Lewandowski-Ärger

Lewandowski: Hoeneß will keine Verhältnisse wie beim BVB

Uli Hoeneß ist seit dem 25. November 2016 wieder Präsident des FC Bayern.

Foto: Getty Images

Uli Hoeneß ist seit dem 25. November 2016 wieder Präsident des FC Bayern. Foto: Getty Images

München.  Uli Hoeneß ist verärgert, Karl-Heinz Rummenigge auch. Grund für das Grummeln ist auch Torjäger Robert Lewandowski mit seinen kritischen Aussagen.

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Es rumort mal wieder beim FC Bayern - und das pünktlich zum Start in die alles überstrahlende Champions League. Die erste Saisonniederlage und ein bemerkenswerter Interview-Alleingang von Torjäger Robert Lewandowski haben die Aufbruchstimmung vor dem nächsten Münchner Anlauf auf Europas Fußball-Thron in ein Reizklima verwandelt. Präsident Uli Hoeneß ermahnte Lewandowski, Müller und Co. vor dem Auftakt in der Königsklasse am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) in der ausverkauften Allianz Arena gegen Außenseiter RSC Anderlecht, sich dringend auf ihren hauptsächlichen Job zu konzentrieren.

"Die Spieler sind in erster Linie dafür da, gut zu trainieren, gut zu spielen und die Leute zu begeistern", erklärte Hoeneß am Montag als Replik auf Lewandowskis kritische Gedanken zur Transferpolitik. Das Sagen im Verein hätten allein die Bosse. Und Aufsichtsratschef Hoeneß besorgt da aktuell mehr die sportliche Entwicklung des FC Bayern, auch wenn nach sechs Punkten aus drei Ligaspielen "jetzt keine Alarmglocken" schrillen müssten. Das würden sie erst, wenn gegen Belgiens Meister der 14. Auftaktsieg nacheinander in der Champions League verpasst würde. "Wir sind nicht zufrieden. Wir müssen eine Antwort zeigen", verkündete Kapitän Manuel Neuer.

Rummenigge mit Warnhinweis

Die Münchner Bosse reagierten erst mit zwei Tagen Verzögerung auf Lewandowskis bemerkenswerte Aussagen, welche die Vorbereitung auf das Anderlecht-Match überlagerten. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge reagierte in der "Bild"-Zeitung sauer. Er bedauerte Lewandowskis öffentlichen Vorstoß, hinter dem er dessen Berater als Anstifter vermutet. Rummenigge sprach einen allgemeinen Warnhinweis an alle Profis aus. "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich."

Ein latenter Zustand der Unzufriedenheit dringt zu Beginn des zweiten Carlo-Ancelotti-Jahres häufiger aus dem Inneren nach außen. Thomas Müller äußerte Zweifel am Vertrauen des Trainers. Lewandowski sorgt sich mittelfristig sogar um die Wettbewerbsfähigkeit des FC Bayern mit Großeinkäufer-Clubs wie dem Gruppengegner Paris Saint-Germain.

2014 vom BVB gekommen

Der Pole, inzwischen 29 Jahre alt, will seine Karriere nicht ohne einen Champions-League-Triumph beenden. Hoeneß erinnerte Lewandowski vorsorglich an seinen langfristigen Vertrag bis 2021. "Eines muss klar sein: So Verhältnisse wie in Dortmund, dass man jedes halbe Jahr über einen Ausstieg diskutieren wollte, die wollen wir hier nicht haben." Lewandowski war 2014 vom BVB zum FC Bayern gewechselt.

Im Zentrum der Münchner Aufgeregtheiten muss auch Ancelotti flott positive Resultate und besseren Fußball liefern. Seine Rotation in den Aufstellungen soll alle Stars bei Laune halten, trägt aber nicht zur perfekten Abstimmung auf dem Platz bei. "Solche Spiele dürfen nicht oft passieren", sagte Nationalspieler Sebastian Rudy nach der Schlappe bei seinem Ex-Club Hoffenheim.

Diese hat Hoeneß "wahnsinnig geärgert", und der Ärger wirkt bis in die neue Woche nach. "Das eigentliche Problem am Wochenende war nicht das Interview von Robert Lewandowski im Spiegel, sondern dass wir in Hoffenheim sehr, sehr schwach gespielt und verloren haben. Das beschäftigt mich, nicht was irgendeiner in der Zeitung sagt." Vom Präsidenten gab es am Montag am Rande eines Basketball-Termins am Münchner Flughafen eine unmissverständliche Ansage an Trainer und Mannschaft: "Wir müssen unsere Probleme lösen. Wir spielen nicht so gut schon seit Anfang der Saison. Daran gilt es zu arbeiten."

Anderlecht könnte ein Aufbaugegner sein, auch wenn Ancelotti neben den noch nicht einsatzfähigen Jérôme Boateng, David Alaba und Juan Bernat auch der gesperrte Kämpfer Arturo Vidal fehlt. Der 34-malige belgische Meister ist miserabel in die Saison gestartet. René Weiler, Ex-Trainer des 1. FC Nürnberg, hat etliche Probleme zu lösen. Seinen Toptransfer Sven Kums verbannte er zuletzt sogar auf die Tribüne. Der Spielausgang dürfte aber allein von der Leistung der Bayern abhängen. So sieht's auch Hoeneß: "Die Spieler müssen das spielen, was sie können. Wenn sie gut spielen, werden wir gegen Anderlecht gewinnen." (dpa)

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