Europa League

1. FC Köln kehrt nach 25 Jahren in den Europapokal zurück

Trainer Peter Stöger vom 1. FC Köln.

Foto: firo

Trainer Peter Stöger vom 1. FC Köln. Foto: firo

Köln.  Beim FC Arsenal in London startet der 1. FC Köln in die Europa-League-Saison. Sturmlegende Tony Woodcock meint: Arsenal wird die Party verderben.

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Mehr als 10 000 Kölner Fans werden heute im Emirates Stadion betrunken sein vor Glück und singen. Selbstverständlich kölsche Lieder, die vom Dom handeln („Mer losse d’r Dom in Kölle“), vom Lebensgefühl der Kölner („Drink doch eene mit“) oder vom Eff-Zeh („Mer stonn zo dir FC Kölle“).

25 Jahre oder genau genommen 9115 Tage nach dem letzten Europacup-Spiel trifft der 1. FC Köln zum Start der Europa-League in London auf den FC Arsenal (21.05 Uhr/Sport 1 und Sky).

Auch der missratene Start in die Bundesliga (drei Niederlagen in Folge) konnte den rheinischen Fußball-Frohsinn nicht bremsen. Zwei Mitglieder des Fanklubs „Fründe Böllerböcke“ lösten einen 14 Jahre alten Schwur ein und fuhren mit dem Fahrrad an die Themse. Der Rapper Mo Torres brauchte mit einem alten Ford Taunus, ausstaffiert mit FC-Wimpel, Schals und Fahnen, 13 Stunden.

Der ganz normale rheinische Fußball-Wahnsinn eben.

Tony Woodcock kennt die spezielle Beziehung der Kölner zu ihrem Klub. Der 42-malige englische Nationalspieler stürmte in den 80er-Jahren insgesamt fünf Jahre für den Bundesligisten, danach spielte er auch zwei Jahre bei Arsenal.

„Es treffen Fußballwelten aufein­ander“, sagt der 61-Jährige. „In Köln gibt es den Dom, den Karneval und den FC. Da fiebert eine ganze Stadt mit ihrem Klub mit. London dagegen ist eine große Metropole, es gibt allein 13 Profiklubs. Einer von ihnen ist Arsenal. Da hält sich die Euphorie natürlich in Grenzen.“

Der einstige Star wird das Spiel seiner Ex-Klubs live im Stadion verfolgen. „Ich habe sowohl vom FC als auch von Arsenal eine Einladung zum Essen erhalten“, sagt er schmunzelnd. Dann schiebt er nach: „Ich habe beide Einladungen angenommen.“

Woodcock, der in der Nähe von London lebt, glaubt allerdings nicht an eine Kölner Überraschung. „Arsenal ist ein anderes Kaliber, ihre Qualität ist einfach zu groß. Ich rechne mit einem klaren Sieg, auch wenn sie Mesut Özil schonen wollen.“

Aber selbst in diesem Fall wäre die Fußballwelt der Londoner nicht wieder in Ordnung. „Ich erkenne in der Arsenal-Mannschaft kein Leben, keine Energie“, moniert Woodcock. „Trainer Arséne Wenger kann die Spieler offensichtlich nicht mehr begeistern.“

Kölns Trainer Peter Stöger: Wir wollen dort gewinnen

Könnte das nicht die kleine Chance der Kölner sein?

„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, sagt Kölns Vizepräsident Toni Schumacher. Trainer Peter Stöger, den sie in Anlehnung zu Manchester Uniteds Trainer Jose Mourinho („The Only One“) in Köln „The Austrian One“ getauft haben, ist gar so frech zu behaupten: „Wir wollen dort gewinnen, sonst bräuchten wir nicht hinzufliegen.“

Egal wie die Partie ausgehen sollte: Die Rückkehr der Kölner auf die europäische Fußballbühne wird zu einer Riesensause. Manager Jörg Schmadtke: „Wir werden jede Minute aufsaugen und genießen.“ Und Toni Schumacher freut sich schon auf den Anpfiff: „Dann bekomme ich Gänsehaut.“

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