Schalke 04

Ex-Schalker Benedikt Höwedes: Jungprofis werden verhätschelt

Mit Lokomotive Moskau in der Champions League ausgeschieden: Benedikt Höwedes.

Mit Lokomotive Moskau in der Champions League ausgeschieden: Benedikt Höwedes.

Foto: DPA

Moskau.  Der ehemalige Mannschaftskapitän von Schalke 04, Benedikt Höwedes, rät "unselbstständigen" Jungprofis zum "Ausbruch aus der Komfortzone".

Der ehemalige Weltmeister Benedikt Höwedes hat jungen Fußball-Profis zu einem "Ausbruch aus der Komfortzone" geraten. "Spieler werden immer mehr verhätschelt. Junge Spieler, die zu den Profis hochkommen, werden immer unselbstständiger, weil sie nichts selbst organisieren müssen», sagte der 31 alte Abwehrspieler ehemalige Spieler von Schalke 04, der jetzt bei Lokomotive Moskau spielt, in einem Interview der Internet-Portale "goal.com" und "spox.com". Zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sei es wichtig, mehr Eigenständigkeit anzustreben: "Irgendwann kommt aber ein Zeitpunkt, an dem sie sich selbst um alltägliche Dinge kümmern müssen, von denen sie dann keine Ahnung haben."

Höwedes bedauert zudem, schon in jungen Profijahren zum Kapitän bei seinem Stammklub Schalke 04 aufgestiegen zu sein. Er sei "zu früh und zu jung" Spielführer geworden, sagte Höwedes im Interview bei Spox und Goal, "weil wir Spieler wie Raul, Jermaine Jones, Christoph Metzelder oder Klaas-Jan Huntelaar in der Mannschaft hatten, die damals gestandene Profis waren".

Benedikt Höwedes: Als Kapitän sind Reife und Erfahrung sehr wichtig

Er musste sich damals in der Mannschaft "vor diesen Alphatieren erst noch behaupten. Als Kapitän sind Reife und Erfahrung sehr wichtig", so der 31 Jahre alte Innenverteidiger. Höwedes weiter: "Die Verantwortlichen hatten damals das Ziel, dass ich an meiner Rolle wachse und lerne, noch mehr Verantwortung zu übernehmen."

Rückblickend betrachtet wäre es besser gewesen, ihm ein oder zwei Jahre ohne Binde zuzugestehen. "Mich hat es zwar mit unheimlich viel Stolz erfüllt, Schalke-Kapitän zu sein. Aus heutiger Sicht war es aber nicht der richtige Schritt", betonte Höwedes, der in Moskau gegen auch gegen seinen ehemaligen Trainer, Domenico Tedesco, antreten muss.

Schalke-Trennung kränkt Benedikt Höwedes noch immer

Seine Ausmusterung bei Schalke 04 im Sommer 2017 war für den Abwehrchef nur schwer zu verdauen. "Es tat richtig weh, ich war sehr enttäuscht", betonte Benedikt Höwedes, "vor allem die Art und Weise, wie die Trennung abgelaufen ist, hat mich gekränkt." Sportlich könne man über alle Entscheidungen diskutieren, "aber ich hätte nie eine Stammplatzgarantie oder Ähnliches gefordert". (sid/fs)

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