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2:1! Der BVB lässt seinen Trainer Lucien Favre durchatmen

Mats Hummels (l.) und Dan-Axel Zagadou (r.) können Hertha-Stürmer Davie Selke nur mit unerlaubten Mitteln stoppen. Für Hummels ist das Spiel schon beendet.

Mats Hummels (l.) und Dan-Axel Zagadou (r.) können Hertha-Stürmer Davie Selke nur mit unerlaubten Mitteln stoppen. Für Hummels ist das Spiel schon beendet.

Foto: Getty

Berlin.  Borussia Dortmund hat das vermeintliche Endspiel seines Trainers Lucien Favre gewonnen. Bei Hertha BSC feierte der BVB einen 2:1 (2:1)-Sieg.

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Und plötzlich stand Lucien Favre zwei, drei Meter im Feld. Den Trainer von Borussia Dortmund hielt in der Schlussphase der Partie bei Hertha BSC nichts mehr auf seiner Trainerbank. Zu intensiv, zu nervenaufreibend waren diese Schlussminuten, in denen der BVB letztlich einen knappen 2:1 (2:1)-Sieg mit zehn Mann vor 74.667 Zuschauern über die Zeit rettete.

Favre hatte sich für das Spiel eine ganz neue Formation ausgedacht: eine Dreierkette aus Dan-Axel Zagadou, Mats Hummels und Manuel Akanji, davor Julian Brandt und Axel Witsel im zentralen Mittelfeld und davor wiederum durften sich Marco Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard als Stürmer austoben.

Die Berliner dagegen setzten vor allem auf Aggressivität: Raphael Guerreiro bekam den Ellbogen von Marko Grujic ins Gesicht, Hazard erlebte ähnliches gegen Dedryck Boyata. Ansonsten aber erwiesen sich die Gastgeber als fußballerisch äußerst limitierter Gastgeber, die es nach vorne fast nur mit langen Bällen versuchen – und auch hinten schnell in Unordnung gerieten. Es dauerte eine Viertelstunde, bis der BVB das erstmals ausnutzte: Brandt zerteilte mit punktgenauem Diagonalpass die gesamte Abwehr, Sancho schob frei vor dem Tor ein (15.).

BVB legt starken Start in Berlin hin

Und der Dortmunder Jubel war kaum verklungen, da spielte Akanji einen Steilpass auf Achraf Hakimi, der legte quer und Hazard traf zum 2:0 (17.). Gerade einmal 104 Sekunden lagen zwischen beiden Treffern, nachdem die Schwarz-Gelben zuvor auswärts 217 Minuten ohne Tor geblieben waren. Und beinahe wäre noch das schnelle 3:0 gefolgt, doch Akanji köpfte genau in die Arme von Hertha-Torwart Thomas Kraft (19.).

Berlin schien am Boden – doch die Dortmunder Abwehr erwies sich wieder einmal als höflicher Gast, insbesondere gegenüber Dodi Lukebakio. Der Ex-Düsseldorfer tanzte Zagadou aus, schoss dann aus spitzem Winkel – doch Roman Bürki wehrte ab (31.). Wenig später stimmte die Staffelung beim BVB überhaupt nicht: Guerreiro ließ Lukebakio den Ball außen annehmen, Zagadou ihn nach innen ziehen, wo Witsel nicht in den Zweikampf kam. Schuss, abgefälscht von Vladimir Darida – nur noch 1:2 aus Sicht der Berliner (34.).

Mit der Dortmunder Herrlichkeit war es längst vorbei – und es sollte nicht der letzte Nackenschlag bleiben: Erneut machte sich Lukebakio auf den Weg, Hummels ließ das Bein stehen und sah zurecht seine zweite Gelbe Karte – Platzverweis (45.)!

Hertha-Ausgleich von Selke wird aberkannt

Das hatte zweierlei Folgen: Favre stellte in der Halbzeitpause um auf eine 4-4-1-Formation – und Klinsmann ließ seine Elf deutlich druckvoller agieren. Die Berliner schnürten die Gäste regelrecht ein und kamen schnell zum Ausgleich – dachte man. Doch Selkes Treffer wurde nach Intervention des Video-Assistenten wegen Abseits zurückgenommen (48.). Die Herthaner drückten, den Dortmundern gelang kaum noch Entlastung.

Aber der BVB kämpfte aufopferungsvoll und ließ gegen biedere Berliner auch wenig klare Chancen zu: Grujic kam nach einem Abpraller aus der Distanz zum Abschluss (75.). In der vierten Minuten der Nachspielzeit verpasste erneut Grujic eine große Chance zum Ausgleich. Sein Schuss wurde geblockt.

Und so konnte Favre am Ende doppelt durchatmen: Seine Mannschaft holte endlich wieder einmal drei Punkte – und seine prekäre Lage hatte sich durch den knappen Sieg zumindest nicht verschlechtert. Der erhoffte Befreiungsschlag aber war auch diese Partie nicht.

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