Fussball

96-Boss Kind: "Bundesliga hat in einer Traumwelt gelebt"

Umstritten: Hannovers langjähriger Präsident Martin Kind.

Umstritten: Hannovers langjähriger Präsident Martin Kind.

Foto: dpa

Hannover.  Hannovers Mehrheitsgesellschafter Martin Kind regt anlässlich der aktuellen Krise ein Umdenken zu Wirtschaftlichkeit im Fußball an.

Hannovers Mehrheitsgesellschafter Martin Kind hat angesichts der gravierenden Folgen der Coronavirus-Pandemie ein Umdenken im Prof-Fußball gefordert. "Die Bundesliga hat in einer Traumwelt gelebt", sagte Kind in einem am Donnerstag auf der Homepage des Fußball-Zweitligisten veröffentlichten Interview des TV-Senders Sky. "Die meisten Entscheidungen waren geprägt über sportliche Erfolge. Wirtschaftliche Vernunft war immer sekundär oder sogar tertiär", sagte Kind.

Kind: Krise bietet Chance zum Umdenken

Die Aufgabe von Bundesliga-Clubs sei es aber auch, "Erträge zu erwirtschaften und Rücklagen zu bilden, auch für Krisen", sagte der 75-Jährige. "Das haben wir nie gemacht, wir haben alle von der Hand in den Mund gelebt und geglaubt, das Spiel geht immer so weiter." Kind sieht die aktuelle Krise daher auch als Chance, "sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man den Fußball sportlich attraktiv erhalten kann, gepaart mit wirtschaftlicher Vernunft und Realismus".

Kind: Auch Abbruch der Saison durchspielen

Aktuell gehe es aber vor allem darum, die aktuelle Situation zu meistern und alle Szenarien für die derzeit unterbrochene Saison durchzuspielen. Die vom DFL-Präsidium empfohlene Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April sei richtig. "Trotzdem kann ich nur empfehlen, dass wir auch ein Abbruchszenario - von dem ich sehr hoffe, dass es nicht eintritt - durchspielen und alle Pläne dann in der Schublade haben." (dpa)

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