Solidaraktion

BVB, Bayern Leipzig und Leverkusen helfen Bundesligaklubs

Hans-Joachim Watzke und der BVB gehören zu den vier Champions-League-Klubs, die den kleineren Vereinen finanziell helfen wollen.

Hans-Joachim Watzke und der BVB gehören zu den vier Champions-League-Klubs, die den kleineren Vereinen finanziell helfen wollen.

Foto: dpa

Essen.  Die Corona-Krise lässt Vereine um die Existenz bangen. Von den vier Champions-League-Teilnehmern gibt es jetzt Hilfe. Das bestätigt der BVB.

Hans-Joachim Watzke (60) hat zuletzt nicht viele Sympathiepunkte sammeln können. Der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sorgte vor einigen Tagen mit einem Auftritt in der ARD-Sportschau für Irritation. In der Sendung hatte der BVB-Boss betont, dass er finanzielle Hilfe für kleinere Fußballvereine im Zuge der Corona-Pandemie nicht befürworte. „Am Ende können nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den letzten Jahren, die Klubs, die das nicht getan haben, dafür auch noch belohnen“, sagte er. Die heftige Kritik an Watzke dürfte bald verstummen. Denn der BVB ist nun Teil einer einmaligen Hilfsaktion im deutschen Fußball.

Die Großen helfen den Kleinen, dieser naheliegende Solidaritätsgedanke soll nun tatsächlich umgesetzt werden. Mit rund 20 Millionen Euro wollen die vier deutschen Champions-League-Klubs die finanziell notleidenden Fußballvereine der 1. und 2. Bundesliga unterstützen. Der BVB bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Klub-Boss Watzke sagt dazu: „Wir haben immer gesagt, dass wir uns solidarisch zeigen werden, wenn Klubs unverschuldet durch diese absolute Ausnahmesituation in eine Schieflage geraten, die sie alleine nicht mehr beherrschen können. Der BVB wirkt aktuell durch vielfältige Aktionen tief in die Gesellschaft hinein. Und natürlich sind wir auch bereit, im Profifußball zu helfen, wenn es am Ende darum geht, wirtschaftliche Konsequenzen der Pandemie ein Stück weit aufzufangen.“

Bayern, BVB, Leipzig und Bayer verzichten auf Geld

Über ein Modell für die Hilfsaktion hätten sich der FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen in der vergangenen Woche verständigt. Die vier Vereine wollen nach übereinstimmenden Medienberichten auf 12,5 Millionen Euro verzichten, die ihnen aus dem aktuellen TV-Vertrag zustünden. Das Geld fließt nun in den Solidartopf.

Die vier Top-Klubs stocken diese Summe mit eigenen Mitteln zudem um insgesamt 7,5 Millionen Euro auf - somit stünden 20 Millionen Euro zur Verfügung. Eine beachtliche Summe. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) solle „ je nach Bedürftigkeit“ entscheiden, welcher Verein Geld erhält.

„Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist. Das DFL-Präsidium ist den vier Champions-League-Teilnehmern sehr dankbar im Sinne der Gemeinschaft aller Clubs“, erklärt Christian Seifert, Sprecher des DFL-Präsidiums.

Profiklubs bangen um Fortsetzung der Saison

Noch ist offen, ob die Bundesliga-Saison fortgesetzt wird. Die DFL verständigte sich am Dienstag darauf, den Spielbetrieb bis zum 30. April ruhen zu lassen. Sollte es zu einem Abbruch der laufenden Spielzeit kommen, wird mit einem Einnahme-Ausfall in Höhe von rund 770 Millionen Euro kalkuliert. In diesem Fall könnten vor allem die kleineren Profiklubs jede Hilfe gebrauchen.

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