Fußball international

Arnautovic versetzt ein Land ins Italien-Fieber

Foto: REUTERS

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Der Zehn-Millionen-Euro-Wechsel des Jungstürmers zu Inter Mailand ist der teuerste österreichische Transfer aller Zeiten. Erwin Hoffer kickt künftig für den SSC Neapel. Doch es spielen noch mehr Österreicher in der Serie A.

Technisch versiert, robust, schnell – wenn ein Fußballer diese Eigenschaften besitzt, kann es gut sein, dass er nicht lange einer unter vielen bleibt. Wenn er dann wie Marko Arnautovic zugleich Stürmer und Österreicher ist, ist es kein Wunder, dass er in einem Atemzug mit den nationalen Legenden Toni Polster und Herbert Prohaska genannt wird – Arnautovic, Sohn eines Serben und einer Österreicherin, ist derzeit die größte Hoffnung der Alpenrepublik.

Der in der vergangenen Woche vollzogene Wechsel des 20-Jährigen in die Serie A zu Meister Inter Mailand macht die Nation stolz. „Eine Transfersensation”, jubelte die Tageszeitung „Kurier”. Und Ex-Nationalcoach Josef Hickersberger, der Arnautovic zum ÖFB-Debüt verhalf, wundert sich: „Warum hat mir in meiner Zeit als Rapid-Trainer keiner von diesem Talent in unserem Nachwuchs erzählt?”

Zwölf Tore für Enschede

Die Ablöse für dieses Talent, das noch nie in Österreichs Liga gespielt hat, zuletzt aber in Holland für Enschede zwölfmal traf, beträgt zehn Millionen Euro. Arnautovic soll in fünf Jahren beim Team von Startrainer Jose´ Mourinho fünf Millionen Euro verdienen, gilt als teuerster österreichischer Kicker aller Zeiten. Ein Chelsea-Angebot lehnte er ab. „Ich will Marko Arnautovic haben”, hatte Mourinho klar gemacht. „Für mich gehört er nach Mailand, für mich ist das ein Inter-Spieler.” Eine Tradition darf der Auserwählte nebenbei fortführen: Für Inter spielte bislang lediglich ein Österreicher – Prohaska kam 1980 und ging '82 als Meister.

Über die Alpen nach Italien ist's eigentlich nicht weit, doch im Fußball-Planetensystem liegt Österreich hinter Burkina Faso, Venezuela und Bahrain – sprich: hinter dem Mond. Auf Ranglistenplatz 68. Die Serie A dagegen gilt weiter als eine der besten Ligen, das kleine Österreich ist also im Italo-Fieber: Neben Jürgen Säumel (seit '08 beim FC Turin), György Garics (seit '08 in Bergamo), Alex Manninger (seit '08 bei Juve) und Arnautovic gelang auch Erwin Hoffer der Sprung ins Weltmeisterland. Der Fünf-Millionen-Transfer von Rapid Wien zum SSC Neapel wurde ebenfalls vergangene Woche fix gemacht. Hoffer ist wie Arnautovic jung (22 Jahre), Stürmer (45 Erstligatore) und Nationalspieler – und die zweite Hoffnung eines Landes, dass regelmäßig Alpin-Erfolge feiert, sich aber ebenso regelmäßig beim Fußball blamiert. Zuletzt auf den Faröer-Inseln (1:1) Ende 2008.

Bis Arnautovic seine neuen Erfahrungen im Nationalteam zeigen kann, dauert's aber noch: Der 1,92-Meter-Mann kann wegen eines Mittelfußbruches derzeit nicht trainieren. Die Nation wartet.

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