Regionalliga-Saisonfinale

Ein Weltmeister will Rot-Weiß Oberhausen aufhalten

Die Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen.

Die Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen.

Foto: Micha Kolb

Oberhausen/Köln.  Oberhausen kämpft um den Aufstieg in die Dritte Liga. Doch der knapp führende Spitzenreiter Viktoria Köln setzt auf Jürgen Kohler.

Vor wenigen Wochen rieben sich die Fußball-Fans verwundert die Augen: Der 1. FC Köln entließ seinen Trainer Markus Anfang – als Zweitliga-Tabellenführer. Das scheint in Köln jedoch nicht ungewöhnlich zu sein. Denn zu Wochenbeginn trennte sich Viktoria Köln von Coach Patrick Glöckner – als Regionalliga-Spitzenreiter.

Dass solche Entscheidungen in der finalen Phase der Saison gefällt werden, zeigt nur, wie groß die Nervosität im Verein ist. Seit Jahren versucht sich Viktoria Köln mit der finanziellen Unterstützung des Unternehmers Franz-Josef Wernze den Traum von der 3. Liga zu erfüllen. In den vergangenen zwei Wochen vergab der Klub aus Köln-Höhenberg gleich zwei Matchbälle. Der Dritte muss am letzten Spieltag am Samstag (14 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbachs U23 sitzen. Denn: Rot-Weiß Oberhausen ist den Kölnern mit nur einem Punkt Rückstand auf den Fersen.

Roland Koch als Mentor gefragt

Nun soll es ein Weltmeister von 1990 richten. Jürgen Kohler (53), der in dieser Spielzeit die U19 der Viktoria in die Bundesliga West führte, wird im Saisonfinale von Roland Koch (66) unterstützt. „Jürgen ist der Trainer. Ich bin an seiner Seite als Mentor gefragt. Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln und uns voll auf Samstag fokussieren. Nur das zählt“, betont Koch, der jahrelang als Co-Trainer von Christoph Daum arbeitete, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Während in Köln der Druck immens ist und ein Scheitern als große Katastrophe angesehen würde, scheinen die Verantwortlichen in Oberhausen tiefenentspannt zu sein.

„Hätte Viktoria Köln am letzten Wochenende gewonnen, wäre mein Leben angenehmer. Nicht schöner, aber angenehmer“, sagt Hajo Sommers (60). Was der Oberhausener Vereinspräsident damit meint: „In dieser Woche versuchen wir alle DFB-Auflagen zu erfüllen. Wir müssen jetzt richtig Gas geben, damit wir bis zum 28. Mai unsere Auflagen erfüllen. Wir planen für den Drittliga-Aufstieg. Passiert das nicht, haben wir uns alle umsonst strubbelig gemacht.“

RWO muss am Samstag (14 Uhr) den SC Verl besiegen und hoffen, dass die Viktoria nicht gewinnt. Rund 6000 Zuschauer werden im Stadion Niederrhein mitfiebern. „Wir werden alles raushauen, um dieses Spiel zu gewinnen. Dann bleibt uns nichts anderes mehr übrig, als nach Köln zu schauen“, sagt Trainer Mike Terranova (42).

Ex-Mitspieler fiebern mit Terranova

Der Oberhausener Trainer wird am Samstag auch persönlich unterstützt. Seine ehemaligen Mitspieler aus der Zeit, als RWO aus der viertklassigen Oberliga Nordrhein in die 2. Bundesliga durchmarschierte, haben sich angekündigt. „Ich werde da sein. Unsere ganz Whats-App-Gruppe ist heiß. Sogar meine Frau will mitkommen. In Oberhausen herrscht wieder Euphorie“, sagt Musa Celik, der den letzten RWO-Aufstieg in der Saison 2007/2008 miterlebte.

Markus Kaya (39), U15-Trainer bei Schalke 04, spielte auch bei RWO mit Terranova zusammen. „Terra macht einen überragenden Job. Er hat eine echte Einheit geformt. Ich hoffe, dass das am Samstag mit dem Oberhausener Drittliga-Aufstieg belohnt wird“, sagt der einstige Mittelfeld-Techniker.

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