3. Liga

KFC Uerdingen: Spieler warten offenbar auf April-Gehälter

Präsident und Mäzen des KFC Uerdingen: Mikhail Ponomarev.

Präsident und Mäzen des KFC Uerdingen: Mikhail Ponomarev.

Foto: firo

Krefeld.  Beim Drittligisten KFC Uerdingen brodelt es hinter den Kulissen. Die April-Gehälter wurden offenbar nicht gezahlt. Es wäre nicht das erste Mal.

Der Fußball-Drittligist KFC Uerdingen hat mit vier Punkten aus zwei Spielen einen positiven Re-Start in die 3. Liga hingelegt. Sportlich läuft's. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Die Spieler warten nach Informationen von RevierSport einmal mehr auf ihre Gehälter.

Der KFC Uerdingen wird seit März 2015 vom russischen Geschäftsmann und Unternehmer Mikhail Ponomarev geführt. Seit der 45-jährige Russe das Sagen beim Traditionsklub aus Krefeld hat, ist eigentlich immer etwas los. Sportlich lief es: Der Doppelaufstieg aus der Oberliga in die 3. Liga gelang.

Trotzdem arbeiteten unter Ponomarev schon mehr als ein halbes Dutzend Trainer, seine Zahlungsmoral gegenüber Spielern und Angestellten des Klubs lässt offenbar auch immer mal wieder zu wünschen übrig. Ehemalige Spieler und Angestellte mussten in der Vergangenheit um ihr Geld schon vor dem Gericht kämpfen.

Hinzu kommen offene Rechnungen bei Hotels und Busunternehmen. In Duisburg wurde der KFC zum unbeliebten Stadion-Untermieter, wich nach Düsseldorf aus. Dort muss der Klub für die Nutzung der Arena Vorkasse leisten. Nicht zu vergessen ist der WhatsApp-Skandal. Die "Sport Bild" hatte vor wenigen Tagen die Verfehlungen des KFC Uerdingen um seinen umstrittenen Präsidenten und Mäzen Ponomarev noch einmal aufgelistet.

Und die Liste wird um ein weiteres Kapitel ergänzt. Wie RevierSport erfuhr, ist der KFC im Zahlungsverzug. Das April-Gehalt, das am 15. Mai an die Spieler überwiesen hätte werden sollen, ist nicht überwiesen worden. Zudem soll der KFC nach RS-Informationen auch bei den Prämien im Verzug sein.

"Alles im grünen Bereich"

RevierSport konfrontierte den Verein mit den vorliegenden Informationen. Es gab bisher weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Ein offizielles Statement wollte der Verein ebenfalls nicht übersenden. Es hieß nur, dass nach Rücksprache "alles im grünen Bereich" sei.

Fakt ist, dass die Uerdinger einmal mehr ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Denn - Stand Mittwoch, 3. Juni 2020, 13 Uhr - warten die KFC-Profis immer noch auf ihr April-Gehalt und die vereinbarten Prämien. Am 15. Juni 2020 müsste dann das Mai-Gehalt überwiesen werden. Ausgang offen.

KFC-Trio darf nicht am Mannschaftstraining teilnehmen

Zudem sickerte durch, dass seit mehreren Wochen drei Spieler - Robin Udegbe, Nerciwan Khalil Mohammad, Selim Gündüz - nicht am Mannschaftstraining von Coach Stefan Krämer teilnehmen dürfen. Wie RevierSport erfuhr, hat das besagte Trio keinerlei Gründe für das Trainings-Aus erhalten.

Torwart Udegbe besitzt in Uerdingen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. Mohammad, der einst von Michael Wiesinger geholt wurde, ist am 1. Juli 2020 ablösefrei zu haben. Gündüz derweil, der ein Wunschspieler von Heiko Vogel war, ist noch bis Sommer 2021 an den KFC gebunden. Interessant: Sollte Uerdingen in die 2. Bundesliga aufsteigen, würde sich wohl auch Gündüz freuen. Sein Vertrag würde sich in diesem Fall um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2023 verlängern.

KFC Uerdingen verweigert Zahlung an Ex-Teammanager

Einen Kontrakt beim KFC Uerdingen hatte auch ein ehemaliger Teammanager, der unter Aufstiegstrainer Stefan Krämer arbeitete. Auch er wurde entlassen und bekam keine Abfindung. Der Weg ging vor das Krefelder Landgericht.

Ergebnis: Der Teammanager gewann den Prozess - die Unterlagen liegen RevierSport vor - gegen den KFC Uerdingen. Der Streitwert lag bei einer hohen vierstelligen Summe. Das Problem: Der KFC weigert sich, trotz des Urteils des Landgerichts, dem Teammanager das Geld zu überweisen. Dieser prüft aktuell den Weg zur nächsten Instanz - dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Die Liste der Probleme des KFC Uerdingen könnte bald noch länger werden.

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