Kommentar

FC Bayern: Diesen Umgang mit ihm hat Kovac nicht verdient

Trainer Niko Kovac vom FC Bayern München

Trainer Niko Kovac vom FC Bayern München

Foto: firo

Essen.  Entweder sind die Bayern-Bosse von Trainer Niko Kovac überzeugt – oder eben nicht. Sie kennen ihn jetzt lange genug. Ein Kommentar.

Endlich. Endlich hat die Bundesliga wieder einen echten Finalspieltag um die Deutsche Meisterschaft. Das gab es zuletzt vor zehn Jahren, als der VfL Wolfsburg knapp vor dem FC Bayern über die Ziellinie lief. Ein Jahr später war vor dem letzten Spieltag nur theoretisch nicht alles klar, die Bayern hatten damals bereits drei Punkte und 17 Tore Vorsprung vor Schalke 04.

BVB-Chef Watzke: Die Bayern können jetzt alles verlieren

Nun also: Die Bayern oben, der BVB zwei Punkte dahinter. Den Dortmundern ist dafür zu danken, dass sie uns allen diese Spannung beschert, dass sie nach Jahren der Münchener Überlegenheit mal wieder einen Angriff auf den Rekordmeister gestartet haben. Wäre der BVB in der ersten Saisonhälfte nicht so berauschend davongezogen und nach der Winterpause so häufig eingebrochen, dann würde ihm jetzt ausschließlich Respekt entgegengebracht. Da er aber neun Punkte Vorsprung und auch danach noch manche vermeintlich sichere Führung verspielte, bliebe im Falle der Vizemeisterschaft auch das bittere Gefühl einer verpassten Chance.

Aber wer weiß – diese Saison war bisher so verrückt, dass ein überraschendes Ende nicht auszuschließen ist. Dass jetzt die Psychospielchen begonnen haben, gehört dazu. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke behauptete, die Bayern könnten jetzt alles verlieren, die Dortmunder alles gewinnen. Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic konterte im ZDF-Sportstudio: „Alles können sie nicht gewinnen. Im Pokal sind sie schon raus.“

Von Kovac wird das Double erwartet

Womit die Brücke zu einem Thema geschlagen ist, das die Bayern im Endspurt schwer beschäftigt. Von Niko Kovac wird nämlich nicht nur der Meistertitel, sondern auch der Pokalsieg erwartet. Ein klares Bekenntnis zum Trainer vermieden sowohl Salihamidzic als auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sich in dieser elementaren Zukunftsfrage allerdings nicht einig mit dem Präsidenten Uli Hoeneß ist.

Einen dermaßen unwürdigen Umgang mit ihm hat Kovac nicht verdient. Entweder sind die Bayern-Bosse von diesem Trainer überzeugt – oder eben nicht. Sie kennen ihn jetzt lange genug. Wenn sie nicht zu einer einheitlichen Meinung über ihn kommen können, dann sind sie das Problem, nicht Niko Kovac.

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