Champions League

Aus gegen Tuchel: BVB verliert Geisterspiel in Paris

PSG-Star Neymar bejubelt sein Führungstor beim Geisterspiel gegen den BVB.

PSG-Star Neymar bejubelt sein Führungstor beim Geisterspiel gegen den BVB.

Foto: Getty.

Paris.  Borussia Dortmund ist im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. Der BVB verlor das Geisterspiel bei Paris Saint-Germain mit 0:2 (0:2).

Die Jubeltraube geriet nicht anders als sonst: Neymar sprintete nach außen, warf sich dem auf der Ersatzbank sitzenden Kylian Mbappé in die Arme und feierte mit ihm und den übrigen Mitspielern den Treffer, der im Achtelfinale der Champions League den Sieg für Paris Saint-Germain und das Aus für Borussia Dortmund einleitete. 0:2 (0:1) hieß es am Ende, was nach dem 2:1 im Hinspiel zu wenig war in diesem denkwürdigen Spiel. Dortmunds Emre Can sah kurz vor Schluss nach einem Foul an Neymar die Rote Karte (89.).

Am Anfang war alles wie immer gewesen: Französische Fangesänge hallten durch den Pariser Prinzenpark. Sie kamen allerdings aus der Lautsprecheranlage – bevor Abgesandte des europäischen Fußballverbands Uefa einschritten und das seltsame Treiben unterbanden. Und so herrschte nach wenigen Minuten doch schnell die erwartete gespenstische Atmosphäre eines Spiels ohne Zuschauer – das die Pariser Polizeipräfektur wegen der Corona-Pandemie ja angeordnet hatte.

Die PSG-Profis allerdings zeigten auch ohne Fans schnell, wer Herr im Haus ist: Sie sammelten viel Ballbesitz und drückten die Dortmunder tief in deren Hälfte. Die BVB-Profis allerdings hielten die Reihen zunächst geschickt dicht, verschoben gut – und setzten auf Konter durch ihre schnellen Außenspieler.

Nach 18 Minuten hätte das fast geklappt: Achraf Hakimi lief auf der rechten Seite allen davon und gab scharf nach innen, wo Erling Haaland um Zentimeter verpasste. Thorgan Hazard setzte nach und flankte, doch Jadon Sanchos Volley von der Strafraumgrenze rauschte vorbei.

Der Dortmunder Plan, er schien zu funktionieren – zumindest bis zum Strafraum: Hazard gab nach innen, aber Presnel Kimpembe grätschte den Ball gerade noch vor Haaland weg (22.).

Die Pariser allerdings zeigten sich ungerührt von den Dortmunder Halbchancen und erhöhten nach und nach den Druck. Edinson Cavani tauchte plötzlich frei vor Roman Bürki auf, doch der BVB-Torhüter fuhr blitzschnell den Fuß aus und klärte den Ball zur Ecke (25.). Doch kurz danach war es passiert: Hakimi fiel bei einem Eckball in Sekundenschlaf und ließ Neymar laufen, der völlig freistehend einköpfen konnte – auch weil Mats Hummels unter dem Ball durchgetaucht war (28.).

Paris nutzte Dortmunds Fehler

Nun war nach dem 2:1 im Hinspiel klar: Der BVB brauchte aufgrund der Auswärtstorregel einen Treffer, um weiterzukommen. Doch bis auf zwei harmlose Abschlüsse von Sancho und einem verzogenen Fernschuss von Hazard gelang wenig.

Stattdessen nutzte PSG in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wieder einen der zu häufigen BVB-Fehler: Nach Hazards Ballverlust ging es schnell nach vorne, Pablo Sarabia gab den Ball scharf nach innen und der Ex-Münchener Juan Bernat spitzelte ihn mit der Fußspitze ins lange Eck.

Es war aufgrund der spielerischen Dominanz eine verdiente Führung, der BVB verlor viele Bälle zu leicht – und zeigte sich dann in der Defensive zu passiv. Dabei boten die Gastgeber durchaus Räume, zeigten sich defensiv nicht immer sattelfest.

Doch die Gäste wussten dies nicht zu nutzen. Paris blieb gefährlicher, Di Marias scharfen Freistoß lenkte Bürki mit feiner Flugeinlage um den Pfosten (54.). Dortmund kam immer wieder an, aber nicht in den Strafraum. Lucien Favre reagierte, brachte Julian Brandt für Hazard und Giovanni Reyna für Axel Witsel. Nach 70 Minuten waren damit die Zeichen auf Schlussoffensive gesetzt. Doch sie kam zu spät, die BVB-Angreifer kamen nicht mehr entscheidend durch.

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