2. Bundesliga

Enttäuschung beim VfL Bochum und MSV Duisburg

Kollektives Verzweifeln: Die Bochumer Dominik Baumgartner und Robbie Kruse sowie die Duisburger Gerrit Nauber und Ahmet Engin.

Kollektives Verzweifeln: Die Bochumer Dominik Baumgartner und Robbie Kruse sowie die Duisburger Gerrit Nauber und Ahmet Engin.

Foto: firo, imago, dpa

Bochum/Fürth  Der VfL Bochum verliert die Zweitliga-Tabellenspitze immer mehr aus dem Blick. Der MSV Duisburg taumelt derweil dem Abstieg entgegen.

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Der VfL Bochum verfolgt offiziell das Ziel, sich dauerhaft in den Top 25 Deutschlands zu etablieren. Insgeheim dürfte der Fußball-Zweitligist in dieser Saison aber auf Platz drei geschielt haben. Im neuen Jahr hat das Team von Trainer Robin Dutt allerdings Chancen verpasst, näher an den Relegationsrang heranzurücken. Der 0:3-Pleite beim SV Sandhausen folgte jüngst die 1:2-Niederlage gegen den SC Paderborn. „An unserem Spiel gibt es viel zu kritisieren“, sagte Dutt nach dem Duell mit den Ostwestfalen. Bochum hat wohl endgültig nichts mehr mit der Zweitliga-Spitze zu tun – der Tabellenachte hinkt den Erwartungen hinterher.

VfL Bochum fehlt die Sicherheit

Um oben mitmischen zu können, fehlt es dem VfL derzeit vor allem an der nötigen Sicherheit im Spiel. In der Hinrunde hatte Dutts Mannschaft den Ball noch durchaus ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen lassen. Auch das Aufbauspiel wirkte oft durchdacht. Gegen Paderborn verloren die Bochumer den Ball jedoch schon wenige Sekunden nach dem Anpfiff in der eigenen Hälfte. Mittelfeldspieler Kai Pröger, der in der Winterpause vom Regionaligisten Rot-Weiss Essen nach Paderborn gewechselt war, lieferte die Vorlage für Ben Zolinski, der zur 1:0-Führung der Gäste traf. Ein früher Schock für den VfL.

Die Bochumer zeigten sich zwar engagiert, mussten jedoch kurz vor Ende der ersten Hälfte einen zweiten Gegentreffer hinnehmen, dem ein grober Patzer vorausging: VfL-Winterzugang Dominik Baumgartner passte den Ball zurück zu Torwart Manuel Riemann, jedoch ohne entsprechendes Tempo. Sven Michel hatte also kein Problem, diesen Ball zu erlaufen. Riemann war chancenlos – 2:0 für Paderborn (45.). In der zweiten Hälfte schlug Bochum viele lange Bälle nach vorne. Dass Lukas Hinterseer am Ende nach einer Kopfballverlängerung von Simon Zoller noch den Anschlusstreffer erzielte (79), änderte nichts an der Tatsache, dass sich neben der Bochumer Defensive auch die Offensive insgesamt schwach präsentierte. Der VfL hat innerhalb von zwei Wochen seine recht gute Ausgangsposition verspielt. Platz drei ist für das Dutt-Team außer Sichtweite geraten. Jedoch befindet sich Bochum mit 30 Punkten immerhin noch in einer Tabellenregion, die für den MSV Duisburg aktuell in weiter Ferne liegt.

MSV Duisburg wieder auf Rang 18

Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht belegt nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Greuther Fürth wieder den letzten Tabellenplatz. Zwar ist der MSV noch punktgleich (16) mit dem Tabellen-16. SV Sandhausen, doch der Auftritt der Zebras im Frankenland dürfte den Duisburger Fans Anlass zu besonders großer Sorge geben. Lieberknecht sah sich zu einer deutlichen Analyse veranlasst: „Die Bereitschaft, auf dem Platz präsent zu sein, fehlte“, sagte der 45-Jährige. Der MSV spielte in Fürth über weiter Strecken abstiegsreif. Mutlos. Ideenlos. Kraftlos.

Den Ausschlag für die 13. Niederlage gab allerdings eine Fehlentscheidung. Der Fürther Julian Green kam im Strafraum beim Duell mit Enis Hajri zu Fall. Schiedsrichter Harm Osmers entschied auf Elfmeter, obwohl der Duisburger Abwehrspieler nicht regelwidrig eingegriffen hatte. MSV-Torwart Felix Wiedwald parierte den Schuss von Daniel Keita-Ruel zwar, konnte den Nachschuss jedoch nicht mehr halten. Wiedwald verhinderte bei einem weiteren Strafstoß Keita-Ruels nach einem Handspiel von Kevin Wolze (90.+1) einen zweiten Gegentreffer, ehe sich Hajri wegen groben Foulspiels noch die Rote Karte einhandelte. Der Verteidiger schwächte damit seine Mannschaft im Abstiegskampf.

Zebras gegen Union Berlin unter Druck

Lieberknecht hatte den MSV nach dem achten Spieltag als Schlusslicht übernommen und zwischenzeitlich aus der Abstiegszone herausgeführt. In der Winterpause hatte Gerrit Nauber von Wolze die Kapitänsbinde übernommen. Lieberknecht strich drei Spieler aus dem Kader, ließ seine Mannschaft zuletzt in einem neu einstudierten 4-1-4-1-System antreten. Positive Effekte waren jedoch in Fürth nicht zu erkennen. Im Gegenteil.

Im Heimspiel gegen den Tabellendritten Union Berlin am Samstag (13 Uhr/Sky) stehen die Duisburger nun unter großem Druck. Vier Tage nach dieser Partie könnte es auf der Jahreshauptversammlung des MSV ziemlich ungemütlich werden.

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