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Heynckes zum Vierten - FC Bayern holt Hermann als Co-Trainer

Wieder vereint beim FC Bayern: Jupp Heynckes (l.) und Peter Hermann (r.).

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Wieder vereint beim FC Bayern: Jupp Heynckes (l.) und Peter Hermann (r.). Foto: imago

Essen/München.  Jetzt ist es offiziell: Jupp Heynckes übernimmt bis zum Saisonende das Traineramt beim FC Bayern - und er setzt auf bewährte Assistenten.

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Alle Details sind geklärt, jetzt steht es fest: Jupp Heyn­ckes wird bis zum Sommer das Traineramt des FC Bayern München übernehmen. Am Freitagnachmittag beendete der Rekordmeister die Spekulationen um die Nachfolge des geschassten Carlo Ancelotti. „Wir sind Jupp Heynckes sehr dankbar, dass er uns als Cheftrainer zugesagt hat“, sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz-Rummenigge. Es ist in München schon das vierte Engagement des 72-jährigen Trainers, der 2013 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewann. Er soll die angeschlagenen Bayern zurück in die Erfolgsspur bringen.

„Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt der Mönchengladbacher, der nach 1987, 2009 und 2011 erneut bei den Bayern startet. Nach dem Triumphjahr 2013 verabschiedete sich Heynckes in den Ruhestand, er zog sich ins niederrheinische Schwalmtal zurück, wo er mit seiner Frau Iris und Schäferhund Cando auf einem Hof lebt.

Jetzt also wieder die Säbener Straße. Berti Vogts, Heynckes’ Weggefährte aus Gladbacher Zeiten, hält die Rückkehr des Routiniers für eine gute Lösung: „Jupp Heynckes hat sehr viel Fachwissen und hatte auch Erfolge, als auf einmal die vielen Laptop-Trainer kamen“, sagt der 70-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Vogts und Heyn­ckes spielten zehn Jahre lang gemeinsam für die Borussia, wurden Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Uefa-Cup-Sieger. Ein Risiko sieht Vogts in dem Comeback von Heynckes nicht: „Er weiß, was ein Spieler fühlt und braucht. Ich bin fest davon überzeugt, dass der FC Bayern mit ihm wieder Deutscher Meister wird.“

Sieben Spiele in drei Wochen

Dafür muss Heynckes seine ganze Erfahrung einbringen: Fünf Punkte beträgt der Abstand zum aktuellen Tabellenführer Borussia Dortmund. Am 4. November kommt es zum direkten Duell mit dem BVB. Bis dahin liegt vor den Münchenern ein Hammerprogramm aus Bundesliga-, Pokal- und Champions-League-Spielen. In der Königsklasse setzte es zuletzt eine 0:3-Pleite gegen Paris St. Germain.

Erstes Pflichtspiel unter Heynckes wird das Bundesliga-Heimspiel am Samstag in einer Woche gegen den SC Freiburg sein. Am Montag soll er das erste Training leiten – vereint mit seinen Assistenten aus dem Triple-Jahr, Peter Hermann (65) und Hermann Gerland (63). Der frühere Bochumer Gerland leitete zuletzt das neue Nachwuchsleistungszentrum FC Bayern Campus. Diese Tätigkeit wird er nun ruhen lassen. Peter Hermann konnten die Münchener aus seinem Vertrag als Co-Trainer beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf loseisen. Willy Sagnol, Co-Trainer von Ancelotti und nach dessen Entlassung Interimstrainer, wird nicht zum Heynckes-Stab gehören.

Bereits Stunden vor der Bestätigung hatten sich zahlreiche Spieler und Experten für das Heynckes-Comeback ausgesprochen. Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete den Coup als „sehr gute Lösung“. Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sagte der Bild: „Ich glaube, er kann die Situation in den Griff bekommen.“

Ancelotti tritt gegen Bayern nach

Einzig getrübt wurde die Euphorie durch Carlo Ancelotti, der den Party-Schreck gab. Gegenüber Sky Italia trat der Ex-Trainer der Bayern nach: „Ein Trainer fasst Beschlüsse. Es hängt von der Intelligenz der Spieler ab, diese zu akzeptieren“, sagte er und fügte mit Blick auf Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß hinzu: „Ein Klub müsste die Kraft haben, den Coach bei diesen Beschlüssen zu unterstützen.“

Die Bayern-Bosse müssen sich schon jetzt auf die Suche nach einem Nachfolger vom Nachfolger begeben – denn Heynckes soll ihnen nur bis zum Ende dieser Saison helfen. Kommt danach Shootingstar Julian Nagelsmann aus Hoffenheim? Der frühere BVB-Trainer Thomas Tuchel ist jedenfalls raus aus dem Kandidatenkreis. Auf Twitter wünschte er Jupp Heynckes am Freitag alles Gute.

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