Fußball

Bundesliga-Klubs geschlossen gegen Pläne zur Champions-League-Reform

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

Foto: dpa

Offenbach.  DFL positioniert sich vor einem Treffen der Uefa gegen die europäische Klubvereinigung Eca. DFL-Versammlung billigt Videobeweis für die 2. Liga.

Auch wenn das edle Büsing Palais in Offenbach am Mittwoch durchaus zum Verweilen eingeladen hätte, wollte Hans-Joachim Watzke nicht noch die Sonne genießen. Stattdessen verließ der Geschäftsführer von Borussia Dortmund die Mitgliederversammlung der Deutsche Fußball-Liga (DFL) hastig, ein Flieger wartete, um ihn noch zu einem anderen Termin in Berlin zu befördern. Nur kurz erklärte der 59-Jährige dieser Redaktion: „Den aktuellen Reformvorschlägen zur Neuordnung der europäischen Wettbewerbe ab 2024 können die Mitglieder der Bundesliga natürlich nicht zustimmen. Das gilt selbstverständlich auch für Borussia Dortmund.“

Damit fasste Watzke das wichtigste Ergebnis des Treffens der 36 deutschen Profiklub-Bosse bereits zusammen. Die DFL stellt sich einstimmig gegen die Pläne der europäischen Klubvereinigung ECA. Diese will den Europapokal revolutionieren – hinzu einer dreigliedrigen Europaliga. Die zu mehr Spielen führen würde. Die den Graben zwischen Arm und Reich wohl noch mal vertiefen würde. Und die die nationalen Ligen schwächen könnte. „Das dürfen wir nicht zulassen“, meinte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

DFL kritisiert geplanten Zugang zu Uefa-Wettbewerben

So bahnt sich vor dem Treffen der Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Freitag ein Machtkampf zwischen den Ligaverbänden und der ECA an. Diese vertritt insgesamt 233 Vereine in Europa, wozu auch 13 Klubs aus Deutschland zählen. Etwa der FC Bayern. Der BVB. Auch der FC Schalke. „Alle haben sich hier aber gegen die Reform ausgesprochen“, erklärte Seifert und erläuterte, dass die DFL vor allem der geplante Zugang zu dem Wettbewerb störe.

Bislang qualifizieren sich Vereine in Europa über den Tabellenplatz in ihrer Liga für die Champions League oder die Europa League. Dies würde sich durch die ECA-Pläne massiv verändern. Die 32 Mannschaften, die ab der Saison 2024/25 in der neu geschaffenen 1. Europaliga antreten würden, wären zunächst die international erfolgreichsten Vereine der vergangenen vier Jahre. Diese würden in vier Achtergruppen die Teilnehmer der K.o.-Runden ermitteln.

Die 24 besten Teams der 1. Europaliga sollen sich von da an automatisch für die kommende Saison qualifizieren. Vier weitere Klubs würden aus der 2. Liga (Nachfolger der Europa League) aufsteigen, nur vier Vereine würden den Einzug über die nationalen Ligen schaffen. An der 2. Liga sollen ebenfalls 32 Mannschaften teilnehmen, aber erst in der 3. Liga sollen alle 64 Klubs den Einzug ausschließlich über die nationalen Meisterschaften schaffen.

DFL-Geschäftsführer Seifert hofft auf Einsicht von Aleksander Ceferin

Christian Seifert sieht deswegen nun den Zeitpunkt gekommen, an dem die Vereine Farbe bekennen müssten. Wie in Deutschland. „Die Zukunft der nationalen Ligen in Europa darf nicht gefährdet werden“, sagte der DFL-Geschäftsführer. Der zudem auch auf den Uefa-Präsidenten Aleksander Ceferin hofft. „Ich habe ihn als jemanden kennengelernt, der das Gesamtbild im Auge hat. Ich sehe deswegen bislang keinen Anlass zu glauben, dass diese Reform widerspruchslos durchgeht.“

DFL segnet Videobeweis für die 2. Liga ab

Durch die ausführliche Debatte über die Europapokal-Reform ging am Mittwoch fast ein wenig unter, dass die DFL-Mitglieder auch die bereits beschlossene Videobeweis-Einführung für die 2. Bundesliga abgesegnet haben. Zudem soll sich eine Arbeitsgruppe mit den Folgen des Polizeikosten-Urteils für die Profiklubs befassen. Und dann feilt die DFL ja noch an ihren eigenen Strukturen. Darüber soll bei einer außerordentlichen Versammlung am 18. Juni beraten werden. Wenn auch Hans-Joachim Watzke wieder anreisen wird.

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