Bundesliga

Bayer Leverkusens schwache Leistungen bereiten Sorgen

Die Bayer-Profis versuchen die enttäuschende Niederlage gegen Moskau noch auf dem Platz aufzuarbeiten.

Die Bayer-Profis versuchen die enttäuschende Niederlage gegen Moskau noch auf dem Platz aufzuarbeiten.

Foto: firo

Leverkusen.  Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz steckt in einem Tief und erspielt sich kaum Chancen. Nun wächst in Leverkusen die Angst vor dem Absturz.

Lukas Hradecky wäre wohl am liebsten aus der BayArena geflohen. Beim Start in die Champions League mit Bayer Leverkusen fabrizierte der Torhüter gegen Lokomotive Moskau einen hochgradig seltsamen Pass vor die Füße von Dmitri Barinow – der den Ball geistesgegenwärtig aus 25 Metern ins Netz hob. Acht Minuten vor der Pause war dies das 2:1 für Lokomotive – und später auch der Endstand.

Ein Blick auf die weiteren Gruppengegner (Juventus Turin, Atlético Madrid) lässt erahnen, dass Bayer den ambitionierten Wunsch, in der Königsklasse zu überwintern, bereits vorsichtig abheften kann. „Es tut mir leid für die Mannschaft“, kommentierte Hradecky seinen kapitalen Patzer. Ebenfalls bitter: Leon Bailey erlitt im Spiel einen Muskelfaserriss und wird laut Vereinsangaben wohl vier Wochen ausfallen.

Viel Ballbesitz, wenig Gefahr

Gegen Moskau kam auch das 1:0 durch Grzegorz Krychowiak auf recht läppische Art (nach einem Einwurf) zustande. Zudem musste der Ex-Schalker Benedikt Höwedes der Elf von Peter Bosz per Eigentor zu deren einzigem Treffer verhelfen. Bayers hochgelobte Offensive ging so zum dritten Mal in Folge leer aus. Kein Zufall: In Sachen Tordrang legten die Leverkusener zuletzt eine fatale Beliebigkeit an den Tag.

Vor knapp drei Wochen gegen Hoffenheim (0:0) schwangen sie sich zu schwindelerregenden 19:0 Ecken, 20 Torschüssen, aber nur wenigen Chancen auf. Vor sechs Tagen in Dortmund schraubte das Team seine Ballbesitzquote auf 66 Prozent, lebte die optische Überlegenheit allerdings fast nur in den ungefährlichen Räumen aus. Gegen den russischen Vizemeister trat nun erneut eine beachtliche Ballhoheit (69 Prozent) zu Tage. Ins Schwitzen kam Moskaus Schlussmann Guilherme dabei aber so gut wie nie.

Die Murmeltiertage unter dem Bayer-Kreuz häufen sich – beim Besuch von Aufsteiger Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) droht eine Fortsetzung. „Wenn wir nicht die letzten Lösungen finden“, sagte Pechvogel Hradecky, „könnte es wieder genau so kommen.“

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