werden – mit Leben füllte.

Bei Cauly Oliveira Souzas Innenpfostenschuss (66.) war viel Pech im Spiel. Zudem zeigte Gästetorhüter Marcel Schuhen später drei überragende Paraden. Ohne die Leistung des Gästekeepers zu schmälern: Stanislav Iljutcenko darf gerne einen Kopfball aus fünf Metern im Tor versenken (67.), Borys Tashchy darf gerne aus 16 Metern besser zielen (83.) und Kingsley Onuegbu muss nicht im gegnerischen Fünfmeter-Raum herumstolpern (86.).

Sandhausens Trainer Kenan Kocak ärgerte sich nach dem Spiel, dass sein Team in der ersten Halbzeit nicht schon alles klar gemacht hatte. Erst in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte entschied Stefan Kulovits die Partie für die Gäste.

Während der MSV im ersten Durchgang nur eine Chance verbuchte – Ahmet Engin rutschte aus kurzer Distanz am Ball vorbei (29.) – ließen die Gäste mehrere Chancen liegen. MSV-Stürmer Borys Tashchy musste in der 18. Minute gleich zweimal hintereinander auf der Torlinie retten. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verpasste SVS-Angreifer Rurik Gislason einen Meter vor dem Tor den Ball.

Nun geht’s nach Aue

Für die Zebras steht nun am Sonntag das Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue auf dem Programm. Trainer Ilia Gruev will in dieser Woche im psychologischen Bereich arbeiten und er wird vermutlich auch seine Startaufstellung gründlich überdenken.

Als psychologische Finte könnte der Coach Cauly Oliveira Souza von Beginn an spielen lassen. Im Hinspiel (3:0) führte der Brasilianer die Zebras mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße.

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